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Studie zur zivil-militärischen Kooperation

Digitale Logistikplattform für NATO-Einsätze

Eine Studie von MHP, BwConsulting und dem Zentrum Nachhaltige Transformation analysiert, wie Deutschland als logistische Drehscheibe der NATO im Krisenfall effizienter agieren könnte. Vorgeschlagen wird eine digitale Plattform, die militärische Bedarfe mit privatwirtschaftlichen Kapazitäten verknüpft. Ziel sei eine widerstandsfähige, skalierbare und koordinierte Versorgung.

Autor: Diana Künstler • 27.1.2026 • ca. 1:05 Min

Logistik Digitalisierung
© metamorworks – shutterstock.com

Deutschland gelte laut Studie als zentrale logistische Drehscheibe der NATO. Im Krisen- oder Bündnisfall müssten innerhalb von sechs Monaten bis zu 800.000 Soldaten durch Deutschland bewegt und versorgt werden. Die Studie betont, dass diese Aufgabe nicht allein durch staatliche Stellen zu bewältigen sei, sondern eine enge Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft erfordere.

Vorgeschlagenes Plattformmodell zur Koordination

Die Autoren schlagen die Entwicklung einer digitalen Plattform vor, über die militärische Bedarfe mit privatwirtschaftlichen Kapazitäten koordiniert werden könnten. Diese solle für Transparenz sorgen, Schnittstellen vereinheitlichen und eine schnelle operative Reaktionsfähigkeit ermöglichen. Dabei seien klare Zuständigkeiten, rechtliche Rahmenbedingungen, Anreizstrukturen für Unternehmen sowie Datenschutz wesentliche Voraussetzungen.

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Ressourcen aus Industrie und Logistik gezielt nutzen

Die Mitwirkenden der Studie – darunter die Managementberatung MHP, die Inhouse-Beratung der Bundeswehr BwConsulting sowie das Zentrum Nachhaltige Transformation – heben hervor, dass besonders Erfahrungen aus der Automobil- und Fertigungsindustrie hilfreich sein könnten. Digitale Zwillinge und Simulationstechnologien könnten etwa genutzt werden, um logistische Prozesse im Krisenfall belastbar zu modellieren.

Integrierte Sicherheit als Leitbild

Laut den Studienautoren lasse sich mit dem vorgeschlagenen Modell ein Beitrag zur Umsetzung des OPLAN Deutschland und zur operativen Gestaltung des Frameworks „Comprehensive Defence“ leisten. Letzteres sei Teil der in der Nationalen Sicherheitsstrategie verankerten Idee der Integrierten Sicherheit und verfolge einen gesamtstaatlichen Verteidigungsansatz.

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands wesentlich von der strategischen Einbindung privatwirtschaftlicher Ressourcen abhänge. Ziel müsse es sein, tragfähige Modelle für eine dauerhaft institutionalisierte Kooperation zwischen Staat und Wirtschaft zu entwickeln.

Die vollständige Studie ist über das Zentrum Nachhaltige Transformation abrufbar: https://www.znt-berlin.com