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Moratorium für elektronische Gesundheitskarte

20 mal sicherer als Online-Banking

Autor: Martin Fryba • 25.5.2009 • ca. 0:55 Min

Inhalt
  1. BITKOM platzt der Kragen
  2. 20 mal sicherer als Online-Banking
Kein Mann der leisen Töne, wenn es um die Interessen der ITK-Branche geht: BITKOM-Präsident August-Wilhelm Scheer.
Kein Mann der leisen Töne, wenn es um die Interessen der ITK-Branche geht: BITKOM-Präsident August-Wilhelm Scheer.

Die Verbreitung neuer, vor allem aber sicherer Technologien soll durch den Vorstoß der beiden Parteien, die ein Moratorium bei der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte fordern, verhindert werden, montiert Scheer.

Der ITK-Spitzenverband BITKOM teilt die Meinung der FDP und Grünen nicht, wonach die Voraussetzungen der Datensicherheit nicht erfüllt seien. Das Gegenteil sei vielmehr der Fall. »Der Datenschutz ist eines der Kernanliegen bei der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte, und das deutsche Konzept ist in dieser Hinsicht international führend«, so der BITKOM in einer Stellungnahme.

Medizinische Dokumente würden mit einer 2048-Bit-Verschlüsselung vor unberechtigtem Zugriff geschützt. Das sei eine 20fach höhere Verschlüsselung als beim Online-Banking, wo eine 128-Bit-Codierung eingesetzt werde, erläutert Scheer. »Die Patienten haben ein Anrecht auf einen sicheren Umgang mit ihren sensiblen Gesundheitsdaten«.

Erst die Gesundheitskarte und mit ihr die Möglichkeit, Patientendaten zentral zu speichern und auf sie zuzugreifen, schaffen die viel diskutierten Vorteile wie die Vermeidung von Doppel- und Mehrfachdiagnosen oder einer lückenlosen Dokumentation, die Fehlbehandlungen aufzeigen und nachweisen könne. Scheer spricht denn auch von einem »grundlegenden Wandel in der medizinischen Versorgung«.

Diese rücke den Patienten in den Mittelpunkt. »Wer das für falsch hält, soll es offen sagen«, kritisiert der BITKOM-Präsident den Vorstoß von Teilen der Politik, die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte weiter zu blockieren.