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Event in Hamburg

OMR 2026: Vom Kiez-Festival zur Plattform der Digitalwirtschaft

OMR ist längst mehr als ein Marketing-Event. Zwischen KI-Suche, digitaler Souveränität und Regulatorik positioniert sich das Festival 2026 als Orientierungspunkt für Marketing, IT, Sales und Management – mit wachsender Relevanz für den Business-Alltag.

Autor: Diana Künstler • 31.3.2026 • ca. 4:20 Min

OMR
© JulianHukePhotography
Inhalt
  1. OMR 2026: Vom Kiez-Festival zur Plattform der Digitalwirtschaft
  2. Imaging @ OMR: Masterclasses am 4. Mai

OMR (auch bekannt als „Online Marketing Rockstars“) ist 2026 nicht nur Festival, sondern längst eine Plattform für die Digitalwirtschaft. Torben Lux, Redakteur und Lead Festival Programming bei OMR, beschreibt das Unternehmen im Gespräch mit connect professional entsprechend auch nicht primär als Veranstalter, sondern als „Medienunternehmen mit Fokus auf Digitalwirtschaft“. Das Festival sei dabei zwar eines der wichtigsten Produkte, aber eben nur ein Baustein im Gesamtmodell aus Redaktion, Podcasts, Education-Angeboten, Jobs und der Bewertungsplattform OMR Reviews.

Gerade diese Breite ist für Business-Entscheider relevant: OMR besetzt nicht nur ein Event, sondern zunehmend die gesamte Informations- und Entscheidungsstrecke – von Inspiration bis zur konkreten Toolauswahl. Diese Entwicklung spiegelt auch der Weg der Veranstaltung selbst wider: vom Club- und Kiez-Event über das Theater bis hin zur Messe. Ein Schritt, der laut Lux entscheidend war, „um sich auch ein bisschen seriöser präsentieren zu können“. Festival bleibt OMR bewusst, aber nicht im klassischen Sinne: „Wir sind kein Musikfestival und Party steht nicht im Vordergrund.“

OMR Festival 2026

  • Wann: 5. und 6. Mai 2026
  • Wo: Hamburg Messe
  • Was: Festival für Digitalwirtschaft, Marketing und Technologie mit Konferenzbühnen, Masterclasses, Expo, Guided Tours und Side Events in der ganzen Stadt
  • Für wen: Marketing- und IT-Entscheider, Digitalverantwortliche, Gründer, Sales-, HR- und Management-Teams
  • Highlights: Top-Speaker aus Tech, Marketing und Politik, Trendthemen wie KI, digitale Souveränität und Plattformökonomie
  • Tickets: Begrenzt verfügbar (betrifft die Masterclasses); mehr Infos unter https://omr.com/de
OMR
Festivalstimmung mitten in Hamburg: Rund um das OMR-Gelände an der Messe kommen Tausende Besucher:innen zusammen – zum Austausch, Netzwerken und um sich von neuen Ideen inspirieren zu lassen.
© JulianHukePhotography

KI, Sichtbarkeit und Politik verändern die Agenda

Inhaltlich zeigt sich, wie stark sich die Themenlandschaft verschoben hat. Klassische Marketingfragen bleiben relevant: Suchmaschinenranking, Plattformwerbung, CRM, E-Mail-Marketing, Tool-Auswahl oder Influencer-Marketing. Doch darüber liegt 2026 eine zweite Ebene, die für Unternehmen strategisch deutlich wichtiger geworden ist.

Ein zentrales Thema ist die Auffindbarkeit in KI-Systemen. Lux zieht dafür selbst eine Parallele zur frühen SEO-Phase: Früher lautete die Kernfrage, wie man bei Google oben landet. Heute fragen Unternehmen, wie sie in KI-Antworten sichtbar werden. Genau darin sieht OMR aktuell eine der größten Marktbewegungen. „Die Suche shiftet gerade“, sagt Lux. Viele Unternehmen wollen „nicht zu spät reagieren“, weil sie das Gefühl haben, dass sich das Informationsverhalten verändert. Eine einfache Antwort gebe es aber noch nicht: „Wie sieht die KI-Suche in Zukunft aus? Kann man nicht geben, weil einfach zu viel Bewegung drin ist.“

Torben Lux, OMR
Torben Lux, Redakteur und Lead Festival Programming bei OMR: „Wir sind kein Musikfestival. Wir sind ein Ort für relevante Businessfragen.“
© OMR

Damit trifft OMR einen Nerv, der weit über Marketingabteilungen hinausgeht. Denn wer in KI-Suchen nicht vorkommt, verliert perspektivisch Sichtbarkeit, Reichweite und womöglich Geschäft. Für die Business-Praxis ist das kein Hype mehr, sondern eine neue Form digitaler Marktpräsenz.

Die vielleicht wichtigste Verschiebung: Marketing lässt sich nicht mehr isoliert betrachten. Die Themen greifen zunehmend in IT, Organisation und Strategie hinein. OMR trägt dieser Entwicklung Rechnung – etwa durch stärkere Einbindung politischer und regulatorischer Perspektiven oder durch Themen wie digitale Souveränität. Lux beschreibt eine Veränderung im Mindset vieler Unternehmen: „Die spannendste Entwicklung ist, dass Unternehmen plötzlich über Abhängigkeiten nachdenken.“ Das zeigt sich exemplarisch an Diskussionen rund um eigene Infrastrukturen oder alternative Plattformansätze. Gleichzeitig rücken regulatorische Themen – von KI-Gesetzgebung bis Cybersicherheit – stärker in den Fokus.

Auch neue Start-up-Trends wie Defense Tech oder geopolitische Einflüsse auf die Digitalwirtschaft finden ihren Platz im Programm. OMR wird damit zum Spiegel eines Marktes, in dem Technologie-, Geschäfts- und Politikfragen immer enger miteinander verwoben sind.

Relevanz wächst weit über Marketingteams hinaus

Genau deshalb will OMR 2026 stärker Orientierung geben. Mit den neuen „Journeys“ bündelt das Festival Inhalte erstmals thematisch – etwa in Bereichen wie „AI & Tech“ oder „Politics“ – und sollen so die Orientierung im Content-Überangebot erleichtern. Das helfe Torben Lux zufolge, die enorme Menge an Bühnenprogramm, Masterclasses, Guided Tours, Side Events und Ausstellern besser auf konkrete Zielgruppen herunterzubrechen.

Gerade für IT-nahe Zielgruppen sei das relevant. Denn inzwischen würden auch politische und regulatorische Entwicklungen eine wachsende Rolle spielen. Das Festival greift deshalb bewusst Themen auf, die „nicht im Kern Marketing“ sind, aber die Digitalwirtschaft stark beeinflussen – von Ministerperspektiven bis zu Defense Tech, von KI-Kritik bis zu Souveränitätsfragen.

Das zeigt sich auch an den geplanten Namen. Lux verweist unter anderem auf Meredith Whittaker von Signal als pointierte Stimme für Datenschutz und KI-Kritik. Ebenso hebt er Rolf Schumann von Schwarz Digits hervor. Dessen Auftritt steht für die Frage, wie ernst Unternehmen das Thema digitale Souveränität inzwischen nehmen.

OMR
Stets bekannte Gesichter auf der OMR – wie hier im vergangenen Jahr in Hamburg: Gerard Piqué, früher Weltklasse-Fußballer beim FC Barcelona, ist heute Unternehmer. Er besitzt den FC Andorra, gründete die Sport- und Medienholding Kosmos und hat mit der „Kings League“ eine neue, unterhaltsame Fußballliga ins Leben gerufen.
© Dominik Schreiner DOM

Zwischen Inspiration und Umsetzung

Für OMR liegt genau darin die Business-Relevanz: Das Festival soll nicht nur inspirieren, sondern konkrete Anschlussfähigkeit für den Arbeitsalltag liefern. Die großen Bühnen setzen laut Lux eher auf Impulse, Thesen und strategische Perspektiven; Masterclasses dagegen gehen operativer in die Tiefe. Dort werde anhand von Cases gezeigt, warum Unternehmen bestimmte Tools nutzen und wie Besucher daraus „im Idealfall für den nächsten Arbeitstag“ etwas mitnehmen können.

Torben Lux: „Am Ende geht es immer um dieselbe Frage: Was bedeutet das für mein Geschäft?“

Damit adressiert OMR zunehmend nicht nur Marketer, sondern auch Führungskräfte, IT-Verantwortliche, HR-Teams und Unternehmen, die ihre Digitalisierung neu sortieren müssen. Lux will sich daher bewusst auf keine Branche festlegen. Seine Überzeugung: Jedes Unternehmen, das „ein bisschen Inspiration braucht“, kann profitieren. Besonders dann, wenn es noch nicht vollständig durchdigitalisiert ist. Wie sich diese Entwicklungen konkret auf Content-Produktion, Bildstrategien und technologische Workflows auswirken, zeigt beispielsweise ein Blick auf die Imaging-Masterclasses im Umfeld der OMR (s. Teil II dieses Artikels).

Entscheidend ist aus seiner Sicht allerdings die Vorbereitung. Wer die OMR besuchen will, sollte nicht erst vor Ort anfangen zu sortieren. „Es gibt alles“, sagt Lux über das Angebot. Deshalb sei es sinnvoll, sich vorab zwei oder drei feste Ankerpunkte pro Tag zu setzen. Sonst werde man schnell erschlagen. Oder, wie er es sehr direkt formuliert: „Was ich nicht empfehlen würde, wäre es, erst wenn man vor Ort ist zu überlegen: Was mache ich eigentlich?“

Unterm Strich ordnet sich OMR 2026 damit in ein Marktumfeld ein, in dem Marketing, IT, Regulierung und Plattformökonomie immer stärker verschmelzen. Wer verstehen will, wie sich Sichtbarkeit, Tools, Datenhoheit und digitale Geschäftsmodelle neu sortieren, findet in Hamburg längst mehr als ein Festival – eher einen Seismografen für die zentralen Business-Themen der Digitalwirtschaft.