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Agentische Funktionen für mehr Fokus

Zoom macht KI zum Workflow-Motor

Mit My Notes und Personal Workflows erweitert Zoom seinen AI Companion um agentische KI. Die Lösung soll Meetings plattformübergreifend dokumentieren, Routineaufgaben automatisieren und Teams durch kontextbasierte Analysen produktiver machen.

Autor: Diana Künstler • 17.2.2026 • ca. 2:35 Min

Zoom Workplace
Mit „My Notes“ lassen sich Meeting-Notizen in Zoom Workplace erfassen und KI-gestützt strukturieren sowie inhaltlich anreichern.
© Zoom

Zoom positioniert seinen AI Companion als agentische KI-Lösung, die laut Unternehmen von einer reaktiven Assistenz zu einer proaktiven Arbeitsunterstützung weiterentwickelt worden sei. Die neuen Funktionen „My Notes“ sowie „Personal Workflows“ befänden sich teilweise noch in der Beta-Phase und sollen sukzessive allgemein verfügbar gemacht werden.

Der AI Companion sei Bestandteil kostenpflichtiger Zoom-Workplace-Abonnements oder separat buchbar. Für Nutzer kostenfreier Konten bestehe die Möglichkeit eines eingeschränkten Zugangs mit monatlichen Nutzungsgrenzen. Strategisch adressiere Zoom damit Unternehmen, die KI-gestützte Automatisierung in bestehende Kollaborationsprozesse integrieren möchten.

Nach Angaben des Herstellers solle die Lösung nicht nur Aufgaben unterstützen, sondern Bedarfe antizipieren, Prozesse automatisieren und so die Effizienz im Arbeitsalltag erhöhen.

„My Notes“: Plattformübergreifende Meeting-Dokumentation

Mit „My Notes“ führt Zoom eine personalisierte Notizfunktion ein, die Besprechungen über verschiedene Plattformen hinweg erfassen könne. Neben Zoom Meetings würden laut Anbieter auch Meetings in Microsoft Teams, Google Meet sowie Präsenztermine unterstützt.

Die Funktion ermögliche es, eigene Notizen mit Transkripten anzureichern, sofern verfügbar. Auf dieser Basis erstelle der AI Companion eine individualisierte Zusammenfassung mit priorisierten Kernaussagen und To-dos. Ziel sei es, Follow-up-Aufgaben effizienter umzusetzen und Informationsverluste zu vermeiden.

Für Präsenzbesprechungen stellt Zoom eine Sprachaufzeichnungsfunktion im mobilen Client bereit, die die KI-gestützte Zusammenfassung erweitere. Darüber hinaus sollen Meeting-Notizen zentral im Zoom Hub abrufbar sein, unabhängig von der genutzten Meeting-Plattform. Eine browserbasierte Nutzung mit Transkriptionsfunktion sei ebenfalls vorgesehen.

Aus Unternehmenssicht könnte die plattformübergreifende Aggregation von Besprechungsinhalten dazu beitragen, Medienbrüche zu reduzieren und Wissenssilos aufzubrechen. Insbesondere in hybriden Arbeitsumgebungen mit heterogenen Tool-Landschaften adressiere Zoom damit ein verbreitetes Organisationsproblem.

„Personal Workflows“: Automatisierung per natürlicher Sprache

Mit „Personal Workflows“ erweitert Zoom die Automatisierungsfunktionen innerhalb von Zoom Workplace. Wiederkehrende Aufgaben wie Statusupdates oder Follow-up-Nachrichten könnten laut Hersteller mithilfe natürlicher Sprache definiert werden.

Anwender würden beispielsweise formulieren, dass nach jedem Kundengespräch automatisch eine Zusammenfassung erstellt und innerhalb eines festgelegten Zeitraums versendet werden solle. Der AI Companion generiere daraufhin einen entsprechenden Workflow und führe diesen automatisiert aus.

Zoom Workplace
„Personal Workflows“ automatisieren wiederkehrende Routineaufgaben und sollen so die Produktivität in Arbeitsprozessen erhöhen.
© Zoom

Die Lösung basiere auf rollenbasierten Vorlagen sowie Natural-Language-Generation-Technologien. Dadurch solle die Einrichtung von Automatisierungen vereinfacht und auch für Fachabteilungen ohne tiefgehende IT-Kenntnisse zugänglich gemacht werden. Anpassungen und Optimierungen bestehender Workflows seien ebenfalls möglich.

Für Unternehmen könne dies bedeuten, dass administrative Prozesse standardisiert und konsistent umgesetzt werden, ohne zusätzliche Integrationsplattformen oder komplexe Skripterstellung einsetzen zu müssen. Insbesondere im Vertrieb, Projektmanagement oder Service-Umfeld seien entsprechende Szenarien denkbar.

Erweiterter Kontext durch Datenintegration

Mit der Version AI Companion 3.0 integriert Zoom laut eigenen Angaben Team-Chat-Daten in die KI-Verarbeitung. Dadurch solle der Zugriff auf organisationsinternes Wissen erweitert und kontextbezogene Antworten ermöglicht werden.

Zusätzlich unterstütze die Lösung den Upload von Bildern, PDFs und Textdokumenten. Inhalte aus Diagrammen, Whiteboards oder Berichten könnten analysiert und in die KI-gestützte Auswertung einbezogen werden. Damit erweitere Zoom den Anwendungsbereich über reine Texttranskription hinaus in Richtung multimodaler Analyse.

Für Unternehmen sind hierbei insbesondere Aspekte wie Datenschutz, Zugriffskontrolle und Compliance relevant. Zoom verweist auf seine etablierten Sicherheits- und Datenschutzrichtlinien innerhalb der Zoom-Workplace-Umgebung. Die Integration in bestehende Unternehmensrichtlinien und Governance-Strukturen dürfte ein zentraler Evaluationspunkt für IT-Entscheider sein.

Skalierbarkeit und Integration in Unternehmensumgebungen

Die neuen Funktionen sind laut Hersteller in die bestehende Zoom-Workplace-Plattform integriert und sollen sich ohne zusätzliche Drittanbieter-Tools nutzen lassen. Durch die Unterstützung externer Meeting-Plattformen sowie browserbasierter Anwendungen adressiere Zoom hybride IT-Landschaften.

Für größere Organisationen könne insbesondere die Skalierbarkeit innerhalb bestehender Lizenzmodelle relevant sein. Da die Funktionen in kostenpflichtigen Plänen enthalten seien, lasse sich die KI-Nutzung in bestehende Beschaffungs- und Budgetstrukturen einordnen.

Mit dem strategischen Fokus auf agentische KI positioniert sich Zoom im Wettbewerb mit anderen Kollaborationsanbietern, die zunehmend auf KI-gestützte Automatisierung und Wissensmanagement setzen. Ziel sei es laut Unternehmen, den Übergang von reaktiver Produktivität zu proaktiver, kontextbasierter Arbeitsunterstützung zu ermöglichen.