Zum Inhalt springen
Retail-Analytics

Mehrwert fürs WLAN

Autor: Hans-Dieter Wahl, Redaktion: Markus Kien • 10.2.2016 • ca. 1:30 Min

Inhalt
  1. Besuchertracking per WLAN
  2. Mehrwert fürs WLAN

Viele Geschäfte haben bereits ein WLAN. Diese vorhandenen WLAN-Access-Points können aber noch mehr. Mit einer zusätzlichen Schnittstelle (API) können diese Geräte die Probe-Requests der Besucher sammeln und an ein Analyse-Tool weitergeben. Die Datenpakete, die der Access-Point an das Analyse-Tool sendet, enthalten einen Zeitstempel, die MAC-Adresse des Access-Points, die Feldstärke des empfangenden Endgerätes und die MAC-Adresse des WLAN-Clients. Fast alle Access-Points anonymisieren die MAC-Adresse des WLAN-Clients, um so dem Datenschutz zu genügen.

Damit das Analyse-Tool feststellen kann, wo sich der Kunde im Laden befindet oder ob er am Schaufenster vorbei geht, ist es notwendig, mehr als einen Access-Point mit einer derartigen Presence-Analyse-Schnittstelle im Ladengeschäft zu installieren. Durch die verbauten Access-Points werden die Probe-Request-Meldungen eines WLAN-Clients immer von mehreren Access-Points mit unterschiedlichen Empfangspegeln aufgezeichnet. Das Presence-Analyse-Tool kann dadurch den ungefähren Standort des WLAN-Clients ermitteln.

Inzwischen gibt es zahlreiche Anbieter für derartige Presence-Analyse-Tools. Mit Hilfe dieser Tools ist es nun möglich, mit überschaubarem Aufwand das Verhalten der Besucher zu analysieren. Die Tools können nicht nur feststellen, wie viele Besucher den Laden betreten und wie lange Sie sich darin aufhalten, sie ermöglichen auch eine exakte Analyse, wie viele Besucher zwar am Schaufenster stehen bleiben, letztendlich aber weitergehen. So kann die Effizienz von Werbemaßnahmen im Außen-bereich getestet werden. Wenn ein Filialist ein derartiges System in allen seinen Läden einsetzt, kann der Marketingexperte etwa feststellen, wie hoch der Stammkundenanteil ist und welche anderen Filialen noch besucht werden. Aus diesen Daten lässt sich zum Beispiel eine effektivere Print- oder Einwurf-Werbung ableiten.

Ein Thema in diesem Zusammenhang ist der Datenschutz. Es werden keine personenbezogenen Daten erfasst. Die API der Access-Points gibt nur wenige Daten weiter: die anonymisierte MAC-Adresse des Smartphones, den Empfangswert des Signals sowie einen Zeitstempel. Die oben genannten Analysemöglichkeiten sind konform mit dem europäischen Datenschutz und für den Kunden nicht sichtbar.

Technische Administratoren aus dem Retail-Bereich, sollten eine neue WLAN-Infrastruktur gemeinsam mit den Marketingverantwortlichen besprechen und die WLAN-Technik so strukturieren, dass eine spätere Integration einer Presence-Analyse ohne große Investition möglich ist.

Anbieter zum Thema