Vier statt sechzehn (Fortsetzung)
- Vier statt sechzehn
- Vier statt sechzehn (Fortsetzung)
- Vier statt sechzehn (Fortsetzung)
Migration Schritt für Schritt
Im Sommer folgen die Software der Personalabteilung und Documentum. »Diese beiden Applikationen können heute noch nicht mit der Version AIX 5.3, dem Betriebssystem der Server arbeiten. So fehlen für unsere Personal Management Systemsoftware noch entsprechende Cobol-Compiler«, berichtet Beckers. Ende Juli Juni soll auch der Migrationsprozess dieser Anwendungen abgeschlossen sein.
Die Abwicklung des Projekts, das bis zum Abschluss aller Umstellungen rund ein halbes Jahr dauern wird, beanspruchte rund 160 Manntage der Mitarbeitern der Stadtwerke Düsseldorf. Das Projektteam hatte fünf Mitglieder, von denen einen der Integrator Bechtle stellte. »Bechtle hat mit uns das Konzept erstellt und uns bei der Implementierung der Virtualisierung unterstützt«, berichtet Beckers. Insgesamt investierte der Integrator etwa 20 Manntage. Die externe Projektkoordination übernahm ein Mitarbeiter der IBM-Tochterfirma IT Services and Solutions GmbH.
Während der Installation und Migration traten nur kleinere Probleme auf, die bei derartigen Installationen durchaus üblich sind. So musste die p5 590 wegen Aktualisierungen im Microcode heruntergefahren werden. ?Das verursachte jeweils eine Downtime von drei bis drei vier Stunden?, sagt Beckers.
Außerdem wurden die Red Books zu den Servern in sehr kurzen Abständen aktualisiert, wobei die Änderungen nicht immer klar zu erkennen waren. Auch die Patches konnten nur mit viel Aufmerksamkeit in die richtige Reihenfolge gebracht werden. Die Link-Aggregation-Funktion arbeitete aufgrund eines Fehlers im Hash-Algorithmus nicht einwandfrei, dies wurde jedoch mit einem Wartungsrelease (Fixpack 7) behoben. »Leider wusste der Support von IBM noch nicht genug über die neuen p5 590-Systeme, deshalb dauerte es oft länger, bis wir die richtigen Ansprechpartner am Telefon hatten«, moniert Beckers weiter.
Allerdings ist der IT-Manager trotz dieser kleinen Pannen bereits jetzt sehr zufrieden mit der Gesamtleistung seiner neuen Server. »Das Sizing passt für uns sehr gut, wir bekommen mehr Performance, als wir erwartet hätten und können Prozessoren bei Bedarf nutzen«, sagt Beckers. Auch die Auslastung, die früher bei 60 Prozent lag, ist heute tendenziell besser. »Wir streben mit unserer jetzigen Infrastruktur Vollauslastung an.« Der Administrationsaufwand hat sich um etwa 15 Prozent reduziert.
Weniger Wartungskosten, weniger Stromverbrauch
Die Kostenstruktur kommt den Bedürfnissen der Stadtwerke ebenfalls entgegen. Durch die Rücknahme der Altsysteme und die neuen Leasing- und Wartungsverträge sind die Gesamtbetriebskosten für drei Jahre um 400000 Euro gesunken. Ebenfalls erfreulich: die neuen Server verbrauchen weniger Strom. »Das macht im Jahr 14000 Euro aus«, sagt Beckers.
Außerdem ermöglicht die neue Infrastruktur dem IT-Bereich, als SAP-Hoster gegenüber externen Kunden aufzutreten und so von den Stadtwerken Düsseldorf unabhängige Gewinne zu erwirtschaften ? ein wichtiges Plus in einer Zeit, da auch IT-Abteilungen Profite abwerfen oder zumindest so kostengünstig wie möglich arbeiten sollen. Dafür kommt besonders das SAP-Modul für den Bereich Abfallwirtschaft in Frage.
Schließlich sind die Stadtwerke Düsseldorf nun für neue Liberalisierungsschritte der Europäischen Union (EU) ab Mitte 2007 vorbereitet. So werden Netz und Vertrieb der Energieversorger in Zukunft getrennt. Mit den neuen Servern können die Stadtwerke Düsseldorf ohne große IT-Änderungen zwei eigenständige Unternehmen bilden, wie das die EU-Vorlagen verlangen.