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Für Aufbau souveräner, KI‑fähiger Mobilfunknetze

O2 Telefónica bewirbt sich um EU‑Fördergelder

Der Telekommunikationsanbieter O2 Telefónica bewirbt sich mit einem deutschen Forschungs- und Wirtschaftskonsortium um Fördermittel für den Aufbau souveräner KI-Infrastrukturen im Mobilfunknetz.

Autor: Andrea Fellmeth • 9.2.2026 • ca. 1:10 Min

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Mallik Rao ist Technikvorstand von O2 Telefónica.
© O2 Telefónica

Unter der Leitung von O2 Telefónica bewirbt sich ein deutsches Forschungs- und Wirtschaftskonsortium um Fördermittel für das Infrastrukturprojekt „SPINE“ (Sovereign Platform for Intelligent Network Evolution). Das Ziel des mit rund 43 Millionen Euro veranschlagten Vorhabens: Mobilfunknetze zu einer souveränen, KI-gestützten Basis für die europäische Digitalisierung weiterzuentwickeln.

Das Projekt ist Teil des EU-Förderinstruments IPCEI AI, das strategische Schlüsseltechnologien in Europa stärken soll. „Die Zukunft der Künstlichen Intelligenz entscheidet sich im Netz“, betont Mallik Rao, Technikvorstand von O2 Telefónica. SPINE soll sicherstellen, dass datenintensive Anwendungen – von der Telemedizin bis zur vernetzten Mobilität – künftig schnell, energieeffizient und nach europäischen Sicherheitsstandards direkt in der Netzinfrastruktur verarbeitet werden können.

Starke Partner für die „Netze der Zukunft“

Zum Konsortium gehören führende Institutionen und Unternehmen:

  • Forschung: Fraunhofer FOKUS, Fraunhofer HHI, Fraunhofer IIS und die Technische Universität Darmstadt, letztere auch im Austausch mit der TU Delft in den Niederlanden.
  • Industrie- und Technologie: Nokia, Capgemini, Sopra Steria und LTIMindtree sowie die Startups AiVader und Highstreet Technologies.

Prof. Dr. Manfred Hauswirth (Fraunhofer FOKUS) sieht in SPINE einen „zentralen Beitrag zur Weiterentwicklung europäischer KI-Infrastrukturen“. Konkret wird daran gearbeitet, Mobilfunknetze durch Edge-Computing und automatisierte Orchestrierung so zu optimieren, dass sie geringste Latenzen bei maximaler Datensouveränität bieten.

Von der Forschung in die Praxis

Das Projekt folgt einem strukturierten Ansatz: Von der Bedarfsanalyse über KI-gestützte Netzplanung bis hin zur Validierung sektorspezifischer Modelle (z. B. für intelligente Energienetze). Dabei profitiert O2 Telefónica von Erfahrungen aus Spanien, wo der Konzern bereits eine landesweite Edge-Infrastruktur aufbaut. SPINE soll nun sicherstellen, dass Deutschland und Europa bei der nächsten Generation der KI-fähigen 5G- und 6G-Infrastrukturen technologisch unabhängig bleiben.