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5G-, Quanten- und Notfalllösungen für kritische Infrastrukturen

MWC 2026: Telefónica präsentiert Plattformansatz für digitale Souveränität

Auf dem MWC 2026 präsentiert Telefónica Lösungen für hochverfügbare 5G-Infrastrukturen, quantensichere Kommunikation und mobile Notfallnetze. Im Fokus stehen Resilienz, Skalierbarkeit und Sicherheit für Unternehmen und öffentliche Einrichtungen.

Autor: Diana Künstler • 2.3.2026 • ca. 3:25 Min

 Telefónica MWC 2026
© Telefónica

Telefónica präsentiert sich auf dem Mobile World Congress (MWC, läuft vom 2. bis 5. März) 2026 in Barcelona unter dem Leitmotiv „Ready for Next“. Auf einer Standfläche von insgesamt 951 Quadratmetern, davon 510 Quadratmeter Ausstellungsfläche, stelle das Unternehmen laut eigener Darstellung technologische Fähigkeiten als Treiber der Digitalisierung in den Mittelpunkt.

Der Messeauftritt gliedere sich in eine zentrale Agora für Fachvorträge und Diskussionsrunden sowie drei Demo-Bereiche. Thematisch decke das Spektrum Quantum Computing, Internet of Things (IoT), Künstliche Intelligenz, Network Slicing, Satellitenkommunikation, Fog Computing sowie Drohnen- und Robotiklösungen ab. Zielgruppe seien insbesondere Unternehmen und öffentliche Institutionen, die auf leistungsfähige, skalierbare und sichere Infrastrukturen angewiesen seien.

Nach Angaben des Unternehmens sei der Stand nach Kriterien der Kreislaufwirtschaft konzipiert und setze auf wiederverwendbare Materialien. Über 60 Expertinnen und Experten beteiligten sich an 24 Live-Sessions, ergänzt durch Beiträge auf Panels von GSMA, MWC und 4YFN.

Der Mobile World Congress (MWC)

findet vom 2. bis 5. März 2026 in Barcelona statt und gilt als eine der weltweit wichtigsten Fachmessen für Mobilfunk, Netztechnologien und digitale Innovationen. Veranstalter ist die Branchenorganisation GSMA. Im Fokus stehen in diesem Jahr unter anderem 5G-Standalone-Architekturen, 6G-Vorentwicklungen, KI in Netzinfrastrukturen, Open RAN, Satellitenintegration, IoT sowie digitale Souveränität in Europa. Neben den Ausstellungsbereichen umfasst der Kongress ein umfangreiches Konferenzprogramm mit Panels, Keynotes und Startup-Formaten wie 4YFN. Der MWC richtet sich primär an Netzbetreiber, Technologieanbieter, Industrieunternehmen, Investoren sowie politische Entscheidungsträger und gilt als zentraler Gradmesser für strategische Entwicklungen im Telekommunikations- und Infrastruktursektor.

5G Tactical Bubble: Mobile Netzinfrastruktur für Krisenszenarien

Ein Schwerpunkt des Messeauftritts von Telefónica liegt auf der sogenannten „5G Tactical Bubble“. Dabei handelt es sich um eine mobil einsetzbare 5G-Einheit, die innerhalb kurzer Zeit in Katastrophen- oder Krisengebieten ein eigenständiges Kommunikationsnetz aufbauen könne. Die Lösung kombiniere 5G, Satellitenanbindung, künstliche Intelligenz, Drohnen, Fog Computing und Network Slicing. Laut Anbieter lasse sich so auch bei Ausfall bestehender Infrastrukturen eine stabile und priorisierte Kommunikation für Rettungsdienste, Sicherheitskräfte und medizinisches Personal sicherstellen.

Ein integriertes Command-and-Control-System ermögliche ein Echtzeit-Lagebild. Durch Network Slicing könnten bandbreitenkritische Anwendungen wie Videoübertragung, Telemedizin oder die Steuerung unbemannter Systeme priorisiert werden. Die Architektur sei auf Interoperabilität ausgelegt und binde auch zuvor nicht vernetzte Geräte ein.

Im Rahmen des „Mission-Critical Dome“ wird ein Hochwasserszenario simuliert, um die Einsatzfähigkeit unter realitätsnahen Bedingungen zu demonstrieren. An der Umsetzung seien verschiedene Technologiepartner beteiligt, darunter Spezialisten für Robotik, Drohnentechnologie und Netzwerkanalyse. Telefónica demonstriert dabei:

  • Aufbau einer abgeschirmten mobilen 5G-Funkzelle
  • Satelliten- und Richtfunk-Backhauling
  • Integration zuvor nicht vernetzter Geräte
  • Echtzeit-Lagebild über ein Command-and-Control-System
  • Drohnen zur Personensuche, auch unter Nutzung von Mobilfunksignalen
  • Telemedizin-Koffer, per Drohne in isolierte Gebiete transportierbar
  • Priorisierung kritischer Anwendungen via Network Slicing

Quantum Telco: Quantensichere Kommunikation und Optimierung

Mit „Quantum Telco“ bündelt Telefónica nach eigenen Angaben Aktivitäten rund um quantensichere Kommunikation, angewandtes Quantencomputing und den Aufbau eines europäischen Quanten-Ökosystems.Ein zentraler Aspekt sei die Absicherung sensibler Daten gegen zukünftige Angriffe durch Quantencomputer. Das Unternehmen gebe an, kommerzielle Kommunikationsdienste bereitzustellen, die nach Post-Quanten-Kryptografie-Standards abgesichert seien. Gezeigt würden unter anderem Szenarien zur Absicherung von Rechenzentrumsverbindungen sowie zur quantenbasierten Schlüsselverteilung, darunter:

  • Quantenbasierte Schlüsselverteilung
  • Einsatz eines IBM LinuxONE Servers für PQC-fähige Infrastrukturen
  • Hybride Kryptografie-Modelle zur schrittweisen Migration
  • Risikoanalyse- und Cryptoagility-Ansätze
 Telefónica MWC 2026
Mit „Quantum Telco“ eröffnet sich für Unternehmen die praxisnahe Nutzung von Quantentechnologie.
© Telefónica

Im Bereich Applied Quantum Computing präsentiert Telefónica Anwendungsfälle aus Logistik, Netzwerkdesign und medizinischer Forschung. Dazu zähle unter anderem ein 54-Qubit-Quantenrechner, der in eine europäische Supercomputing-Infrastruktur eingebunden werden solle. Ergänzend werde ein Kryptografie-Hub vorgestellt, der Unternehmen bei der Migration auf quantensichere Verfahren unterstütze – inklusive Risikoanalyse, Cryptoagility-Ansätzen und hybriden Verschlüsselungsmodellen.

Titan Connect: Hochverfügbare Konnektivität für kritische Anwendungen

Mit „Titan Connect“ stellt Telefónica eine Plattform vor, die Glasfaser, 5G Standalone, Satelliten-, Cloud- und Edge-Konnektivität in einer integrierten Architektur zusammenführe. Ziel sei es laut Unternehmen, Kommunikationsfähigkeit auch bei extremer Netzlast oder unerwarteten Störungen aufrechtzuerhalten.

In einer Simulation werde ein medizinischer Notfall in einem voll ausgelasteten Stadion dargestellt. Trotz Spitzenlast solle das Netz dank KI-gestützter Überwachung und Network Slicing priorisierte Notfallkommunikation gewährleisten. Anwendungen wie Computer Vision, Drohneneinsatz und telemedizinische Datenübertragung würden in Echtzeit verarbeitet und über cybergeschützte Netze übertragen.

 Telefónica MWC 2026
Mit einer Simulation demonstriert Telefónica die Leistungsfähigkeit von Titan Connect.
© Telefónica

Die Plattform umfasse zudem Automatisierungsfunktionen, 24/7-Management, zusätzliche Stromversorgung und Sicherheitsmechanismen. Laut Anbieter eigne sich das Konzept insbesondere für kritische Infrastrukturen wie Gesundheitswesen, Energieversorgung, öffentliche Verwaltung, Finanzsektor und Verkehrsbetriebe, bei denen Ausfälle erhebliche wirtschaftliche und gesellschaftliche Folgen haben könnten.

Potenzielle Einsatzszenarien für Unternehmen und Behörden

Mit den vorgestellten Lösungen adressiert Telefónica zentrale Anforderungen moderner Organisationen: Resilienz, Skalierbarkeit, regulatorische Konformität und digitale Souveränität. Die Kombination aus 5G Standalone, Edge-Architekturen, Satellitenintegration und quantensicherer Kryptografie ziele darauf ab, unternehmenskritische Prozesse langfristig abzusichern. Das schließt folgende Anwendungsfelder ein:

  • Kritische Infrastrukturen (KRITIS): Energie, Wasser, Verkehr, Telekommunikation
  • Gesundheitswesen: Telemedizin, Notfallversorgung, Klinikvernetzung
  • Öffentliche Sicherheit: Katastrophenschutz, Polizei, Verteidigung
  • Industrie und Logistik: Optimierung komplexer Lieferketten, autonome Systeme
  • Finanzsektor: Hochverfügbare, regulatorisch konforme Kommunikation
  • Smart Cities: Vernetzte Leitstellen, Echtzeit-Datenverarbeitung