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Das wertvollste Garagen-Projekt der Welt

Happy Birthday, Apple @ 50!

Einst stand Apple am Abgrund, heute regiert der Konzern aus Cupertino den Weltmarkt. Zum 50. Geburtstag ein Rückblick auf eine Geschichte, die von genialen Tüftlern, schmerzhaften Niederlagen und einer beispiellosen Rückkehr an die Spitze geprägt ist.

dpa | Redaktion: Andrea Fellmeth • 25.3.2026 • ca. 2:55 Min

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© Ais-92 – shutterstock.com

Rund 2,8 Milliarden Menschen – etwa 27 Prozent der Weltbevölkerung – nutzen heute ein iPhone oder ein anderes Apple-Gerät. 50 Jahre nach der Gründung am 1. April 1976 ist die Dominanz des Tech-Giganten ungebrochen: Pro Jahr verkauft Apple rund 220 Millionen iPhones; statistisch gesehen fließen alle 90 Sekunden eine Million Dollar in die Kassen.

Das Duo Infernale: Der Träumer und der Verkäufer

Die Geburtsstunde von Apple verdankt sich einem glücklichen Zufall. Der gemeinsame Freund Bill Fernandez brachte den 15-jährigen Steve Jobs und den fünf Jahre älteren Steve Wozniak zusammen. „Beide interessierten sich für Elektronik“, erinnerte sich Fernandez jüngst. Es war der Beginn einer Symbiose, die die Welt verändern sollte.

Ihr erstes Projekt war jedoch illegal: Die sogenannten „Blue Boxes“, mit denen man das US-Telefonsystem manipulieren konnte, um kostenlos weltweit zu telefonieren. Während „Woz“ darin ein sportliches Hobby sah, erkannte Jobs sofort das kommerzielle Potenzial. Nach einem Beinahe-Kontakt mit dem Gesetz ließen sie die Finger davon – und wandten sich dem Heimcomputer zu.

Der Apple I: Geboren aus Geldnot und Genialität

Damals waren Computer kühlschrankgroße Ungetüme für Experten. Wozniak wollte das ändern und baute den Apple I. „Ich wollte nie ein Business starten“, sagt der heute 75-jährige Wozniak rückblickend. „Ich wollte nur, dass andere Ingenieure sagen: ‚Wow, der denkt anders'.“

Jobs hingegen, der laut Wozniak „ständig pleite“ war, sah die Marktlücke. Der Durchbruch kam durch den „Byte Shop“ in Mountain View: 50 Rechner für je 500 Dollar wurden bestellt. Mit dieser Zusage über 25.000 Dollar kaufte das Duo Bauteile auf Kredit und lötete die Geräte in der Garage von Jobs’ Eltern zusammen. Am 1. April 1976 wurde die Apple Computer Company offiziell gegründet.

Der vergessene Dritte und der erste Massenerfolg

Kaum jemand erinnert sich heute an Ronald Wayne. Er war der „Erwachsene“ im Gründer-Trio, stieg aber aus Angst vor dem Haftungsrisiko nach wenigen Tagen aus. Seine Anteile wären heute Milliarden wert; damals erhielt er eine Abfindung von 800 Dollar – ein „mickriges Trinkgeld“, wie er heute schmunzelnd zugibt.

Mit dem Apple II gelang 1977 der erste echte Coup: Ein fertiges Gerät mit Tastatur und Design, das für Endverbraucher statt für Bastler konzipiert war. Dank des Investors Mike Markkula konnte die Produktion hochgefahren werden; bis 1980 wurden sechs Millionen Exemplare verkauft.

Exil und Fast-Bankrott

Doch der Erfolg war nicht von Dauer. Nach internen Machtkämpfen mit dem damaligen CEO John Sculley verließ Steve Jobs 1985 das Unternehmen. Ohne seine Vision verlor Apple den Kurs. Produkte wie der PDA „Newton“ floppten, das Marketing versagte, die Lager quollen über. Mitte der 90er Jahre stand Apple unter der Führung von Michael Spindler kurz vor der Pleite. Allein im Weihnachtsquartal 1995 verzeichnete man 69 Millionen Dollar Verlust.

Jobs' triumphale Rückkehr

Die Wende kam 1997 mit der Rückkehr von Steve Jobs. Er räumte das Produktsortiment radikal auf und formte ein neues Kernteam mit Jony Ive und Tim Cook. Das Design-Genie Ive gab Apple mit dem iMac und dem iPod sein ikonisches Gesicht. Tim Cook, der Logistik-Experte, bändigte das Chaos in der Lieferkette und senkte die Lagerzeiten von Monaten auf Tage.

2001 revolutionierte der iPod die Musikindustrie, doch das „Beben“ folgte 2007: Das iPhone. Es war Telefon, Internetgerät und iPod in einem – bedienbar per Touchscreen. Das Smartphone machte Apple endgültig zum wertvollsten Unternehmen der Welt. Steve Jobs erlebte den absoluten Höhepunkt nicht mehr; er starb 2011 an den Folgen einer Krebserkrankung.

Auf der Suche nach dem nächsten „One more thing“

Entgegen allen Unkenrufen führte Nachfolger Tim Cook Apple in neue Sphären. Unter seiner Leitung knackte der Konzern die Vier-Billionen-Dollar-Marke an der Börse. Er emanzipierte Apple durch eigene Chips von Partnern wie Intel und etablierte mit der Apple Watch und den AirPods neue, marktbeherrschende Kategorien.

Heute steht Apple erneut an einer Schwelle: Während das Service-Geschäft boomt, kämpft die Datenbrille „Vision Pro“ noch um den Massenmarkt. 50 Jahre nach der Garage in Los Altos warten Fans aus aller Welt gespannt darauf, ob Apple die nächste technologische Revolution erneut aus Cupertino einläuten kann.

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