Maincubes startet Energieausbau in Nauen
Maincubes startet den Bau eines Umspannwerks und einer Kabeltrasse in Nauen. Die Infrastruktur soll eine skalierbare Energieversorgung für den Rechenzentrumscampus ermöglichen und gezielt KI- sowie High-Performance-Computing-Anwendungen unterstützen.
Der Rechenzentrumsanbieter Maincubes (Eigenschreibweise „maincubes“) hat nach eigenen Angaben mit dem Bau eines Umspannwerks und einer rund sechs Kilometer langen Kabeltrasse in Nauen begonnen. Grundlage sei eine erteilte Baugenehmigung, die den Start der Infrastrukturmaßnahmen ermögliche. Die Energieanbindung stelle einen zentralen Bestandteil des geplanten mainHub Berlin dar.
Nach Angaben des Unternehmens solle die Trasse Strom aus überwiegend regional erzeugten erneuerbaren Energien in das 110-kV-Umspannwerk des Campus einspeisen. Die Energie werde über das Verteilnetz von E.DIS bereitgestellt, das auf erneuerbare Quellen wie Wind- und Solarenergie setze.
Auslegung auf KI- und HPC-Anforderungen
Die Infrastruktur sei laut Hersteller auf eine Anschlussleistung von 200 Megawatt ausgelegt und könne perspektivisch erweitert werden. Ziel sei es, insbesondere rechenintensive Anwendungen wie Künstliche Intelligenz und komplexe Datenanalysen zu unterstützen.
Die Kombination aus eigener Hochspannungsanbindung und Umspannwerk solle eine stabile und skalierbare Energieversorgung gewährleisten. Damit adressiere das Unternehmen Anforderungen moderner IT-Workloads, die hohe Leistungsdichten und kontinuierliche Verfügbarkeit voraussetzen.
Als Generalunternehmer sei die JSM Group eingebunden, die laut Anbieter Erfahrung in der Umsetzung schlüsselfertiger Infrastrukturlösungen für Rechenzentren mitbringe.
Standortvorteile in der Region Berlin-Brandenburg
Maincubes begründet die Standortwahl mit den Rahmenbedingungen in der Region Berlin-Brandenburg. Dazu zählten eine vergleichsweise hohe Verfügbarkeit erneuerbarer Energien, moderne Stromverteilnetze sowie ein wachsendes Innovationsumfeld.
Die regionale Energieerzeugung übersteige laut lokalen Angaben bereits den Eigenbedarf deutlich, was zusätzliche Kapazitäten für energieintensive Infrastrukturen wie Rechenzentren eröffne. Gleichzeitig könne dies zur Erreichung von Nachhaltigkeitszielen beitragen.
Dr. Michael Wiebersinsky, Bürgermeister der Stadt Nauen (auf dem Aufamcherbild rechts zu sehen): „Mit dem neuen Rechenzentrumscampus entwickelt sich unsere Region zu einem hochmodernen Standort, an dem künftige Innovationen entstehen können. Durch erneuerbare Energien wie Windräder, Solarfelder und Biogasanlagen, die auf Nauener Gebiet stehen, wird weitaus mehr Energie erzeugt, als Nauen an Strom verbraucht. Unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit ist es für mich ein gutes Gefühl, dass Nauen ein zuverlässiger Partner für die Betreiberfirma maincubes wird.“
Bedeutung für regionale und digitale Infrastruktur
Aus Sicht des Unternehmens stelle der Ausbau einen weiteren Schritt zur Stärkung der digitalen Infrastruktur in der Hauptstadtregion dar. Der Campus in Nauen ergänze bestehende Standorte, darunter ein bereits in Betrieb befindliches Rechenzentrum in Berlin.
Auch Netzbetreiber und kommunale Vertreter sehen in dem Projekt laut Angaben eine steigende Bedeutung leistungsfähiger Rechenzentren im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung und Energiewende. Insbesondere die Integration großer IT-Lasten in regionale Stromnetze werde künftig an Relevanz gewinnen.
Fokus auf Skalierbarkeit und Nachhaltigkeit
Maincubes gibt an, bei der Entwicklung des Standorts auf energieeffiziente und resiliente Infrastrukturen zu setzen. Neben der Nutzung erneuerbarer Energien spiele auch die langfristige Skalierbarkeit eine zentrale Rolle, um zukünftige Anforderungen von Unternehmen und Hyperscalern abzudecken.
Die Rechenzentren des Anbieters richteten sich an öffentliche Einrichtungen, mittelständische Unternehmen sowie internationale Cloud-Anbieter und sollen hohe Sicherheits- und Compliance-Anforderungen erfüllen.