Zum Inhalt springen
Zahlen, Fakten, Trends

So sieht das Internet im Jahr 2025 aus

Ob zuhause, unterwegs oder auf dem Mond: Ohne Internet geht nichts mehr. Mehr als 5,5 Milliarden Menschen und 31 Milliarden Geräte sind heute online.

Autor:Jörg Schröper • 19.8.2025 • ca. 5:55 Min

Internet
© Ollyy - shutterstock.com

Wie schnell das Netz der Netze inzwischen ist, auf welche Weise KI das Suchverhalten ändert und wie der Internetknoten-Betreiber DE-CIX an der Zukunft der digitalen Infrastruktur bauen will, hat er in einem Statement mit zehn Fakten zum Internet im Jahr 2025 veröffentlicht.

1. Wie viele Menschen sind weltweit online?
Zwei Drittel der Menschheit sind heute im Netz. Laut Statistik der International Telecommunication Union, einer Agentur der Vereinten Nationen (UN), surften 2024 rund 5,5 Milliarden Menschen im Internet. Allein in den vergangenen zehn Jahren hat sich die Anzahl der globalen User nahezu verdoppelt. Und auch die Zeit, die Menschen im Netz verbringen, summiert sich mittlerweile auf über sechs Stunden täglich. Fakten, die erklären, warum ein zuverlässiger und schneller Onlinezugang in Deutschland für 53 Prozent ganz selbstverständlich zum Wohnumfeld dazugehört – noch vor einer ausreichenden ärztlichen Versorgung, die nur für 46 Prozent von vergleichbarer Bedeutung ist.

2. Wie viele Geräte sind heute online? Und wie viele Daten fallen im Internet an?
Laut Statista sind 2025 bereits 31 Milliarden Smartphones, Computer oder Devices im Internet-of-Things vernetzt. Mehr Geräte meint zudem mehr Daten: Die Menge nimmt schnell zu, wie Zahlen von DE-CIX aus dem Jahr 2024 zeigen. Laut dem Internetknoten-Betreiber erreichte der globale Datenverkehr an den DE-CIX Austauschpunkten mit mehr als 68 Exabyte einen neuen Höchststand – ein Zuwachs von 15 Prozent verglichen mit dem Vorjahr. Mit Blick auf das Volumen aller weltweit erstellten, erfassten, kopierten und konsumierten Daten prognostizieren die IT-Marktforscher von IDC rund 182 Zettabyte im Jahr 2025, was 182.000 Exabyte entspricht.

3. Wie unterscheiden sich Internet und World Wide Web?
Das Internet bezeichnet die aus vielen zusammengeschlossenen Servern, Routern und Kabeln bestehende globale technische Infrastruktur. Das World Wide Web, kurz WWW, ist dagegen ein Dienst, der über das Internet funktioniert (genauso wie E-Mails oder Voice-over-IP). Die Idee zum WWW geht auf den Informatiker Tim Berners-Lee zurück, der nach einer einfachen Lösung suchte, um Texte und Daten zu veröffentlichen. Die Idee von damals hat weiterhin Bestand: Ohne Browser, Hypertexte und Links ist alles nichts im Netz.

4. Wie nutzen Menschen heute das Netz?
Ob E-Mail, Messaging oder Banking – mobile Geräte machen 64 Prozent des globalen Internetverkehrs aus. Streams haben die Nase vorn: 65 Prozent aller Bits und Bytes fallen durch Videos an. Beispiel YouTube: Über 2,5 Milliarden Menschen nutzen die Plattform aktuell pro Monat. Täglich werden mehr als 1 Milliarde Stunden Bewegtbild konsumiert – rund um den Erdball. Apropos Erdball: Für etwa 30 bis 50 Millionen Menschen kommt das WWW bereits aus dem All. Und das mit steigender Tendenz. Satelliten im erdnahen Orbit (LEO) können Mobilnetze aufspannen, die sich mit gewöhnlichen Smartphones nutzen lassen. Derartige Dienste will beispielsweise der ukrainische Mobilfunkbetreiber Kyivstar über Starlink anbieten. Damit wäre die Ukraine das erste Land in Europa, das Mobilfunk aus dem Weltall bereitstellt.

5. Wie schnell ist das Internet heute?
Das Netz wird immer schneller: Waren es im Jahr 2015 noch etwa 5 Megabit pro Sekunde (MBit/s), erreichen Downloads zehn Jahre später im Mittel bereits rund 100 MBit/s. Am flottesten surft Singapur: 345 MBit/s sind hier durchschnittlich drin. Egal wo auf der Welt, je rasanter Daten fließen, desto mehr sammeln sie sich auch an. Beispiel DE-CIX: Im April 2025 verzeichnete der Internetknoten-Betreiber einen neuen Rekord im globalen Datendurchsatz. Erstmals flossen 25 Terabit pro Sekunde (TBit/s) über die weltweiten Austauschpunkte. Dabei fiel der Spitzenwert nicht mit einem besonderen Peak an einem Standort zusammen, sondern war das Ergebnis eines insgesamt und allgemein höheren Verkehrsniveaus an mehreren Internetknoten. Noch schneller sind nur japanische Forschungsteams unterwegs: Im Labor erreichten sie Geschwindigkeiten von rund 402 TBit/s – 1,6 Millionen Mal mehr Tempo als ein typischer Download in den USA (250 MBit/s).

6. Wie wirkt sich KI auf die Nutzung des Internets aus?
KI läuft Suchmaschinen den Rang ab. So stufte Cloudflare ChatGPT im Jahr 2023 als eine der am schnellsten wachsenden Domains weltweit ein – mit einer Traffic-Explosion über das Jahr hinweg. Und laut McKinsey hat sich die Nutzung von generativer KI in Unternehmen binnen eines Jahres verdoppelt. Obwohl große Suchmaschinen nach wie vor den größten Anteil des Suchvolumens ausmachen, werden KI-Ergebnisse immer wichtiger. So zeigt eine aktuelle Umfrage der Strategieberatung Bain, dass sich acht von zehn Nutzern mittlerweile auf die Treffer verlassen, die ihnen Gemini, CoPilot & Co. auf eine Frage ausspucken.

7. Was sind die erfolgreichsten Internet-Geschäftsmodelle?
Ob Facebook, Spotify oder Netflix: Werbefinanzierte Plattformen und Abo-Dienste gehören zu den erfolgreichsten Geschäftsmodellen, die das Internet hervorgebracht hat. So erzielte Google im Jahr 2025 einen Anzeigenumsatz von etwa 265 Milliarden US-Dollar – knapp 1 Prozent des gesamten US-Bruttoinlandsprodukts. E Commerce-Riesen wie Amazon komplettieren das Bild. Lebensmittel-Lieferdienste wie Webvan gehören zu den größten Pleiten, die das Medium hervorgebracht hat. Egal ob Flop oder Top: Internetknoten halten Netz und Geschäftsmodelle zusammen. So summiert sich der deutschlandweite ökonomische Wertbeitrag für DE-CIX Frankfurt auf rund vier Milliarden Euro jährlich, wie eine aktuelle Studie des Beratungsunternehmens Dstream Group zeigt.

8. Wer räumt das Internet auf?
Kurz gesagt: Niemand! So verwundert es nicht, dass laut Siteefy der Großteil aller 1,2 Milliarden Websites inaktiv ist (84 Prozent). Auch interessant: Jeden Tag werden mehr als 250.000 Seiten neu erstellt und nur knapp 5 Prozent aller Pages sind überhaupt von Suchmaschinen erfasst. Das sogenannte Surface Web macht einen Bruchteil dessen aus, was als Deep Web in Datenbanken, Bibliotheken und nicht indexierten Formaten schlummert. Obwohl niemand ausgediente Webseiten aufräumt, können sie trotzdem einfach verschwinden (wie etwa, wenn das Hosting ausläuft). Aber selbst dann tauchen manche Sites doch wieder auf: Archive wie die Wayback Machine holen sie aus der Versenkung hervor,

9. Welche Städte sind für die Infrastruktur des Internets am bedeutendsten?
Gleichgültig, ob New York, Paris oder Tokyo – keine Stadt kann es in puncto Internet mit Frankfurt am Main aufnehmen. Was Konnektivität, Rechenzentren, Netzwerke und Internetknoten betrifft, so verschmilzt nirgendwo sonst auf der Welt eine derart hochverdichtete digitale Infrastruktur mit einem so umfassenden Interconnection-Ökosystem wie in der Mainmetropole. Laut aktueller Studie der Dstream Group rangiert Frankfurt damit vor Metropolen wie Amsterdam, London oder San Francisco (inklusive Silicon Valley) und gilt damit als „Digitale Hauptstadt der Welt“. Mittendrin stehe DE-CIX Frankfurt, der mit einem jährlichen Datenvolumen von knapp 45 Exabyte (Stand 2024) und fast 1.100 angeschlossen Netzwerken zu den größten und wichtigsten Austauschpunkten für das globale Internet gehört.

10. Und zum Schluss: Gibt es auch im Weltraum Internet?
Ja, es gibt Internet im All wie etwa auf der ISS, wo Astronauten über Satellitenverbindungen online bleiben. Nicht anders auf dem Mond, wo Nokia ein eigenes Mobilnetz aufgebaut hat. Darüber sollen Fahrzeuge und Basen auf dem Erdtrabanten einfacher miteinander kommunizieren und Informationen austauschen können. Zwar sind Raumfahrer deutlich langsamer im Netz unterwegs als auf der Erde, aber das können Projekte wie Starlink und Space-IX künftig ändern: DE-CIX arbeitet am ersten Internetknoten für den Orbit. Der Space-IX wird die Bedürfnisse von Nutzern, Applikationen und LEO-Satellitenbetreibern erfüllen, die sich im Weltall untereinander und mit terrestrischen Inhalten, Clouds und Anwendungen verbinden wollen.

Anbieter zum Thema