Wenn überhaupt: nur zarter Silberstreifen am Horizont
- Bayerns Wirtschaft: Lage so schlecht wie nie zuvor
- Wenn überhaupt: nur zarter Silberstreifen am Horizont
Angesichts der Krise verwundert es nicht, dass bayerische Firmen von zunehmenden Problemen bei ihrer Liquiditätsversorgung sprechen. »Die Finanzierungsprobleme haben zugenommen«, sagt der bayerische IHK-Hauptgeschäftsführer Peter Driessen. Hier leiden vor allem Transport- und Logistikunternehmen. 45 Prozent von ihnen geben an, dass Hausbanken Kredite abgelehnt hätten. Driessen führt das zurück auf mangelnde Sicherheiten, einer zunehmenden Bonitätsauslese sowie branchenspezifische Schwierigkeiten.
Relativ stabil zeigt sich indes der bayerische Einzelhandel. Ein Indiz dafür, dass die Wirtschaftskrise noch nicht bei allen Verbrauchern angekommen ist. Ein knappes Viertel der bayerischen Einzelhändler sei mit der derzeitigen Situation unverändert zufrieden. Doch befürchten sie eine zunehmende Verunsicherung der Verbraucher und steigende Arbeitslosigkeit.
Noch sei der Arbeitsmarkt in Bayern »robuster als erwartet«, was Driessen auch auf das beschäftigungspolitisch gute Instrument der Kurzarbeit zurückführt. Aber: Sollten sich die Auftragsbücher in den kommenden Monaten nicht wieder füllen, könnte auch die Brückenfunktion Kurzarbeit ihren Sinn verfehlen.
Außerdem wird die Kurzarbeit einen Abbau von Jobs auch dann nicht verhindern können, wenn die Wirtschaft wieder anspringt. »Es wird mit Sicherheit nicht gelingen, alle Arbeitsplätze zu erhalten«, sagt Driessen. Die Arbeitslosigkeit in Bayern werde in den nächsten Monaten steigen.
Immerhin: Wenn es schlimmer nicht mehr geht, muss man wenigstens von einer gebremsten Talfahrt der bayerischen Wirtschaft sprechen. So überschreibt die IHK Bayern ihren Konjunkturbericht Sommer 2009. Eine Hoffnung auf bessere Zeiten, die laut dem Propheten Mühlhiasl erst nach dem Untergang kommen werden.