Frankfurt digitalisiert Gesundheitsamt mit GA-Lotse
Das Gesundheitsamt Frankfurt am Main hat eine neue Open-Source-Plattform für die digitale Verwaltung eingeführt. GA-Lotse soll föderal betrieben werden, auf europäischer Cloud-Infrastruktur basieren und höchste Sicherheits- und Datenschutzanforderungen erfüllen. Die Umsetzung erfolgte mit Unterstützung der VSHN AG und Exoscale.
Das Gesundheitsamt Frankfurt am Main hat eine moderne Verwaltungsplattform unter dem Namen GA-Lotse eingeführt. Die Entwicklung erfolgte in Kooperation mit dem Hessischen Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege sowie dem Schweizer IT-Dienstleister VSHN AG. Die Lösung wurde durch Mittel aus dem EU-Programm NextGenerationEU im Rahmen des Pakts für den Öffentlichen Gesundheitsdienst finanziert und soll neue Maßstäbe für digitale Souveränität im öffentlichen Gesundheitswesen setzen.
GA-Lotse basiert vollständig auf Open-Source-Technologien und wurde als cloudnative Plattform mit föderiertem Ansatz entwickelt. Jedes Gesundheitsamt betreibt laut Anbieter eine eigene Instanz, die individuell konfigurierbar ist. Die Plattform umfasst Service-Module für verschiedene Aufgabenbereiche wie Hygienekontrollen, Impfmanagement, Einschulungsuntersuchungen sowie Kalender- und Kommunikationsfunktionen.
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Hosting in souveräner EU-Cloud
Die technische Infrastruktur wird auf Red Hat OpenShift betrieben und in der europäischen Cloud von Exoscale gehostet. Exoscale, ein Tochterunternehmen von A1 Digital, verfügt über Rechenzentren in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Bulgarien. Der Anbieter erfüllt nach eigenen Angaben Compliance-Anforderungen wie ISO 27001, die C5-Testierung für den öffentlichen Sektor sowie branchenspezifische Zertifizierungen wie HDS für Gesundheitsdaten. Damit soll sichergestellt werden, dass sämtliche Daten ausschließlich innerhalb Europas verarbeitet und gespeichert werden.
Datenschutz durch Design und Zero-Trust-Architektur
Laut Projektverantwortlichen wurde von Beginn an ein Zero-Trust-Sicherheitsmodell implementiert. Die Architektur basiert auf dem Prinzip „Privacy by Design“, sodass personenbezogene und medizinische Daten technisch strikt getrennt verarbeitet werden. Ziel sei es, den Schutz sensibler Informationen mit einem hohen Grad an Automatisierung und Nutzerfreundlichkeit zu verbinden.
Kurze Entwicklungszeit und hohe Entlastung vor Ort
Die Implementierung wurde innerhalb von elf Monaten abgeschlossen. Der Produktivstart der Plattform in Frankfurt erfolgte zum 1. Oktober 2024. Die Umsetzung erfolgte durch die VSHN AG, die laut eigener Aussage auf Plattformengineering, DevSecOps und Managed Kubernetes spezialisiert ist. Durch den Betrieb als Managed Service sollen lokale IT-Abteilungen deutlich entlastet werden, ohne auf Skalierbarkeit und Erweiterbarkeit verzichten zu müssen.
Auszeichnung für IT-Sicherheit
Im Jahr 2025 wurde GA-Lotse mit dem InfoSec Impact Award des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und des Vereins Next e.V. ausgezeichnet. Die Plattform gelte laut Angaben der Projektpartner als Vorzeigebeispiel für die Verbindung von Open Source, digitaler Souveränität und Datenschutz im öffentlichen Sektor.