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KI-Assistent NOA für Netzbetrieb

O2 Telefónica entwickelt digitalen Sparrings­partner für Netzingenieure

O2 Telefónica setzt mit dem KI-Agenten NOA auf automatisierte Unterstützung im Netzbetrieb. Die Lösung soll Analyse- und Entstörungsprozesse beschleunigen, die Effizienz steigern und Netzteams durch datenbasierte Handlungsempfehlungen entlasten.

Autor: Diana Künstler • 20.3.2026 • ca. 2:00 Min

automatisierter Netzbetrieb
NOA (Symbolbild) unterstützt die Netzteams im Tagesgeschäft bei der Analyse und Entstörung im Netz von O2 Telefónica.
© iStock / gorodenkoff/O2 Telefónica

O2 Telefónica hat mit dem Network Operations Agent „NOA“ eine KI-basierte Lösung für den Netzbetrieb entwickelt. Der Agent soll laut Unternehmen als digitaler Sparringspartner für Netzingenieure und Service-Manager fungieren und sie im operativen Tagesgeschäft unterstützen. Ziel sei es, die Stabilität und Effizienz des Netzes weiter zu erhöhen.

Die Lösung basiere auf generativer KI und analysiere vorhandene Netzdaten, um daraus Handlungsempfehlungen abzuleiten. Netzexperten erhielten auf dieser Basis Vorschläge zur Fehleranalyse und Entstörung sowie Hinweise zur Optimierung der Netzverfügbarkeit.

Beschleunigte Analyse- und Entscheidungsprozesse

Nach Angaben des Unternehmens verkürze der Einsatz von KI die Zeitspanne zwischen Problemerkennung und Reaktion deutlich. NOA liefere strukturierte Antworten auf technische Fragestellungen und schlage konkrete Maßnahmen vor, die sich an historischen Daten und vergleichbaren Störfällen orientieren sollen.

Das System hebe zudem relevante Diagnoseansätze hervor und priorisiere mögliche Lösungswege. Dadurch könnten operative Prozesse standardisiert und beschleunigt werden. Gleichzeitig solle die Qualität der Fehlerbehebung steigen.

Wissensmanagement und Trainingseffekte

Neben der operativen Unterstützung soll NOA auch als Wissensplattform dienen. Das System bereite Informationen adressatengerecht auf und ermögliche den Zugriff unabhängig vom Erfahrungsniveau der Nutzer. Insbesondere für neue Mitarbeitende könne dies den Einarbeitungsprozess erleichtern.

Darüber hinaus unterstütze die mehrsprachige Auslegung des Systems internationale Teams und fördere den unternehmensweiten Wissenstransfer. Das Unternehmen sieht darin einen Ansatz zur nachhaltigen Sicherung von Know-how im Netzbetrieb.

Mallik Rao, O2 Telefónica
„Unsere Netzexperten können gezielt Fragen an die KI stellen. NOA liefert darauf präzise Antworten und schlägt konkrete Schritte für Analyse und Entstörung vor. Das System hebt hervor, worauf zu achten ist, welche Diagnosen sinnvoll sind und welche Lösungen sich in der Vergangenheit bei ähnlichen Fällen bewährt haben. NOA ist wie ein allwissender Arbeitskollege, der Tag und Nacht für Ratschläge zur Verfügung steht”, sagt Mallik Rao, Technik- und Geschäftskundenvorstand von O2 Telefónica.
© O2 Telefónica

Beitrag zur Autonomous Network Strategy

NOA ist Teil der sogenannten „Autonomous Network Journey“ von O2 Telefónica. Das Unternehmen verfolgt das Ziel, den Netzbetrieb bis 2030 weitgehend zu automatisieren und einen Autonomiegrad der Stufe 4 zu erreichen. In diesem Szenario sollen Systeme im Regelbetrieb eigenständig überwachen, analysieren und Störungen beheben.

Netzexperten würden sich dann primär auf komplexe oder neuartige Problemstellungen konzentrieren, während Standardprozesse automatisiert ablaufen. Der KI-Agent stelle dabei eine zentrale Komponente für die schrittweise Transformation dar.

Integration in bestehende KI-gestützte Netzlösungen

Der Einsatz von NOA ergänzt bestehende KI-Anwendungen im Unternehmen. Dazu zählt unter anderem ein digitaler Zwilling des Netzes, der Analysen und Simulationen ermöglicht. Weitere Systeme unterstützen die Priorisierung von Störungen sowie die Planung von Wartungseinsätzen und Techniker-Routen.

Auch im Bereich Kapazitätsplanung setzt das Unternehmen auf KI: Eine Traffic-Forecasting-Lösung prognostiziere die Datennutzung auf Standortebene, um Ausbauentscheidungen datenbasiert zu treffen. Zudem optimiere KI den Energieeinsatz im Netz, indem Frequenzen und Kapazitäten bedarfsgerecht gesteuert werden. Laut Unternehmensangaben lasse sich so der Energieverbrauch im Antennennetz um etwa zehn Prozent reduzieren.

Skalierbarkeit und betriebliche Effekte

Durch den Einsatz von NOA erwartet O2 Telefónica eine steigende Automatisierungsquote bei der Ticketbearbeitung. Ein wachsender Anteil von Störungen könne vollständig automatisiert verarbeitet werden, was zu einer Entlastung der Netzteams führen dürfte.

Die Lösung sei darauf ausgelegt, sich in bestehende Betriebs- und IT-Systeme zu integrieren und skalierbar auf unterschiedliche Netzbereiche angewendet zu werden. Damit adressiert das Unternehmen sowohl Effizienzsteigerungen im Betrieb als auch strategische Anforderungen an zukünftige, hochautomatisierte Netzarchitekturen.