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Verkaufsgerüchte dementiert

Leica bekommt einen neuen Chef

Andreas Voll übernimmt ab April den Vorstandsvorsitz bei Leica und löst Matthias Harsch ab, dessen Vertrag Ende März ausläuft.

Autor: Michaela Wurm • 16.3.2026 • ca. 2:00 Min

Andreas Voll, Vorstandsvorsitzender der Leica Camera AG
Andreas Voll wird zum 1. April 2026 neuer Vorstandsvorsitzender der Leica Camera AG
© Leica

Der Aufsichtsrat der Leica Camera AG hat Andreas Voll mit Wirkung zum 1. April 2026 zum neuen Vorstandsvorsitzenden (CEO) bestellt. Er wird Nachfolger von Matthias Harsch, dessen Vertrag Ende März ausläuft.

Bis zum Amtsantritt des neuen CEOs wird Harsch die Geschäfte weiter führen und einen geordneten Übergang sicherstellen. Er wird dem Unternehmen darüber hinaus beratend für spezielle Projekte verbunden bleiben.

Matthias Harsch, Vorstandsvorsitzender der Leica Camera AG
Matthias Harsch stand seit 2017 an der Spitze von Leica.
© Leica

Harsch hatte das Unternehmen seit 2017 erfolgreich geführt. Unter seiner Leitung konnte der Kamerahersteller seine Position als weltweit führende Premiummarke im Bereich Fotografie und Optik weiter ausbauen und neue Geschäftsfelder erschließen, wie der Leica-Aufsichtsrat unter Vorsitz von Andreas Kaufmann betonen.

„Tiefes Verständnis für Luxus- und Premiummarken”

Mit der Ernennung von Voll setze Leica auf eine Führungspersönlichkeit mit umfassender internationaler Managementerfahrung sowie ausgewiesener Expertise in den Bereichen Premium-Technologie, Markenführung und strategische Unternehmensentwicklung, betont Kaufmann. „Mit Andreas Voll gewinnen wir eine Persönlichkeit, die unternehmerische Weitsicht, technologische Kompetenz und ein tiefes Verständnis für Luxus- und Premiummarken vereint. Er wird die erfolgreiche Entwicklung von Leica fortführen und gleichzeitig neue Impulse für Innovation und Wachstum setzen“.

Voll war zuletzt CEO der Unternehmensgruppe Fischer im Waldachtal. Zuvor bekleidete er verschiedene Führungspositionen bei der Schweizer Luxusuhren-Manufaktur IWC Schaffhausen, zuletzt als Chief Operating Officer. Seine berufliche Laufbahn startete er in der Unternehmensberatung bei Roland Berger.

Digitale Transformation des Traditionsherstellers

Voll kündigte an, die traditionsreiche und über hundert Jahre alte Marke in eine neue Phase zu führen, die gleichermaßen von technologischer Exzellenz und der Bewahrung der einzigartigen Markenidentität geprägt sein soll: „Leica steht wie kaum ein anderes Unternehmen für Präzision, Handwerkskunst, Design und fotografische Kultur. Es ist mir eine große Ehre, die Verantwortung für dieses außergewöhnliche Unternehmen zu übernehmen. Gemeinsam mit dem Team werde ich die Innovationskraft stärken, die digitale Transformation vorantreiben und die internationale Präsenz weiter ausbauen“, so der neue CEO.

Auf seiner To-Do-Liste steht eine ganze Latte von strategischen Schwerpunkten, die er in seiner Amtszeit abarbeiten will:

Dazu gehören der Ausbau digitaler und vernetzter Imaging-Lösungen, die Weiterentwicklung des Premium-Produktportfolios, die Stärkung der globalen Vertriebs- und Retail-Strukturen, die Intensivierung von Kooperationen in den Bereichen Mobile Imaging und Optik sowie nachhaltige Unternehmensführung und verantwortungsvolle Produktion.

Aufsichtsratschef Andreas Kaufmann, ist auch Mehrheitsanteil an Leica
Aufsichtsratschef Andreas Kaufmann gehört auch der Mehrheitsanteil von Leica
© Leica

Deutsche Ingenieurskunst und traditionelle Fertigung

Leica betonte, dass die einzigartige Verbindung aus deutscher Ingenieurskunst, traditioneller Fertigung in Wetzlar und einer weltweit engagierten Community, verbunden in der Liebe zur Fotografie, auch künftig im Zentrum der Unternehmensstrategie stehen werde. „Unsere Produkte sind mehr als Werkzeuge - sie sind kulturelle Objekte und Ausdruck einer besonderen fotografischen Haltung. Diese DNA wird auch unter der neuen Führung unverändert bleiben“, so Aufsichtsratschef Kaufmann, der mit 55 Prozent auch Mehrheitseigentümer des Kameraherstellers ist. Die restlichen 45 Prozent hält Finanzinvestor Blackstone. Kaufmann erteilte damit auch Spekulationen eine Absage, dass die beiden Eigentümer den Verkauf von Firmenanteilen prüfen würden.