USA verbieten alle Router aus dem Ausland
Die US-Fernmeldebörde FCC untersagt die Einfuhr neuer Router-Modelle für Endverbraucher, die außerhalb der USA gefertigt wurden. Betroffen sind daher auch in Europa entwickelte Router wie zum Beispiel die Fritzbox von AVM.
Mit einer weitreichenden Entscheidung verschärft die US-Fernmeldebehörde FCC (Federal Communications Commission) ihren Kurs zur technologischen Abschottung. Seit Anfang dieser Woche untersagt die Behörde die Einfuhr neuer Router-Modelle für Endverbraucher, die außerhalb der USA gefertigt wurden. Offiziell begründet die FCC diesen Schritt mit massiven Sicherheitsbedenken hinsichtlich der nationalen Netzinfrastruktur.
Wie der FCC-Chef Brendan Carr in seinem Post auf X mitteilt, habe seine Behörde „zusätzliche Maßnahmen ergriffen, um die Amerikaner und die Kommunikationsnetze, auf die wir angewiesen sind, zu schützen".
Weiter heißt es, die Exekutive habe festgestellt, dass im Ausland hergestellte Router „eine Schwachstelle in der Lieferkette darstellen, die die US-Wirtschaft, kritische Infrastrukturen und die nationale Verteidigung beeinträchtigen könnte“ und „ein schwerwiegendes Cybersicherheitsrisiko darstellen, das ausgenutzt werden könnte, um kritische Infrastrukturen der USA unmittelbar und schwerwiegend zu stören und US-Bürgern direkt Schaden zuzufügen“. Das bedeutet, dass neue Modelle von im Ausland hergestellten Routern in den USA nicht mehr vermarktet oder verkauft werden dürfen. Die Festlegung beinhaltete eine Ausnahme für Router, denen das Kriegsministerium (DoW) oder das Ministerium für Innere Sicherheit (DHS) eine „bedingte Zulassung“ erteilt haben, nachdem festgestellt wurde, dass von solchen Geräten keine derartigen inakzeptablen Risiken ausgehen. Hersteller von Routern für Endverbraucher werden ermutigt, einen Antrag auf bedingte Zulassung unter Verwendung der der Entscheidung beigefügten Hinweise einzureichen.
China am stärksten betroffen
Obwohl die Maßnahme primär darauf abzielen dürfte, den Einfluss chinesischer Elektronikkonzerne einzudämmen, zieht das Verbot weite Kreise. Chinesische Anbieter dominieren Schätzungen zufolge derzeit rund 60 Prozent des US-Heimnetzmarktes. Doch die neue Richtlinie unterscheidet nicht nach politischer Gesinnung: Auch europäische High-End-Produkte, wie etwa die des deutschen Herstellers AVM (Fritzbox), fallen unter das Importverbot, sofern die Geräte im Ausland produziert werden.
Bestandsschutz für Altgeräte
Die Anordnung tritt mit sofortiger Wirkung in Kraft, lässt den Bestand jedoch unangetastet, bereits im Land befindliche oder genutzte Router dürfen weiterhin betrieben und verkauft werden. Der Import neuer Modelle ist allerdings ab sofort untersagt.