Viel Müll - hohe Kosten
- Wer Aufzug fährt, zahlt
- Viel Müll - hohe Kosten
Ein ähnliches Szenario nutzerabhängiger Entgelte gibt es bereits auf dem Gebiet der Entsorgung. Wer viel privaten Müll produziert, wird dafür auch kräftiger zur Kasse gebeten. Auf diesem Prinzip bietet beispielsweise das Systemhaus CZEWO DATA aus Neutraubling eine RFID-Lösung für Entsorger an. Der auf der Mülltonne angebrachte Transponder identifizieren den Besitzer, eine Waage auf dem Mülltransporter wiederum registriert das Gewicht der Tonne und meldet die Daten an den LKW-Bordcomputer, der am Ende eines Arbeitstages die gespeicherten Daten an eine zentrale Stelle schickt, wo sie für eine individuelle Abrechnung nach Müllaufkommen aufbereitet werden. Mit Hilfe von RFID kann so der sonst übliche Pro-Kopf-Umschlag des Mülltarifs auf jeden Haushalt umgangen werden.
Ärger beim Aufzug fahren vermeiden
Auch andere, bislang noch abwegig erscheinende Nutzungsszenarien werden heute schon mit der RFID-Technologie realisiert. Zum Beispiel: Das Verursacherprinzip beim Aufzug fahren. Die Neusser Bauverein AG kann ein Lied davon singen, was es heißt, in Mietshäusern nachträglich einen Aufzug einzubauen. Die Bewohner der oberen Stockwerke sind begeistert, während die Mieter im Erdgeschoss aus nahe liegenden Gründen keinerlei Interesse an einer solchen Baumaßnahme zeigen.
Die Lösung: Die Mieter erhalten mit neuen Schlüsseln auch RFID-Transponder, mit denen sie auf den Etagen montierte Lesegräte benutzen und die Aufzugskabine rufen. In der Kabine wird mit einem weiteren Lesegerät die Fahrt freigegeben. Für jede Wohnung gibt es einen Transponder mit unterschiedlicher Codierung, so dass ein Kartenlesegerät die Anzahl der getätigten Fahrten des jeweiligen Mieters festhalten und zum Stichtag jährlich auslesen und abrechnen kann. Das Abrechnungssystem verbucht neben einer von jedem Mieter zu tragenden Grundgebühr eine Betriebskostenerfassung nach tatsächlich in Anspruch genommenen Aufzugsfahrten. Nebenbei kann das System unberechtigten Personen die Fahrt verweigern, wovon sich der Neusser Bauverein auch Schutz gegen Vandalismus verspricht.