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Videosicherheit

Was der Fachhandel beherrschen muss

Claudia Rayling, Redakteurin funkschau/channelXpert • 2.3.2016 • ca. 1:40 Min

Inhalt
  1. "An Videoüberwachung kommt der Channel nicht mehr vorbei"
  2. Was der Fachhandel beherrschen muss

channelXpert: Was bedeutet das genau? Wie lassen sich Engpässe beheben?

Heller: Eine 4K-Kamera, die Bildmaterial mit Ultra HD-Auflösung aufzeichnet, benötigt bei H.264-Kompression, hoher Videoqualität und einer Aufnahmerate von 30 Bildern pro Sekunde eine Bandbreite von etwa 32 MBit/s. Bei einer ununterbrochenen Aufnahme werden dabei jährlich rund 125 TByte an Videomaterial erzeugt. Zum Vergleich: Bei Full HD fallen bei denselben Spezifikationen nur Übertragungsraten von rund 8 MBit/s und knapp 30 TByte Speicherplatz an – ein deutlicher Unterschied. Allerdings sind auch hier die Werte noch sehr hoch. Abhilfe schaffen viele Software- und Analysefunktionen der fortschrittlichen digitalen Kameras – egal ob Full oder Ultra HD. Diese ermöglichen etwa, dass nur bei speziellen Bewegungsmus-tern oder verdächtigen Aktionen Bildmaterial aufgezeichnet wird. Bandbreite und Speicherplatz lassen sich so effektiv schonen.

channelXpert: Welches Know-how sollten Fachhändler mitbringen, um Videoüberwachungslösungen erfolgreich vertreiben zu können?

Heller: IT-Reseller sollten sich grundlegend mit der Videotechnik auseinandersetzen, sprich mit den verschiedenen Sensoren und Objektiven, den immer besser werdenden Nachtsicht-Funktionalitäten, den umfangreichen WLAN- und UMTS-Fähigkeiten sowie mit den aufgrund der zunehmenden Bandbreite immer wichtiger werdenden Speichermöglichkeiten. Besonders wichtig ist auch die Auseinandersetzung mit dem Thema Datenschutz. Denn hier benötigen Kunden oft Beratung. Ausschlaggebend ist vor allem §28 Absatz 1 Satz 2 des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG). Dieser legt fest, dass das Erheben und Speichern personenbezogener Daten zulässig ist, soweit dies zur Wahrung des berechtigten Interesses der verantwortlichen Stelle erforderlich ist. Allerdings sind die Zwecke, für welche die erhobenen personenbezogenen Daten verarbeitet oder genutzt werden sollen, konkret festzulegen und den Mitarbeitern vorab schriftlich mitzuteilen. Außerdem ist die Überwachung deutlich kenntlich zu machen, etwa durch das Aufstellen gut lesbarer Schilder.

channelXpert: Wie unterstützt EFB seine Fachhandelspartner beim Einstieg in den Markt?

Heller: Seit Jahren informieren wir in unserer Schulungsreihe nicht nur über Grundlagen der LWL- und Kupferverkabelung sondern auch über IP-Videoüberwachung. Hierbei werden der heutige Stand der Videotechnik und aktuell zur Verfügung stehende Softwarelösungen verständlich erklärt. Im Zentrum der Diskussion stehen dabei – neben Normanforderungen sowie der generellen Entwicklung von Datenraten und Bandbreitenbedarf – die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von IP-Videoüberwachungslösungen. Außerdem bieten wir in einem speziellen Praxisteil die Möglichkeit, selbst eine IP-Videoanlage aufzubauen und einzurichten. So gewinnen die Teilnehmer ein größeres Verständnis der Materie. Zusätzlich zu den Schulungen bieten wir den Fachhändlern eine umfassende Planungsunterstützung sowie intensive Begleitung bei Großprojekten an.

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