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Gebührenzahlung per Kreditkarte

Autor: Redaktion connect-professional • 14.9.2008 • ca. 1:30 Min

Inhalt
  1. eJustice: Hessen klagen online
  2. Gebührenzahlung per Kreditkarte
Joachim Stahl, ­Vorsitzender Richter am Landgericht Limburg Das Online-­Klageverfahren erleichtert die ­Arbeit von Rechtsanwälten und ­Justizbehörden gleichermaßen.
Joachim Stahl, ­Vorsitzender Richter am Landgericht Limburg Das Online-­Klageverfahren erleichtert die ­Arbeit von Rechtsanwälten und ­Justizbehörden gleichermaßen.

Der Anwalt erhält die Kostennachricht in Echtzeit in sein elektronisches Gerichts- und Verwaltungspostfach (EGVP) übermittelt. Die Zahlung erledigt er per ePayment. Das ist per Kreditkarte, giropay oder elektronischem Lastschriftverfahren möglich. Auch sein Mandant kann die Rechnung elektronisch begleichen und dazu einen hinterlegten Internet-Link zu einem integrierten ePayment Service Provider (PSP) nutzen. Die Zahlungsbestätigung übermittelt der PSP an das Mitarbeiterportal des Gerichtssystems. Damit ist die Klage formal ein­gegangen und die Bestätigung wird zu den Gerichtsakten genommen. Sie ist der letzte Schritt zur Vorlage beim Richter. Wenige Tage später wird am Landgericht Limburg das Gerichtsverfahren Klaus A. gegen Susanne B. eröffnet. Allein im Jahr 2006 gab es an den Landgerichten Hessens 32000 erst­instanzliche Gerichtsverfahren. Mit dem neuen Online-Klageverfahren können Rechtsanwälte ihre Mandanten wesentlich einfacher vertreten, sparen Verwaltungskosten und ge­gebenenfalls sogar den Gang zum Gericht. Waren früher noch mehr­fache Abschriften der Klageschriften notwendig, reichen heute elektronische Dokumente. Gleichzeitig entfällt die manuelle Doppelerfassung im Justizsystem. Mit der Softwareeinführung verbesserte das Limburger Landgericht gleichzeitig seine Verwaltungsabläufe. Die automatisierte Übernahme in die verschiedenen Fachverfahren spart Zeit und Kosten. Darüber hinaus erlaubt es die integrierte ePayment-Lösung, Gerichtskostenvorschüsse online zu entrichten und somit wesentlich zügiger als bislang zu arbeiten. Die Softwarekomponente SAP NetWeaver Process Integration (SAP NetWeaver PI) bildet dabei den aktuellen Daten- und Dokumentenfluss zwischen allen beteiligten Anwendungen und Fachverfahren ab. Darüber hinaus ist die Einbindung anderer Lösungen, etwa zur automatischen Erstellung abschließender Kostenrechnungen, möglich. Das Projekt nutzt dabei Standards wie Web Services, die Java-Applikation OSCI/EGVP oder die elektronische Signatur. Hessens Justiz will ihre Verwaltungsprozesse weiter automatisieren: Das neue Online-Klageverfahren integriert mit den Rechtsanwälten bereits alle Beteiligten in das Verfahren und ist die technologische Basis für zusätzliche gerichtliche Verfahrensprozesse. »Die jetzt implementierte Software-Infrastruktur eröffnet den Weg hin zur elektronischen Akte, die für die Justiz sehr erfolgversprechend ist«, sagt der hessische Justizminister Jürgen Banzer mit Blick in die Zukunft.

Patrik Wagner ist Referatsleiter IT und Modernisierung im Hessischen Ministerium der Justiz * ?Frank Rochlitzer ist Business Development Manager bei SAP Consulting