Schwarz Digits nabelt sich von Konzernmutter ab
Zweieinhalb Jahre nach der Gründung als Sparte der Schwarz Gruppe schneidet die Digitaltochter Schwarz Digits ihre Organisationsstruktur auf ihre Kernthemen zu. Das sind digitale Souveränität und Cybersecurity. Der Kaufland-Marktplatz, der Lidl-Onlineshop und das Retail Media Geschäft gehen zurück an Lidl und Kaufland.
Die 2023 gegründete IT-Tochter des Schwarz-Konzerns schwimmt sich frei. Schwarz Digit ist längst mehr als nur der IT-Dienstleister für Lidl und Kaufland. Jetzt stellt sich das Unternehmen eigenständig auf und richtet die Organisationsstruktur konsequent an der Unternehmensstrategie aus.
Schwarz Digits fungiert dabei als Dachmarke, unter der alle internen Einheiten, Produktmarken, Partnerschaften und strategischen Investitionen gesammelt sind. Darunter finden sich die Corporate IT sowie die extern angebotenen Produkte in den Bereichen Cloud, Cyber Security, Data & AI, Communication und Workspace.
Digitale Souveränität für sich selbst, die Wirtschaft und öffentliche Hand
Im Kern steht die konsequente Fokussierung auf digitale Souveränität - für die Unternehmen der Schwarz Gruppe und den externen Markt. Denn digitale Souveränität sei absolut notwendig für die Überlebensfähigkeit jeder Organisation, erklärt Christian Müller, Co-CEO von Schwarz Digits: „Wer im Digitalen einseitig abhängig von anderen ist, ist auch in der Wertschöpfung auf das Wohlwollen anderer angewiesen."
„Durch Abhängigkeiten im Digitalen verlieren wir die Hoheit über unser Wissen an Konzerne außerhalb der EU”, so sein Co-CEO Rolf Schumann. „Dieses Wissen in Form von Daten ist der Treibstoff für Künstliche Intelligenz. Mit unseren Daten verlieren wir auch die Grundlage unseres Wohlstandes.”
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Eigene Lösungen, Investitionen, Partnerschaften
Um den Wirtschaftsstandort Deutschland und Europa zu stärken, entwickelt Schwarz Digits wettbewerbsfähige Lösungen selbst, investiert gezielt in vielversprechende junge Unternehmen und geht Partnerschaften ein. Als Fundament für digital souveräne IT-Lösungen sieht Schwarz Digits die selbst entwickelte und betriebene Cloud, die weiterhin unter dem Produktnamen „Stackit” auf dem Markt ist. Auch für deren Ausbau investiert Schwarz Digits 11 Milliarden Euro in ein Rechenzentrum in Lübbenau (connect professional berichtete).
Neben Souveränität ist Cybersecurity ein zentraler Pfeiler. Denn auch für die Sicherheit der Unternehmen der Schwarz Gruppe hat Schwarz Digits nach eigenen Aussagen „starke interne Cybersecurity-Einheiten” aufgebaut. Darüber hinaus nutzen diese seit November 2021 die hybrid-Cloud-Cyber-Security-Lösungen von XM Cyber, die sie auch extern vermarkten.
Strategische Investitionen in das souveräne KI-Unternehmen Aleph Alpha und den Anbieter sicherer Kommunikationsplattformen Wire ermöglichen Co-Development in den vielfältigen Anwendungsbereichen in den Unternehmen der Schwarz Gruppe selbst. Die gemeinsame Entwicklung und daraus entstehende gemeinsame Produkte stehen auch bei anderen Partnerschaften von Schwarz Digits im Fokus, darunter SAP, Google, Servicenow, Salesforce und Sentinelone.
Als Zielmärkte für die inzwischen recht umfangreiche Produktpalette hat man unter anderem den öffentlichen Sektor, Handel, Gesundheitswesen, Fertigungsindustrie, Non-Profit-Organisationen und kirchliche Organisationen im Visier.
E-Commerce geht zurück zu Lidl und Kaufland
In den Unternehmen des Lebensmittelriesen gibt es zwei E-Commerce-Formate: den Marktplatz von Kaufland und den Onlineshop von Lidl.
Der Kaufland-Marktplatz ist laut Schwarz Gruppe eine der größten europäischen Online-Plattformen. Mehr als 13.000 internationale Händler bieten auf der Plattform über 45 Millionen Produkte an. Der Marktplatz ist in Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich, Polen, der Slowakei und Tschechien verfügbar. „Wir haben inzwischen eine Größe erreicht, die sich im internationalen Vergleich sehen lassen kann”, so Gerald Schönbucher, CEO von Kaufland E-Commerce. „Für die weitere Skalierung und die optimale Verzahnung von stationärem Handel und E-Commerce ist der logische nächste Schritt, die Verantwortung von Schwarz Digits in die Kaufland Organisation zu überführen.”
Die operative Verantwortung für den Lidl-Onlineshop ging bereits über die vergangenen Jahre hinweg sukzessive in die Handelssparte Lidl überl.
Auch die operative Verantwortung für das Retail Media Geschäft, ehemals unter dem Namen Schwarz Media, ging jüngst in die Handelssparten über. Die dort Verantwortlichen bauen das Angebot und den Service im Retail Media Bereich weiter aus.
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