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Erfolgreiche Hausmesse »IM.Top«

Ingram Micro auf Expansionskurs

Ingram Micro präsentiert sich auf seiner Großveranstaltung »IM.Top« expansionslustig: Vor allem im Lösungsgeschäft sieht der Broadline-Distributor nämlich krisensicheres Wachstumspotenzial. In den Fokus-Segmenten Mobility, Security oder Virtualisierung peilt der Distributor ein organisches Wachstum an. Doch auch Akquisitionen schließt Ingram-Chef Gerhard Schulz nicht aus.

Autor: Samba Schulte • 14.5.2009 • ca. 1:30 Min

Inhalt
  1. Ingram Micro auf Expansionskurs
  2. Lösungs-Reseller als Krisenlöser
  3. Intertrade integriert

Auch wenn die Ingram-Manager die Konkurrenz ihrer Traditionsveranstaltung »IM.Top« zur erfolgreichen April-Veranstaltung »Channel Trends + Visions« von Wettbewerber Actebis eher herunterspielten, am Ende war man wohl doch froh, dass die Ingram Micro-Hausmesse pünktlich zum zehnjährigen Jubiläum wieder gute Werte in punkto Aussteller- und Besucherzahlen erzielte. Fast 4.000 Teilnehmer, davon 2.800 Fachhandelskunden, informierten sich im OCE-Center in Poing bei München über das Angebot von rund 150 Hersteller- Partnern. Diese Teilnehmerzahlen waren natürlich auch darauf zurückzuführen, dass der Broadliner seine erfolgreiche Retailer- Veranstaltung »Retail Summer« erstmals in die Hausmesse integrierte. So informierten sich gemeinsam mit den IT-Resellern und Systemhäusern diesmal auch die Einkäufer der großen Consumer-Märkte und -ketten auf der »IM.Top«.

Gerade das Consumer-Geschäft überraschte Gerhard Schulz in der wirtschaftlich angespannten Situation zuletzt positiv: »Das Consumer-Geschäft ist getragen von der Nachfrage der Privatkunden relativ stabil, die großen Etailer verzeichnen sogar ein starkes Wachstum«, analysiert der Ingram Micro-Chef. Trotzdem fällt seine Prognose für das zweite Halbjahr auch für das Consumer-Business eher düster aus: »Ich erwarte, dass dieser positive Geschäftsverlauf im zweiten Halbjahr einknickt, es kommt mit Anstieg der Arbeitslosigkeit zu einer Reduktion der Kaufkraft.« Im Business-to-Business- Bereich habe die Wirtschaftskrise ohnehin schon durchgeschlagen: »Große Projekte werden verschoben oder sogar abgesagt.« Über die gesamte Distribution hinweg bewege man sich im B-2-B-Geschäft bereits rund zehn Prozent unter dem Vorjahres-Niveau.

Trotzdem rückt der Distributor auf der »IM.Top« sein Value add-Angebot, vor allem den Software- Bereich, in den Fokus der eigenen Präsentationen. Denn Schulz erkennt in der gegenwärtigen Situation auch eine Chance für den Fachhandel: Die Fachhändler könnten schließlich über IT-basierte Prozessoptimierung auch als Krisenlöser auftreten. Damit greift Schulz, der in den Jahren zuvor im Zeichen der sich anbahnenden Krise die Prozessoptimierung und damit einhergehende Skaleneffekte für seinen Channel fokussierte, nun auch auf thematischer Ebene Lösungsszenarien für die prekäre wirtschaftliche Situation im Channel auf. »Absolut wichtig ist uns, die Weiterentwicklung des Fachhandelsangebots und deren Geschäftsmodelle«, fasst der Ingram- Chef zusammen und ergänzt: »In zwölf Monaten werden die Geschäftsmodelle vieler Fachhändler komplett anders aussehen als heute.«