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Kaisers Kolumne

LinkedIn: Goldgrube oder Zeitfresser?

Ist Linkedin wirklich ein wertvolles Tool für das Geschäft, oder nur eine Plattform, auf der wir Zeit und Nerven lassen, während andere sich verkaufen wollen? Unser Kolumnist Olaf Kaiser wünscht sich mehr Möglichkeiten, den Content zu kuratieren.

Autor: Olaf Kaiser / Redaktion: Michaela Wurm • 27.1.2026 • ca. 2:00 Min

Linkedin auf Smartphone - Editorial use only!
© Primakov - shutterstock.com

Es gibt diese Momente, in denen man sich auf LinkedIn einloggt – in der Hoffnung einen interessanten Beitrag zum Beispiel über Managed Services zu lesen – und nach zehn Minuten weiß man, dass der Algorithmus wieder gewonnen hat. Statt IT-Innovationen und Marktanalysen: ein politischer Empörungs-Kommentar, ein Business-Coach mit einer „Weisheit“ oder der Klassiker: „Heute fahre ich mit dem Zug nach …". Großartig, danke für die Info.

Ich frage mich daher manchmal: Wie wertvoll ist LinkedIn? Ist es wirklich das digitale Schaufenster für Expertise und Kundengewinnung – oder schlicht eine Plattform, auf der wir Zeit und Nerven lassen, während andere sich verkaufen wollen?

Und ich werfe das nicht LinkedIn vor, so wie ich auch niemandem schlechtes Fernsehen vorwerfe, denn ich kann ja abschalten, aber was ist der beste Weg?

Unbestritten ist für mich: LinkedIn ist ein wertvolles Werkzeug. Menschen suchen Orientierung, und LinkedIn kann diese Bühne bieten. Der mögliche Effekt: Sichtbarkeit, Vertrauen, neue Kontakte.

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Die Kehrseite: Die Plattform wird zunehmend mit Inhalten geflutet, die kaum Mehrwert haben. Politische Statements ohne neue Erkenntnisse im schlimmsten Falle Desinformationen, private Erlebnisse oder platte Motivationssprüche lenken ab – und sie erodieren das Vertrauen in den fachlichen Wert des Netzwerks. Das bedeutet: Mehr Aufwand, um die relevanten Stimmen von der inhaltsleeren Kakophonie zu trennen.

Kaisers Kolumne
© connect professional

LinkedIn ist ein offenes Netzwerk.

Jeder darf posten, was er für richtig hält. Das ist gut so. Doch für IT-Dienstleister und für mich als Berater bedeutet es, selektiv und strategisch zu agieren. Wer seine Timeline bewusst kuratiert – durch gezielte Kontakte, Fokussierung auf Fachgruppen und klare Kommunikationsziele – spart Zeit und steigert den Mehrwert.

Doch manchmal frage ich mich, ob es eine Bewegung hin zu diesem weniger hilfreichen Content gibt, anders gesagt: wird es schlimmer? Ich fürchte schon, mit einer stärkeren Nutzung kommen auch mehr ‚Sondereffekte‘.

Hier wünsche ich mir von LinkedIn mehr Steuerungsmöglichkeiten für den Content, der mir angezeigt wird. Vielleicht liest ja jemand mit hilfreichen Kontakten hier mit .

Die Balance macht es aus: Qualität schlägt Quantität

Eine Strategie könnte lauten: Weniger ist mehr. Statt täglich eher austauschbare Posts zu produzieren, lohnt es sich, punktuell tiefgründige Einblicke zu geben. Praxisnahe Case Studies, Einblicke in Sicherheitskonzepte oder klare Stellungnahmen zu Branchentrends bringen nicht nur Sichtbarkeit, sondern schaffen Vertrauen. Und diese dann in einem persönlichen Gewand, das aufzeigt, wer wir sind und nicht nur, was wir zu können glauben.

Fazit: Kein Schwarz-Weiß, sondern Grau

LinkedIn ist weder reiner Goldschatz noch reine Zeitverschwendung. Es ist ein Werkzeug – und wie jedes Werkzeug entfaltet es seinen Wert erst durch den richtigen Einsatz. Für Managed Service Provider heißt das: Weniger scrollen, mehr gestalten. Nicht alles lesen, aber das Richtige posten. Und wenn man dann doch mal über einen „Heute fahre ich Zug“-Beitrag stolpert – einfach weiterscrollen.