4K Ultra HD - höher, schneller, weiter mit Schattenseiten?
"Mehr Details und eine bessere Auflösung", so das Versprechen der Hersteller, wenn es um Videosicherheit auf Basis der 4K-Technologie geht. Doch stimmt das überhaupt? Was bedeutet 4K für den Speicherbedarf und die Bandbreite? Was muss beachtet werden?
- 4K Ultra HD - höher, schneller, weiter mit Schattenseiten?
- Vorsicht bei Bitraten-Limitierung
Im Frühjahr 2014 war es soweit: Die weltweit erste 4K Ultra HD-IP-Kamera wurde präsentiert. Mittlerweile gibt es einiger dieser 4K-Produkte im Markt. Die Qualitätsunterschiede zu erkennen, verlangt jedoch Fachkenntnisse. Manche Hersteller versuchen mit dem Anhang „K“ eine vermeintliche Professionalität zu suggerieren. So wird von „2K“-, „3K“- oder sogar „7K“-Kameras gesprochen. Im HDTV-Standard existieren allerdings nur 4K und 8K, jeweils mit einer Bildwiederholungsrate von mindestens 24 Bildern pro Sekunde. Alles andere kann man als schlichtes Marketing betrachten. Davon, zur neuen Standardauflösung zu werden, ist 4K allerdings noch einige Jahre entfernt. Das Gros der installierten Kameras kommt mit HDTV 720p- oder 1080p-Auflösung.
Die 4K-Auflösung erfreut sich jedoch wachsender Beliebtheit. In puncto Datenrate – also Bitrate und Speicherbedarf – gibt es im professionellen Umfeld allerdings einige Punkte zu beachten. Die 4K-Auflösung ist viermal so groß wie HDTV 1080p. Entsprechend kann man grob mit dem vierfachen Datenvolumen im Netzwerk und auf der Festplatte rechnen. Während es bei HDTV 1080p im Durchschnitt zwei bis acht MBit/s bei 25 Fps sind, kommen bei der gleichen Bildwiederholrate einer 4K Ultra HD-Kamera schnell acht bis 32 MBit/s zusammen. Selbst ein kleines System aus vier 4K-Kameras kann schnell ein Gigabit-Netzwerk erforderlich machen. Die meisten 4K-Netzwerkkameras sind mit einem Gigabit-Netzwerkanschluss ausgestattet. Gigabit-POE-Switche sind inzwischen günstig – kostentechnisch stellen sie keine Hürde dar.
Eine Surveillance Grade Harddisk hat einen Datendurchsatz von circa 150 bis 210 MB/s. Dabei bedeutet MB/s Megabyte pro Sekunde, also gut Faktor 1:8 im Verhältnis Byte zu Bit. Selbst eine theoretische Peak-Bitrate einer 4K Ultra HD-Kamera von über 40 MBit/s (cirka fünf MB/s) kann eine solche Platte kaum aus der Ruhe bringen. Wie viele Kameras man auf einer Festplatte speichern kann, hängt vom Systemdesign ab. Im Raid-Verbund ist im Regelfall der Raid-Controller der limitierende Faktor, nicht mehr die einzelne Datenrate.