Sun setzt auf Wachstumsmotor Unix
Suns Rückkehr in die Gewinnzone sorgt auch im deutschen Management- Team für Erleichterung. In einigen Segmenten des Unix-Markts sieht sich die hiesige Landesgesellschaft sogar an der Spitze des Wachstums. Sorgenkind bleibt dagegen das Storage-Geschäft.
Die Erleichterung ist beim deutschen Sun-Management mit Händen zu greifen: »Wir sind fast selbst ein wenig überrascht, wie gut die Zahlen ausgefallen sind«, räumt Marketing-Direktor Donatus Schmid ein. Nach sechs verlustreichen Jahren schrieb Sun im Geschäftsjahr 2007 (30. Juni) mit einem Nettogewinn von 473 Millionen Dollar erstmals wieder schwarze Zahlen. Im vierten Quartal stieg die Gewinnmarge sogar auf 8,5 Prozent (Prognose: vier Prozent).
Besonders zufrieden stimme ihn, betont Schmid, dass die verbesserte Rentabilität des Unternehmens nicht nur aus Kostensenkungen resultiert, sondern auch aus einem deutlichen Umsatzwachstum. »Das zeigt, dass unsere Rückkehr in die Gewinnzone keine reine Sparübung war.« Immerhin hat der Infrastruktur-Anbieter den Umsatz über das gesamte Fiskaljahr um 6,2 Prozent auf 13,9 Milliarden Dollar gesteigert – und das im schwierigen Hardware- Markt. Allerdings verloren 4.000 der vor Jahresfrist noch 37.500 Sun-Mitarbeiter ihren Job.
Niagara 2-Systeme kommen im Herbst
Das Geschäft im deutschen Markt, für das Sun keine Zahlen ausweist, ist nach Auskunft von Schmid analog zur weltweiten Entwicklung verlaufen. Seinen Worten zufolge liegt Deutschland in einigen Bereichen sogar an der Spitze des Wachstums: Etwa bei den Unix-Servern mit »Niagara«-Prozessoren, deren Umsatz weltweit im Jahresvergleich um mehr als 200 Prozent zulegte. Diese Rechner, die 2006 in den Handel kamen, seien hierzulande »sehr erfolgreich im Markt etabliert«, betont Schmid. »Wir konnten mehrere Kunden aus der Telco-Branche wie Vodafone, O2 oder Strato gewinnen, die das System bereits im großen Stil einsetzen.« Besondere Erwartungen knüpft der Marketer daher an die nächste Prozessor-Generation, mit der sich die Performance verdoppeln werde. Die ersten Server mit dem »Niagara 2«-Chip kommen laut Sun »planmäßig im Herbst« auf den Markt.
Zufrieden zeigt sich der Manager auch mit der Einführung der neuen High-End-Server, der »Advanced Product Line«. Schließlich lieferte Sun den allerersten Rechner weltweit an eine Bank aus Deutschland aus. Diese Unix- Systeme, die Sun gemeinsam mit Fujitsu entwickelt hat, stellten die Technologiepartner im April vor. Das Sorgenkind im Portfolio der Nummer vier des weltweiten Server-Markts (siehe Grafik) sind die Speicherprodukte, bei denen das Geschäft nach der StoragetekÜbernahme noch nicht wieder rund läuft.
Was hingegen das Unix-Kerngeschäft von Sun angeht, so macht Schmid dort noch großes Potenzial aus. »Das Segment wurde von Analysten bereits tot gesagt. Wir rechnen dagegen nach wie vor mit einer Aufwärtsentwicklung.« Allein das Unix-Betriebssystem Solaris, mit dem sich Sun als Marktführer sieht, wurde nach den Worten des Managers im abgelaufenen Geschäftsjahr weltweit neun Millionen Mal heruntergeladen.
Die jüngste Kritik von Wettbewerber IBM, die Unix-Strategie von Sun sei nicht einheitlich und stringent (CRN 25/2007, Seite 32), hält Schmid für abwegig. Dass Solaris inzwischen auf unterschiedlichen Hardware-Plattformen wie RISC, x86 oder Mainframe lauffähig sei, darin liege gerade die Stärke der Software. »Um die Binärkompatibilität unserer Systeme beneidet uns IBM.«
______________________________________
INFO
Sun Microsystems GmbH
Sonnenallee 1, 85551 Kirchheim-Heimstetten
Tel. 089 46008-0, Fax 089 46008-2222
de.sun.com