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Millionen kompromittierter Accounts im Darknet

Ransomware nimmt in der DACH-Region zu

Die Bedrohung durch Ransomware steigt weiter: Allein in Deutschland verzeichnete Kaspersky im Jahr 2025 mit über 380 Angriffen einen signifikanten Anstieg gegenüber 2024.

Autor: Andrea Fellmeth • 16.2.2026 • ca. 1:50 Min

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© Photon photo – shutterstock.com

Die aktuelle IT-Bedrohungslage für die DACH-Region zeigt ein besorgniserregendes Bild: Während die reine Zahl der Datenleaks leicht sinkt, erreichen besonders Ransomware-Attacken in Deutschland neue Höchststände – getrieben durch eine kriminelle „Shared Economy“. Die Zeiten, in denen Einzeltäter im stillen Kämmerlein operierten, sind längst vorbei. Moderne Cyberkriminalität im Jahr 2025 gleicht einer modernen Industrie mit strenger Arbeitsteilung. Vom „Initial Access Broker“, der sich auf das Knacken von Zugängen spezialisiert, bis hin zu „Ransomware-as-a-Service“-Anbietern: Der Angriff auf Unternehmen ist heute ein modulares Produkt, das im Darknet gehandelt wird.

Deutschland im Fadenkreuz: Ransomware-Zahlen schnellen hoch

Die aktuelle Analyse von Kaspersky verdeutlicht die Dynamik in der DACH-Region. Vor allem in Deutschland ist der Druck auf Organisationen massiv gestiegen:

  • Deutschland: 384 registrierte Ransomware-Angriffe durch 61 aktive Gruppen – ein drastischer Sprung im Vergleich zum Vorjahr (233 Angriffe).
  • Schweiz: Mit 80 Angriffen (Vorjahr: 70) zeigt sich hier ein moderater, aber stetiger Zuwachs.
  • Österreich: Verzeichnete 49 Attacken durch 26 kriminelle Gruppen (Vorjahr: 32).

„Cyberkriminalität ist heute hochgradig organisiert. Zugänge, Daten und Angriffswerkzeuge werden arbeitsteilig gehandelt und kombiniert“, erklärt Waldemar Bergstreiser, General Manager DACH bei Kaspersky.

Der Rohstoff der Hacker: Millionen kompromittierte Konten

Obwohl die Gesamtzahl der im Darknet gehandelten Kontodaten im Vergleich zu 2024 gesunken ist, bleibt das Volumen gigantisch. Allein in Deutschland wurden im vergangenen Jahr rund 3,5 Millionen kompromittierte Accounts identifiziert. In Österreich (ca. 590.000) und der Schweiz (ca. 531.000) liegen die Zahlen ebenfalls im sechsstelligen Bereich.

Diese Daten dienen Kriminellen als Basis für sogenanntes Cyber-Profiling. Lange bevor die eigentliche Schadsoftware ein System verschlüsselt, erstellen Angreifer detaillierte digitale Profile von Unternehmen und deren Mitarbeitern. Ein einziger ungesicherter Zugang oder eine exponierte Datenbank – von denen in Deutschland 159 entdeckt wurden – reicht oft aus, um eine Lawine ins Rollen zu bringen.

Die Kette der Kriminalität bilden Data Mining (Sammeln von Daten aus Leaks und offenen Datenbanken), der Handel (Verkauf von Zugangsdaten durch spezialisierte Broker) und schließlich die Durchführung (Erpressung durch Ransomware-Experten).

Die Verteidigungsstrategie: Den Spieß umdrehen

In einer vernetzten Welt lassen sich Datenleaks kaum vollständig verhindern. Experten raten Unternehmen daher zu einem Perspektivwechsel: Wer seine eigene digitale Angriffsfläche aus der Sicht eines Hackers kennt, kann schneller reagieren.

Lösungen wie das Digital Footprint Monitoring von Kaspersky setzen genau hier an. Durch die kontinuierliche Analyse von Daten aus dem Deep- und Darkweb können Firmen kompromittierte Zugangsdaten oder technische Schwachstellen identifizieren, bevor diese zum Einfallstor für großangelegte Ransomware-Kampagnen werden. Das Ziel ist klar: Die kriminelle Lieferkette unterbrechen, bevor der erste Klick des Angreifers erfolgt.

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