Neue Server sparen Strom und Geld
Der Austausch älterer x86-Server durch neue amortisiert sich spätestens nach zwölf Monaten. Allein für den Stromverbrauch der Hardware zahlen Anwender mehr, als sie die Investition in energieeffizientere Server-Systeme kostet. Zu dieser Einschätzung kommt die Experton Group in einer aktuellen Forschungsnotiz.
Anwender können die Kosten für das Upgrade auf die neuste x86-Server-Technologie innerhalb von zwölf Monaten wieder hereinholen. Diese Einschätzung vertritt die Experton Group in einer Forschungsnotiz. Unter Umständen erreiche ein Unternehmen den Return on Investment (ROI) sogar schon nach drei Monaten. Möglich sei das, weil Server der neusten Generation deutlich weniger Strom verbrauchen als ihre Vorgängermodelle. »Dank der technologischen Fortschritte, die in den vergangenen drei Jahren gemacht wurden, sind alleine die Stromkosten für die Versorgung drei Jahre alter und älterer Server so hoch wie die Investitionen in Ersatzausrüstung«, erläutert Hal Kreitzman, Advisor bei der Experton Group.
Alte Hardware verursacht somit innerhalb eines Jahres mindestens ebenso hohe, wenn nicht gar höhere Stromkosten, als Anwender für die Anschaffung neuer Rechner zahlen. Im Umkehrschluss heißt das, wie Kreitzmann betont: »Der Kauf neuer Lösungen kostet heute weniger als die Aufwendungen für die Energieversorgung veralteter Hardware.« Wesentlicher Grund für die Einsparungen ist die deutlich höhere Leistung, die die neusten Server-Prozessoren bei gleicher Energieaufnahme gegenüber älteren Chips liefern.
Laut dem Experton-Papier kann ein Intel Xeon-Prozessor der jüngsten Generation nahezu das Sechsfache an Rechenoperationen pro Watt ausführen wie ein drei Jahre alter Halbleiter. Somit bewältigen 24 Server rein rechnerisch die gleichen Workloads, für die in einer älteren Konfiguration 140 Rechner erforderlich waren. Daraus ergibt sich eine Energieeinsparung von 87 Prozent. Die Kalkulation berücksichtigt weder die Energie-Management-Funktionen der neuen Prozessoren noch den Einsatz von Virtualisierungs-Software.
Tatsächlich sprach Intel-Deutschlandchef Hannes Schwaderer beim Launch der Xeon 5500-Technologie im März vom größten Entwicklungssprung bei Server-CPUs, »seit wir im Jahr 1995 mit dem Intel Pentium Pro in dieses Marktsegment eingestiegen sind«. Nahezu zeitgleich präsentierten Hersteller wie Dell, Fujitsu, HP, IBM oder Sun entsprechende Server-Angebote mit den neuen Chips. Bei den massiven Verbesserungen in punkto Energiebilanz müssten ihnen die Produkte eigentlich aus den Händen gerissen werden. Wegen der Wirtschaftskrise wird 2009 für das Server-Geschäft aber wohl das schlechteste Jahr der Geschichte. Die Analysten von IDC rechnen für Europa mit einem Einbruch der Erlöse um ein Drittel.
»Was einige Kunden zurzeit daran hindert, neue Server zu kaufen, ist die Tatsache, dass sie erst einmal Geld ausgeben müssen, um von den Vorteilen profitieren zu können«, erläutert Klaus Rumsauer, Director Enterprise Server & Storage bei HP Deutschland. Durch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gelangten Kunden zurzeit aber schlecht an die notwendigen Kredite. Grundsätzlich teilt der Server-Chef von HP aber die Einschätzung der Experton Group: »Beim Austausch von Proliant-Servern der Generation 4, der aktuell durch den Abschreibezyklus ansteht, ist sogar ein Return on Investment innerhalb von vier Monaten möglich.«
Das von Rumsauer skizzierte Dilemma der Kunden macht deutlich, wie wichtig es für Anwender und für die sie betreuenden Fachhändler ist, sich mit den Finanzierungsoptionen einer Server-Modernisierung zu befassen. Diesen Aspekt betont auch die Experton Group: Gemeinsam mit Herstellern wie Fujitsu, HP oder IBM, die Finanzierungen für Hardware bereitstellen, lassen sich Leasing-Pakete schnüren. So müsse ein Unternehmen »nicht die eigenen Kapitalreserven angreifen«, sagt Experton-Advisor Kreitzman. Beispielsweise bietet HP die Möglichkeit eines Null-Prozent-Leasings und den Rückkauf bereits installierter Server an. »Damit können Kunden flexibel planen, müssen die Investitionen nicht im Voraus tätigen und bekommen durch den Rückkauf sogar neues Geld in die Kasse«, beschreibt Rumsauer die Vorteile.
Nicht zuletzt weist der Vertriebsmann darauf hin, dass der Austausch alter Server gegen neue Hardware allein aber nicht mehr ausreiche. Im Gegensatz zu klassischen Generationswechseln sei es heute wichtiger denn je, die Server nicht isoliert, sondern im Zusammenspiel mit Storage-, Virtualisierungs- und Managementlösungen zu betrachten: »Will der Kunde das Potenzial vollkommen ausschöpfen und die maximale Effizienz erreichen, ist eine ganzheitliche Lösung nötig. Damit werden die Projekte für Reseller zunehmend komplexer«