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Leitbild „Transform & Grow“

Strategische Neuausrichtung bei O2 Telefónica Deutschland

Eine schlankere Führung bei O2 Telefónica Deutschland soll die „Transform & Grow“-Strategie des TK-Anbieters beschleunigen.

Autor: Thomas Joos | Redaktion: Andrea Fellmeth • 31.3.2026 • ca. 1:55 Min

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Jörg Kablitz, Markus Rolle, Santiago Argelich Hesse, Nicole Gerhardt, Mallik Rao, Valentina Daiber und Andreas Laukenmann (v. li.). Laukenmann verlässt das Unternehmen zum 31. August.
© Telefónica Deutschland

Der Aufsichtsrat von Telefónica Deutschland hat die Weichen für eine umfassende operative Restrukturierung gestellt. Mit einem von sieben auf sechs Köpfe verkleinerten Vorstand und einer neuen Ressortverteilung reagiert der TK-Riese auf den steigenden Druck im Infrastrukturmarkt. Im Fokus steht die Verzahnung von Netztechnik, IT und Vertrieb.

In einer Aufsichtsratssitzung hat die Telefónica Deutschland Holding AG das Führungsteam für die kommenden Jahre definiert. Knapp sechs Monate nach der Vorstellung des globalen „Transform & Grow“-Leitbilds der Konzernmutter folgt nun die personelle und strukturelle Implementierung in Deutschland. Die Botschaft: Weniger Hierarchie, mehr technologische Integration.

COO Mallik Rao rückt näher ins Zentrum

Die wohl signifikanteste Änderung betrifft das Ressort von Mallik Rao. Der bisherige Chief Technology & Enterprise Officer übernimmt als Chief Operating Officer (COO) zusätzliche Verantwortung für die Bereiche Customer Service und Sales (CSS) sowie Omnichannel (OC).

Damit bündelt Telefónica die gesamte technische Infrastruktur (Netz und IT) mit den kundenorientierten Service-Einheiten unter einem Dach. Dieser Schritt verzahnt die digitale Customer Journey enger mit der darunterliegenden Architektur, was zu mehr Agilität führen dürfte.

CEO-Ressort übernimmt B2B-Geschäft

Auch CEO Santiago Argelich Hesse, der erst im Januar das Ruder übernahm, erweitert seinen direkten Einflussbereich. Zusätzlich zu den Einheiten Citizens (Privatkunden) und Partners (Wholesale) berichtet künftig auch die Market Unit Enterprises (B2B) direkt an den Vorstandsvorsitzenden. Diese Zentralisierung unterstreicht die strategische Bedeutung des Firmenkundengeschäfts im Kontext von 5G-Campusnetzen und digitaler Souveränität.

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© O2 Telefónica

Abgänge und Kontinuität

Die Verschlankung der Führungsebene führt auch zu personellen Veränderungen: Alfons Lösing, der über drei Jahrzehnte das Partnergeschäft prägte, scheidet planmäßig zum 31. März 2026 aus. Sein Nachfolger Jörg Kablitz übernimmt ein Kerngeschäftsfeld, das als wesentlicher Wachstumstreiber der letzten Jahre gilt.

Andreas Laukenmann (Privatkunden) verlässt das Unternehmen auf eigenen Wunsch zum 31. August 2026, nachdem sein Ressort im Zuge der neuen Struktur umgebaut wurde. Bis dahin soll er das Privatkundengeschäft weiter stabilisieren.

Transformation statt nur Verwaltung

Mit der Verlängerung der Verträge von Markus Rolle, Valentina Daiber und Nicole Gerhardt bis 2029 will der Aufsichtsrat für Stabilität im Backoffice sorgen, während die operativen Einheiten (Front-End) massiv umgebaut werden.

„Die Neuausrichtung ist der Startschuss für die Transformation in einer wichtigen Phase“, so CEO Argelich Hesse. „Sie wird es uns ermöglichen, die technologischen und gesamtwirtschaftlichen Veränderungen aktiv zu adressieren.“

Für IT-Entscheider bedeutet dieser Umbau vor allem eines: Telefónica setzt konsequent auf eine Plattform-Strategie, bei der Technik und Vertrieb nicht mehr als getrennte Silos agieren. Ob diese Vereinfachung ausreicht, um sich gegen die Deutsche Telekom und Vodafone im harten Wettbewerb um Marktanteile und technologische Souveränität zu behaupten, wird die Umsetzung der „Transform & Grow“-Roadmap in den kommenden 24 Monaten zeigen müssen.