Sicherheitsbedenken bremsen
- Mobile-Payment: Es stockt die Akzeptanz
- Europas zersplitterter Markt
- Sicherheitsbedenken bremsen
Ein weiterer Grund für die fehlende Euphorie ist die Angst vor Missbrauch. Dies zeigte die im Juli veröffentlichte Studie „Mobile Journey 2013: Europe Overview“ von Assurant Solutions. Das Markforschungsinstitut Harris Interactive befragte dafür 3.800 Teilnehmer in Deutschland, Italien, Spanien und UK. In Deutschland wurde die Befragung mit 722 Handybesitzern durchgeführt. Knapp die Hälfte von ihnen will ihre Einkäufe nicht mit dem Handy bezahlen. 63 Prozent fürchten, dass Unbekannte auf ihre Bankdaten zugreifen könnten. Hier gilt es, das Sicherheitsbedürfnis der Kunden zu bedienen – und zwar nicht durch komplexe Technik, sondern durch transparente Kommunikation und durch intelligente Lösungswege. Eine Versicherung könnte ein Baustein sein, ebenso wie Kulanzregelungen oder Anreizprogramme von Seiten der Händler.
Die Händler ihrerseits sehen aber bisher keine Notwendigkeit, Mobile-Payment voranzutreiben. Die Nachfrage der Kunden ist zu gering. Es stellt sich die Frage nach Ursache und Wirkung: Ist das Angebot eine Reaktion auf die schwache Nachfrage, oder ist die Nachfrage so gering, weil es keine Angebote gibt? Fest steht: In einigen Jahren könnte die Situation völlig anders aussehen. Der Handel will weg vom Bargeldhandling, und mit der Durchdringung von Mobile-Wallet-Lösungen steigt der Druck, einheitliche Lösungen zu entwickeln.
Was bislang fehlt, ist die gemeinsame Kommunikation unter allen Playern – ein „Runder Tisch“, an dem sich alle Akteure versammeln, also Händler, Banken, Kreditkartenanbieter, Payment-Dienstleister, Handyhersteller und Netzbetreiber. Ziel sollte sein, ein einheitliches Modell zu finden, das den Endnutzer überzeugt. Dieser nämlich entscheidet am Ende mit seinen Einkaufsgewohnheiten über Erfolg oder Misserfolg einer Lösung. Umso wichtiger ist also der Austausch zwischen den Akteuren – denn nur sie können die Linie vorgeben und den Konsumenten ihre Skepsis nehmen. Verschiedene Kooperationen einzelner Player führen zur Verwirrung der Kunden und Zerstreuung des Markts. Kurz: Das Spiel ist noch offen.