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White-Label-Lösungen

Rechtliche Vorgaben

Autor: Christoph Wichmann Redaktion: Stefan Adelmann • 18.12.2017 • ca. 1:30 Min

Doch warum sollte man ein System demontieren, das über viele Jahre erfolgreich war? Die Antwort liefert ein Blick auf die Entwicklungen des Festnetz- und Mobilfunkbereichs, die unabhängig voneinander verlaufen sind. Festnetz und Mobilfunk waren bisher technisch strikt vom TK-System getrennt und allenfalls durch eine FMC-App (Fixed Mobile Convergence) auf dem Handy mit relativ niedrigem Level an das Festnetz angebunden. Zudem war ISDN eine klar definierte Schnittstelle, an die sich die Hersteller angepasst haben. Damit markierte ISDN zugleich die Grenze der Verantwortlichkeit für das Systemhaus. Das Resultat dieser klaren Zuständigkeitsgrenzen: Der Anwender war in erster Instanz Kunde des Systemhauses. Das früher eindeutig markierte Revier der Systemhäuser verschwindet nun. Gründe, aus denen diese dennoch zögern, selbst als Anbieter unter eigener Marke aufzutreten, sind beim Betrieb und Billing der Services sowie bei rechtlichen Hürden zu suchen. Schließlich gibt es einige Formalien zu beachten. Bei den Anforderungen für Nachweise über speziellere gesetzliche Vorgaben wie etwa der Sicherheitsverletzungsmeldung sollte der Enabler, also der Anbieter des White-Label-Portfolios, das Systemhaus unterstützen. Dies gilt auch für Verträge und Formulare, deren Erstellung und Anpassung wiederkehrende Aufgaben sind. Der Anbieter sollte darüber hinaus entsprechende Dokumente vorhalten.

Zusammenfassend lässt sich heute sagen, dass der TK-Markt kein Wachstum mehr generiert. Er verändert sich und verschiebt sich hin zur IT. Innerhalb des stagnierenden Marktes werden Umverteilung, Verdrängung und Konsolidierung immer mehr das Tagesgeschäft prägen. Die bisherigen Partner aus der Vergangenheit konkurrieren im Verdrängungswettbewerb mit den Systemhäusern. Insbesondere große Netzbetreiber sind in diesem Zusammenhang zu nennen, da All-IP die integrierten Dienste von Cloud-Anbietern und Carriern stärkt. Der entscheidende Trumpf der Systemhäuser: Sie arbeiten nah am Kunden und haben einen starken lokalen Vertrieb – White-Label-Lösungen sollen genau an diesen Punkten ansetzen. 

Christoph Wichmann ist Geschäftsführer von Voiceworks Deutschland

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