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DKV-Studie zur E-Mobilität in Europa

E-Flotten im Aufwind, Kosten als Bremse

Eine aktuelle Studie von DKV Mobility zeigt, dass viele Unternehmen in Europa den Ausbau ihrer Elektroflotten planen. Gleichzeitig würden steigende Kosten, hohe Energiepreise und Defizite bei der Ladeinfrastruktur die Umsetzung erschweren und die Transformation verlangsamen.

Autor: Diana Künstler • 25.3.2026 • ca. 1:55 Min

DKV Mobility E-Mobilität
© DKV Mobility

Die Elektrifizierung von Unternehmensflotten in Europa nehme laut Herstellerangaben weiter Fahrt auf. Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen plane, innerhalb der kommenden zwei Jahre den Anteil vollelektrischer Fahrzeuge zu erhöhen. Für die Studie führte das Marktforschungsinstitut Innofact AG im November 2025 insgesamt 1.732 standardisierte Online-Interviews mit Fuhrparkverantwortlichen in acht europäischen Ländern durch.

Gleichzeitig bleibe der Transformationsprozess komplex. Unternehmen stünden vor der Herausforderung, wirtschaftliche, regulatorische und infrastrukturelle Anforderungen miteinander zu vereinen. Die Elektrifizierung werde daher als strategische Aufgabe im Flottenmanagement betrachtet.

Klassische Antriebe weiterhin dominierend

Trotz zunehmender Investitionen in Elektromobilität dominierten konventionelle Antriebe weiterhin die Unternehmensflotten. Diesel- und Benzinfahrzeuge stellten nach wie vor den Großteil der Flotten dar. Elektrifizierte Antriebe – insbesondere batterieelektrische Fahrzeuge und Plug-in-Hybride – würden jedoch zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Im europäischen Vergleich zeigten sich deutliche Unterschiede: Länder wie die Niederlande verfügten laut Studie bereits über einen überdurchschnittlich hohen Anteil vollelektrischer Fahrzeuge. In Mittel- und Osteuropa hingegen würden weiterhin verstärkt klassische Antriebe sowie hybride Übergangslösungen eingesetzt.

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Deutschland im Mittelfeld mit Infrastruktur-Fokus

Deutschland positioniere sich im europäischen Vergleich im Mittelfeld, weise jedoch einen leicht erhöhten Anteil an vollelektrischen Fahrzeugen auf. Auffällig sei laut Unternehmen insbesondere die vergleichsweise starke Verbreitung unternehmenseigener Ladeinfrastruktur.

Viele Organisationen investierten gezielt in Wallboxen und Ladelösungen am eigenen Standort, um die Betriebssicherheit elektrischer Flotten zu erhöhen. Die öffentliche Schnellladeinfrastruktur werde hingegen weiterhin als ausbaufähig bewertet.

Kosten und Energiepreise als zentrale Bremsfaktoren

Als wesentliche Herausforderung der Elektrifizierung würden vor allem wirtschaftliche Aspekte genannt. Unternehmen sähen sich mit steigenden Anschaffungskosten für Elektrofahrzeuge sowie erhöhten Energiepreisen konfrontiert.

Zusätzlich würden begrenzte Reichweiten und eine unzureichende öffentliche Ladeinfrastruktur die Planungssicherheit beeinträchtigen. Diese Faktoren könnten laut Einschätzung der Befragten das Tempo der Transformation erheblich beeinflussen.

Investitionen in eigene Ladeinfrastruktur

Ein zentraler Trend sei der Ausbau unternehmenseigener Ladeinfrastruktur. Bereits heute verfügten rund 90 Prozent der Unternehmen mit Elektrofahrzeugen über entsprechende Lademöglichkeiten am eigenen Standort.

Eine deutliche Mehrheit plane zudem, diese Infrastruktur in den kommenden zwei Jahren weiter auszubauen. Ziel sei es, die Integration elektrischer Fahrzeuge in bestehende Betriebsprozesse zu erleichtern und die Abhängigkeit von externer Infrastruktur zu reduzieren.

Strategische Bedeutung für das Fuhrparkmanagement

Die Studie verdeutliche, dass drei Faktoren das Fuhrparkmanagement maßgeblich prägen:

  1. steigender Kostendruck,
  2. wachsende Nachhaltigkeitsanforderungen
  3. und die zunehmende Elektrifizierung.

Insbesondere größere Unternehmen und Akteure im Transportsektor seien von diesen Entwicklungen betroffen. Gleichzeitig würden viele Organisationen ihre Flottenstrategie langfristig anpassen und den Anteil elektrifizierter Fahrzeuge kontinuierlich erhöhen.

Perspektiven der Flottentransformation

Rund 56 Prozent der befragten Unternehmen beabsichtigten laut Anbieter, ihre Flotten verstärkt auf vollelektrische Fahrzeuge umzustellen. Ein Rückgang werde nur von einem kleinen Teil erwartet. Plug-in-Hybride blieben dabei eine relevante Übergangstechnologie, während klassische Verbrenner perspektivisch an Bedeutung verlieren dürften.

Entscheidend für den weiteren Fortschritt werde sein, ob sich Rahmenbedingungen wie Energiepreise, Investitionskosten und Ladeinfrastruktur parallel zur steigenden Nachfrage entwickeln.