Bereit für All-IP?
Die Kosten sprechen für die IP-Migration: Für Netzbetreiber und Service Provider sind mit der geplanten, vollständigen Umstellung bis Ende 2018 erhebliche Einsparungen verbunden.
- Bereit für All-IP?
- Misstrauen gegen All-IP
Die Deutsche Telekom erwartet, dass ein wesentlicher Teil der 1,2 Milliarden Euro Einsparungen bei den Betriebskosten bis 2020 aus All-IP stammen wird. Doch welche Auswirkungen hat der Wechsel auf die Unternehmen und wie lassen sich etwaige Probleme lösen?
Ein Interview mit Stephan Kunze, Domain Leader MLE Enterprise Communication Solutions DACH, und Benjamin Lay, Domain Leader SMB Solutions DACH bei Alcatel-Lucent Enterprise
channelXpert: Herr Lay, Herr Kunze, ein wesentlicher Grund für Anbieter, auf All-IP umzusteigen, sind die signifikanten Einsparungen, die sich aus der Stilllegung der Altsysteme ergeben. Inwiefern sind Unternehmen von der Umstellung betroffen?
Benjamin Lay: Ein einheitliches IP-Netzwerk bietet riesige Vorteile, insbesondere durch Kostensenkungen und die Möglichkeit zur Multimedia-Kommunikation mit Mitarbeitern, Kunden und Geschäftspartnern. Anders als die Service Provider können Unternehmen die herkömmlichen Telefondienste nicht nach und nach ersetzen. All-IP kommt auf jeden Fall, und je schneller die Firmen sich darauf einstellen, desto einfacher wird der Umstieg für sie sein. Es liegt im Interesse aller Beteiligten, dass die Umstellung reibungslos verläuft, deshalb empfehlen wir unbedingt eine enge Zusammenarbeit der Wiederverkäufer mit den Unternehmen.
Stephan Kunze: Jedes Unternehmen, das heute Analog- oder ISDN-Verbindungen einsetzt, muss seine Systeme bis 2018 generell auf IP-Kommunikation umstellen. Dafür müssen alte Telefonsysteme nachgerüstet oder ersetzt werden. Um die Vorteile von All-IP zu nutzen, sollten die Unternehmen möglichst früh damit beginnen, ihre Kommunikation zukunftssicher zu gestalten. Das gibt ihnen ausreichend Zeit sicherzustellen, dass die Altsysteme die Migration nicht behindern. Dieser Umstieg kann die Abläufe im Unternehmen empfindlich stören - aber nur, wenn die Firmen die Auswirkungen unterschätzen und es versäumen, rechtzeitig vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen. Natürlich unterstützen viele neuere Systeme bereits IP. Es lohnt sich also, das derzeit installierte Kommunikationssystem zu überprüfen. Unsere Systeme sind alle für All-IP vorbereitet.