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Enterprise Mobility

Samsung setzt im B2B auf Security, Services und AI

Samsung richtet seine Mobility-Strategie zunehmend auf den Enterprise-Markt aus. Security-Plattformen, Managed Services, Rugged-Devices und KI sollen Unternehmen entlasten und neue Produktivitätspotenziale erschließen. Zwei Samsung-Manager erklären, wohin sich der Markt entwickelt.

Interview: Dirk Waasen / Redaktion: Diana Künstler • 16.3.2026 • ca. 5:05 Min

Samsung MWC 2026
Samsung-Stand auf dem MWC 2026
© Samsung Electronics

Mobile Endgeräte sind längst mehr als Smartphones für unterwegs. In Unternehmen entwickeln sie sich zunehmend zu zentralen Arbeitswerkzeugen – vom sicheren Zugriff auf Unternehmensdaten bis hin zum Ersatz klassischer PCs in bestimmten Einsatzszenarien. Gleichzeitig wächst der Bedarf an professionell gemanagten Mobility-Lösungen, weil vielen Unternehmen die eigenen IT-Ressourcen fehlen.

Samsung will diese Entwicklung aktiv mitgestalten. Neben leistungsfähiger Hardware setzt der Hersteller im Enterprise-Segment vor allem auf Sicherheitsplattformen, Mobility-Services und ein Partner-Ökosystem rund um die Knox-Suite. Auch Themen wie Rugged-Devices für anspruchsvolle Einsatzbereiche, digitale Identitäten und der Einsatz von künstlicher Intelligenz im Device-Management gewinnen an Bedeutung.

Im Gespräch mit connect professional erläutern Tuncay Sandikci, Director MX B2B bei Samsung Electronics, und Björn Schönfeldt, Director MX B2B Carrier, wie Samsung den B2B-Markt adressiert, welche Rolle Managed Services spielen und warum Smartphones künftig noch stärker zum zentralen Arbeitsplatz werden könnten.

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Marktentwicklung und Managed Services

connect professional: Wie hat sich bei Samsung der Fokus Richtung Enterprise entwickelt? Unterscheidet sich Hardware im B2B-Umfeld deutlicher voneinander als im Endkundengeschäft?

Tuncay Sandikci: Unser Anspruch ist es, den Markt technologisch und lösungsorientiert aktiv zu gestalten, statt nur auf Anforderungen zu reagieren, natürlich gemeinsam mit unseren Partnern. Wir sehen neben dem reinen Hardwaremarkt auch Potenzial, gerade im Bereich Security. Auch das Thema Mobility Services ist ein riesiges Wachstumsfeld.

connect professional: Wie ordnen Sie die Bedeutung dieses Wachstumsfeldes ein?

Tuncay Sandikci: Der Markt wächst überproportional stärker als der klassische Managed-Service-Markt. Neben dem Hardwaregeschäft sehen wir auch großes Potential im Servicebereich, etwa bei Security. Ein wesentlicher Treiber ist der Fachkräftemangel. Unternehmen haben kaum IT-Fachkräfte; im Mittelstand ist das noch ausgeprägter. Wenn sie Fachkräfte haben, werden diese oft für AI-Projekte allokiert. Dann ist der Druck groß und viele Kunden sagen: „Lieber Partner, lieber Systemintegrator, das ganze Mobility-Thema ist mir wichtig, aber es muss gut gemanagt und sicher sein. Das möchte ich in eure Hände übergeben.“

Tuncay Sandikci, Samsung
Für Unternehmen gewinnen gemanagte mobile Lösungen zunehmend an Bedeutung, betont Tuncay Sandikci, Director MX B2B bei Samsung Electronics: „Auch das Thema Mobility Services ist ein riesiges Wachstumsfeld.“
© Samsung Electronics

Björn Schönfeldt: Wir haben ein umfassendes Ökosystem um das Endgerät herum aufgebaut, dessen Herzstück die Samsung Knox Plattform ist. Hier treiben wir die Weiterentwicklung kontinuierlich voran. Als ich 2014 zu Samsung kam, gab es Knox 1.0. Mit Knox 3.0 haben wir mittlerweile eine vollumfängliche Suite geschaffen. Die Bandbreite, die wir anbieten, geht über das Thema Deploy und Manage hinaus bis hin zu produktiven Anwendungen wie Barcode-Scanning oder Kiosk-Modi. Das ist für B2B-Kund*innen unglaublich viel Power für einen interessanten Preis.

Hardware-Innovationen und Ruggedized Devices

connect professional: Wo liegen im B2B-Umfeld derzeit die Schwerpunkte bei der Geräteauswahl im Vergleich zum Privatkunden

Björn Schönfeldt: Während im B2C-Bereich Kamera und Akku dominieren, sind im B2B Sicherheit und Verwaltbarkeit die zentralen Kaufkriterien. Wir raten unseren Kund*innen zur Enterprise Edition. Hier erhalten sie garantierte Security-Updates, einen festen Produktlebenszyklus zur Nachkaufbarkeit und ein Jahr lang die Knox Suite kostenfrei dazu. Unsere Empfehlung ist klar: Setzt das Thema Sicherheit an erste Stelle.

Gerade haben wir die Samsung Galaxy S26-Serie für den Business-Einsatz gelauncht. Die neue Enterprise Edition kommt mit erweiterten Galaxy AI-Funktionen für hohe Produktivität im Arbeitsalltag. Außerdem ist das Galaxy S26 Ultra das weltweit erste Smartphone mit integriertem Privacy Display zum Schutz der Privatsphäre – ideal für anspruchsvolle User*innen, die viel unterwegs sind.

Tuncay Sandikci: Wir sehen auch den Trend zu Ruggedized-Geräten. Früher hat man eher versucht, mit Hüllen zu arbeiten. Jetzt kommen immer mehr Rugged-Geräte zum Einsatz, weil sie nicht nur robuster, sondern auch mit Handschuhen bedienbar sind und programmierbare Knöpfe haben. Wir haben in diesem Bereich seit Jahren zweistellige Wachstumsraten, weil die Einsatzszenarien gewachsen sind – zum Beispiel bei der Polizei, Bundeswehr, Feuerwehr oder der Caritas.

connect professional: Kann ein mobiles Endgerät heute wirklich den Laptop ersetzen, beispielsweise durch DeX oder Foldables?

Björn Schönfeldt: Mein bestes Beispiel ist die Samsung Galaxy Z Fold-Serie. Mit einem Z Fold7 haben Sie im Prinzip Ihren PC in der Tasche. Man kann auf dem faltbaren Screen hochproduktiv arbeiten oder das Gerät über Samsung DeX an einen Monitor anschließen, um eine Windows-ähnliche Desktop-Oberfläche zu nutzen. Aus B2B-Sicht sind Kleinunternehmer*innen, Rechtsanwält*innen oder Journalist*innen prädestiniert dafür, weil es ein Produktivitätstool ist.

Tuncay Sandikci: Es gibt Kund*innen, die bereits Notebooks oder Desktop-PCs durch DeX ersetzt haben. Das ist in der Retail-Branche bereits gelebte Praxis: Filialleitende nutzen das Smartphone für Warenbestellung, Scannen und Inventur. Wenn sie in ihr Büro gehen, haben sie dort einen Monitor und schließen das Gerät kabellos oder über eine Dockingstation an. Sie arbeiten dann ohne PC an einer Desktop-Oberfläche weiter. Früher brauchte man dafür eine Dockingstation mit Lüfter, heute geht das kabellos und die Technologie ist mittlerweile so ausgereift, dass Unternehmen es intensiv nutzen.

Sicherheit, Behörden und die Zukunft der Identität

connect professional: Samsung arbeitet in Deutschland sehr eng mit staatlichen Stellen zusammen. Wie tief geht diese Kooperation beim Thema Sicherheit?

Tuncay Sandikci: Das Thema Sicherheit ist ein zentraler Punkt für Behörden. Das BSI nutzt nur zugelassene Lösungen für VS-NfD (Verschlusssache – Nur für den Dienstgebrauch). Samsung ist hier seit Jahren zugelassen. Zudem erkennt das BSI die Zertifizierungen der koreanischen KISA (Korea Internet & Security Agency) an und umgekehrt. Das ist eine starke Partnerschaft zwischen den beiden Ländern.

Björn Schönfeldt: Durch EU-Richtlinien ist der Datenverkehr zwischen Europa und Südkorea einem EU-Land gleichgestellt. Wenn wir Daten von EU-Kund*innen speichern, tun wir das zu EU-Konditionen. Ein weiterer Trend ist die Smart ID. Bis 2027 müssen alle EU-Länder eine Wallet mit einer elektronischen Identität zur Verfügung stellen. Wir wollen physische Karten, wie die Zugangskarte fürs Büro, über eine E-ID in einer Wallet abbilden. Das wird über die NFC-Schnittstelle und ein embedded Secure Element im Gerät hochsicher gelöst. Wir sind dabei, mit der Telekom Security ein Produkt zu entwickeln, um klassische physische Badges über E-ID abzubilden.

Björn Schönfeldt, Samsung
Künstliche Intelligenz wird aus Sicht von Samsung zu einem wichtigen Innovationstreiber im Enterprise-Markt, sagt Björn Schönfeldt (re.), Director MX B2B Carrier: „Das Thema AI wird den B2B-Markt noch mal richtig in Schwung versetzen.“ Im Bild im Gespräch mit Dirk Waasen.
© connect professional

Managed Services und Künstliche Intelligenz

connect professional: Wie unterstützen Sie Partner und Kunden im Bereich Managed Services?

Tuncay Sandikci: Wir haben mittlerweile 1,1 Millionen Endgeräte in Deutschland in unserem MSP-Programm (Managed Service Provider), was wir vor drei Jahren gestartet haben. Wir arbeiten mit rund 100 Partnern zusammen, die die komplette Verwaltung für ihre Kund*innen übernehmen. Das Portal ist für die Partner kostenlos, und es erlaubt hybride Modelle, bei denen sowohl Partner als auch Kund*innen Zugriff haben.

connect professional: Welche Rolle spielt Künstliche Intelligenz künftig in diesem Umfeld?

Tuncay Sandikci: Wir wollen verstärkt AI-Agenten in unsere Management-Portale integrieren. Ziel ist es, Prozesse wie Lifecycle-Management oder Sicherheitsupdates vollständig zu automatisieren, sodass die AI Probleme erkennt und löst, bevor ein manueller Eingriff nötig ist.

Björn Schönfeldt: Unsere Empfehlung lautet, das über ein Plugin ins Device Management einzubauen, damit Policies auf AI-Verwendung gesetzt werden können. Wenn Unternehmen keine Daten über AI in die Cloud schicken wollen, können sie das per Policy deaktivieren. Vieles läuft bei uns lokal auf dem Gerät, etwa die Live-Übersetzung, dafür braucht es keine Cloud. Das Thema AI wird den B2B-Markt noch mal richtig in Schwung versetzen. Davon bin ich überzeugt.

connect professional: Vielen Dank für dieses ausführliche Gespräch.