Sonova will Sennheisers Kopfhörer-Sparte loswerden
Der Schweizer Hörsystem-Spezialist Sonova vollzieht eine überraschende strategische Korrektur: Nur vier Jahre nach der 200-Millionen-Euro-Übernahme der Sennheiser-Consumer-Sparte steht das Geschäft mit Kopfhörern und Soundbars erneut zum Verkauf.
Vier Jahre nach dem prestigeträchtigen Zukauf trennt sich der Schweizer Konzern Sonova wieder von der Kopfhörer-Marke Sennheiser. Ziel des Veräußerungsprozesses sei eine „strategische Schärfung“ des eigenen Portfolios, hieß es aus der Unternehmenszentrale. Wie das Unternehmen in Stäfa mitteilte, wolle man sich künftig wieder konsequent auf das margenstarke Kerngeschäft mit Hörgeräten konzentrieren.
190 Mitarbeiter in der Wedemark sollen mit wechseln
Die jetzt zum Verkauf stehende Sparte hat Sonova zufolge rund 600 Mitarbeitende, davon 190 am Sitz in der Wedemark bei Hannover. Ändern solle sich für sie nichts, sagte eine Sprecherin. „Idealerweise gelingt es, einen Partner zu finden, der das Potenzial der traditionsreichen Marke voll ausschöpfen kann.“ Das Tagesgeschäft bleibe unverändert. „Produktlinien, Servicelevels, Lieferzusagen und Ansprechpartner bestehen fort.“ Die Sennheiser-Gruppe selbst, die die Sparte einst an Sonova verkauft hatte, ist von den Plänen der Schweizer nicht betroffen, wurde aber im Vorfeld unterrichtet.
Die Entscheidung markiert das Ende einer Ambition, Synergien zwischen Lifestyle-Audio und Hörgerätetechnologie im großen Stil zu hebeln. Während Sonova nun nach dem „bestmöglichen Eigentümer“ sucht, zeigt sich die ursprüngliche Muttergesellschaft in der Wedemark unbeeindruckt: Eine Rückkehr der Consumer-Sparte unter das Dach der Sennheiser-Gruppe schloss eine Sprecherin kategorisch aus. Man wolle den Fokus weiterhin exklusiv auf das professionelle Audiogeschäft legen.
Für 200 Millionen Euro im Jahr 2022 gekauft
Sonova hatte dem Familienunternehmen Sennheiser im Jahr 2022 die Kopfhörer-Sparte für 200 Millionen Euro abgekauft, samt Lizenz zur Nutzung des Markennamens. Die übrigen Geschäftsfelder mit professionellen Audiolösungen wie Mikrofone und Konferenztechnik verblieben bei der Sennheiser-Gruppe.