Payment wird Schlüsselfaktor fürs Parken
Im Park- und Mobilitätsumfeld werden integrierte Payment-Systeme laut Branchenexperten zum Wettbewerbsfaktor. Echtzeitzahlungen, EU-Regulierung und digitale Wallets erhöhen den Modernisierungsdruck auf Betreiber und Kommunen deutlich.
Der Parksektor befinde sich nach Einschätzung von Branchenvertretern in einem grundlegenden Transformationsprozess. Parken sei heute nicht mehr isolierter Einzelvorgang, sondern Bestandteil einer durchgängigen Mobilitätskette, die Navigation, E-Ladeinfrastruktur, Sharing-Modelle und abonnementbasierte Angebote umfasse.
Mit der zunehmenden Integration in digitale Plattformen steige die Erwartungshaltung der Nutzer an Einfachheit, Transparenz und Geschwindigkeit. Während Städte und Betreiber in Sensorik, Zugangssysteme und digitale Services investierten, bleibe der Zahlungsprozess häufig technologisch fragmentiert.
Nach Einschätzung von Jonas Suijkerbuijk, Gründer und CEO des Zahlungsdienstleisters Billogram, entwickle sich Payment damit vom operativen Abwicklungsthema zur strategischen Kerninfrastruktur moderner Mobilitätsangebote.
Fragmentierte Payment-Landschaften als Effizienzrisiko
Viele Betreiber arbeiteten weiterhin mit getrennten Lösungen für Zahlungsabwicklung, Abrechnung, Mahnwesen und Reporting. Diese historisch gewachsenen Strukturen führten laut Branchenexperten zu erhöhtem administrativem Aufwand, eingeschränkter Echtzeitfähigkeit und komplexen Abstimmungsprozessen.
Mehrere Zahlarten, fehlende Automatisierung sowie nationale Insellösungen könnten nicht nur die Customer Experience beeinträchtigen, sondern auch Skalierungsstrategien behindern. Erlösmodelle stünden unter Druck, wenn Bezahlprozesse Reibungsverluste erzeugten oder internationale Nutzung nicht nahtlos abbildeten.
Suijkerbuijk argumentiert, der Bezahlvorgang sei häufig der einzige direkte Kontaktpunkt zwischen Betreiber und Nutzer. Funktioniere dieser Moment nicht zuverlässig, wirke sich dies unabhängig von der Qualität der übrigen Infrastruktur unmittelbar auf die Wahrnehmung des Angebots aus.
Echtzeit, Wallets und grenzüberschreitende Nutzung
Mit der Verbreitung digitaler Wallets, Instant Payments und E-Mobilitätsangeboten steige die Erwartung an Echtzeitverarbeitung und transparente Abrechnungsmodelle. Nutzer würden lokale Zahlarten ebenso erwarten wie eine konsistente Abwicklung über Ländergrenzen hinweg.
Für Betreiber und Kommunen könnten strategisch aufgesetzte Payment-Strukturen neue Preismodelle, abonnementbasierte Angebote und multimodale Services ermöglichen. Zahlungsprozesse fungierten damit als Enabler für datengetriebene Geschäftsmodelle und stabile Erlösströme.
Parallel arbeite Billogram nach eigenen Angaben an Lösungen zur Betrugsprävention, da Fraud im Mobilitätsumfeld zunehmend an Bedeutung gewinne.
Regulierung als Modernisierungstreiber
Europäische Regulierungen wie PSD3, SEPA Instant oder Initiativen zu digitalen Identitäten erhöhten den Anpassungsdruck auf bestehende Payment-Architekturen. Gleichzeitig böten sie die Grundlage für standardisierte Schnittstellen, automatisierte Prozesse und höhere Sicherheit.
Unternehmen, die regulatorische Anforderungen frühzeitig in ihre Systemarchitektur integrierten, könnten laut Einschätzung des Herstellers operative Risiken reduzieren und Compliance-Strukturen stärken. Regulierung werde damit nicht ausschließlich als Belastung, sondern als Differenzierungsfaktor im Wettbewerb betrachtet.
Skalierbare SaaS-Plattform für regulierte Märkte
Billogram wurde 2011 in Schweden gegründet und positioniert sich als Anbieter einer SaaS-Plattform für Rechnungsstellung, Zahlungsabwicklung und Kundenmanagement. Das Unternehmen gibt an, branchenübergreifend mit Organisationen zu arbeiten, die hohe Transaktionsvolumina, wiederkehrende Zahlungen und regulatorische Anforderungen bewältigen müssen, darunter Energieversorger, Telekommunikationsanbieter, Versicherungen sowie zunehmend Mobilitätsdienstleister.
Die Plattform soll integrierte Prozesse für Abrechnung, Zahlungsmanagement und Kommunikation ermöglichen und damit manuelle Abstimmungen reduzieren. Laut Unternehmensangaben sind mehr als 100 Mitarbeitende am Standort Stockholm tätig; Billogram sei in mehreren europäischen Märkten aktiv.
Wettbewerbsfähigkeit entscheidet sich im Payment
Nach Einschätzung von Suijkerbuijk werde sich die wirtschaftliche Zukunft von Park- und Mobilitätsangeboten weniger an physischen Standorten als an der Leistungsfähigkeit der zugrunde liegenden Payment-Infrastruktur entscheiden.
Betreiber, die Zahlungsprozesse nicht integriert, automatisiert und skalierbar aufstellten, liefen Gefahr, gegenüber digitalen Plattformmodellen an Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren. Moderne, compliance-konforme Payment-Systeme würden damit zur Voraussetzung für effizienten Betrieb, internationale Skalierung und Akzeptanz neuer Mobilitätsservices.