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Aktionswochen „Jeder Stecker zählt!“

Deutschland sammelt E-Schrott

Die Aktionswochen „Jeder Stecker zählt!“ laufen ab heute bis zum 23. März und rücken die richtige Rückgabe von E-Schrott in den Fokus – rund um den Global Recycling Day am 18. März.

Autor: Andrea Fellmeth • 9.3.2026 • ca. 1:45 Min

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© lp-studio – shutterstock.com

In der Theorie ist die Kreislaufwirtschaft ein logistisches Meisterwerk; in der Praxis scheitert sie oft an der sprichwörtlichen „letzten Meile“ – oder besser gesagt: an der ersten Schublade. Unzählige Altgeräte lagern ungenutzt in deutschen Haushalten. Um dieses urbane Rohstofflager zu mobilisieren, setzt die „stiftung ear“ auf eine dezentrale Strategie: Die bundesweiten Aktionswochen bringen Kommunen, Big Player der Tech-Branche und zivilgesellschaftliche Akteure an einen Tisch.

Dezentrales Engagement statt zentraler Verordnung

Der Erfolg der Initiative fußt nicht auf starren Vorgaben, sondern auf lokaler Agilität. Abfallberater, IT-Unternehmen und Vereine füllen das Framework der stiftung ear mit Leben. Ob durch kuratierte Sammelaktionen, Deep-Dives in Schulprojekten oder den Betrieb von Repair-Cafés – die Akteure erreichen die Bürger dort, wo die Hardware ausrangiert wird.

„Die kreativen Impulse vor Ort sind der entscheidende Hebel, um die Rückgabequote von Elektro-Altgeräten signifikant zu steigern“, betont Alexander Goldberg, Vorstand der stiftung ear.

Ein Ökosystem aus Politik und Industrie

Dass das Thema unter dem Label „Aktionswochen“ massiv an Traktion gewinnt, zeigt ein Blick auf das Partner-Board. Die Initiative fungiert als Schnittstelle zwischen staatlichen Organen wie dem Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN), und dem Umweltbundesamt (UBA) sowie einflussreichen Branchenverbänden wie dem Bitkom, dem ZVEI und dem VKU.

Seit dem Launch im vergangenen Jahr hat sich das Netzwerk kontinuierlich erweitert. Neben Entsorgungs-Spezialisten wie Landbell oder Lightcycle sind mittlerweile auch Retail-Riesen wie MediaMarktSaturn und Reparatur-Netzwerke Teil des Ökosystems.

Performance-Check: Von Null auf 200 in zwei Seasons

Die Zahlen aus dem Premierenjahr 2025 belegen den Proof of Concept:

  • Teilnehmer: Über 200 Städte, Institutionen und Unternehmen.
  • Reichweite: Distribution von mehr als 190.000 analogen und digitalen Informationseinheiten.
  • Aktionen: Ein Mix aus physischen Sammelpunkten auf Wertstoffhöfen und digitaler Aufklärung via Social Media und regionalen Portalen.

Open Source Spirit: Kommunikation als Toolkit

Die stiftung ear versteht sich hierbei primär als Plattform-Enabler. Sie liefert den Teilnehmenden ein modulares Kommunikations-Toolkit – kosten- und lizenzfrei. Für die aktuelle dritte Runde wurde das Asset-Portfolio auf Basis von Nutzerfeedback optimiert: Neben klassischen Vorlagen setzt man nun verstärkt auf Video-Content.

Unter dem Titel „Akte E – Reue und Recycling“ rückt das psychologische Phänomen des Horten von alten Elektronikgeräten in den Fokus. Mit einer Prise Humor und technischem Background wird erklärt, warum die fachgerechte Entsorgung mehr ist als bloße Mülltrennung – nämlich die Rückführung kritischer Rohstoffe in den Produktionszyklus.

Die stiftung elektro-altgeräte register (stiftung ear) registriert die Hersteller von Elektro- und Elektronikgeräten und koordiniert die Bereitstellung der Sammelbehälter sowie die Abholung der Altgeräte bei den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern in der Bundesrepublik Deutschland.

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