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Interview

WebRTC & Faktoren für Reseller

Claudia Rayling, Redakteurin funkschau/channelXpert • 30.11.2015 • ca. 1:35 Min

Holger Prange, Solution-Manager
Holger Prange, Solution-Manager "OpenScape Video" bei Unify
© Unify

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channelXpert: Welche Rolle spielt WebRTC dabei?

Prange: WebRTC-basierte Anwendungen können eine Lücke schließen, die SIP-basierte Videokonferenzsysteme nicht abdecken. Ein Beispiel dafür ist „Circuit“, die Communications- und Collaborations-Plattform von Unify: Sie vereint Sprach- und Videokommunikation über den Browser, ermöglicht den Austausch von Textnachrichten, Dateien und Desktop-Inhalten sowie die einfache Integration in bestehende Business-Applikationen und vieles mehr. WebRTC macht die Weiterentwicklung von Produkten auch für Dritte möglich und spannend.

Stegemann: Die Web-Real-Time-Communication spielt, wenn man sie als Browser-zu-Browser-Kommunikation betrachtet – für den professionellen Einsatz eine eher untergeordnete Rolle. Videokonferenzen sollten qualitativ mit realen Konferenzen mithalten können. Die Systeme müssen daher in der Lage sein, Bild, Ton,
Dokumente und Bildschirminhalte in HD-Qualität wiederzugeben. Lösungen wie etwa „Skype“ erfüllen diese Anforderungen nicht und bieten sich daher eher als günstige Alternative für den Einsatz im privaten Umfeld an.

Schwerdtner: Die WebRTC-Vorteile liegen auf der Hand: Als Einstieg in die Welt der Videokommunikation günstig, einfach, auf praktisch jedem Rechner und damit für jeden verfügbar – und damit ein guter „Dooropener“ für weitere Videokonferenzsysteme im Unternehmen. Der gewichtige Nachteil: Hier können nur Punkt-zu-Punkt-Verbindungen aufgebaut werden – Multipoint zu bestehenden Videoconferencing-Systemen sind nur über adäquate Infrastrukturen möglich.

channelXpert: Welche Faktoren sind für Reseller bei der Produkt- und Anbieterwahl entscheidend?

Prange: Reseller sollten auf Interoperabilität mit möglichst vielen Produkten achten. Videokonferenzlösungen, die mit Produkten anderer Hersteller interoperabel und auch offiziell freigegeben oder zertifiziert sind, sind zu bevorzugen. Auch bei künftigen Erweiterungen hat der Reseller auf Basis dessen mehrere Möglichkeiten, weitere Kundenanforderungen zu erfüllen. Auch wenn es um die Peripheriegeräte geht, spielt Interoperabilität eine wichtige Rolle.

Schwerdtner: Der Reseller muss die Prozesse des Endkunden verstehen. Oft weiß Letzterer gar nicht genau, wie er seine Unternehmenskommunikation optimieren kann. Die dafür passende Lösung zu finden, ist Aufgabe des Fachhandels. Hierbei kann es sich um eine kostengünstige, proprietäre Lösung für ein Kleinstunternehmen, aber auch um eine offene, jederzeit erweiterbare und zu vielen Systemen kompatible Lösung handeln. Ein adäquater Herstellerpartner besticht durch ein durchgängiges Portfolio, die hohe Qualität der Audio- und Videokonferenzprodukte, die hohe Interoperabilität der angebotenen Produkte, durch sein globales Service-Netzwerk und natürlich durch seine absolute Fokussierung auf den indirekten Vertrieb.