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Huawei IdeaHub S3

Whiteboard mit ChatGPT im Test

Mit dem IdeaHub S3 stellt Huawei sein neues Flaggschiff-Whiteboard vor und positioniert es als Allroundtalent. Befeuert von diversen KI-Features soll sich das 4K-Display in praktisch jeder Meeting-Umgebung optimal einfügen. Wir machen den Test.

Autor: Manuel Masiero / Redaktion: Diana Künstler • 11.2.2026 • ca. 4:40 Min

 Huawei IdeaHub S3
Ideal für Unternehmen, Agenturen und Bildungseinrichtungen: Das IdeaHub S3 eignet sich besonders für kollaborative Workshops, Strategie-Meetings und Schulungen, bei denen mehrere Personen gleichzeitig Inhalte entwickeln und teilen.
© Huawei

Von der Konkurrenz hebt sich der in Displaygrößen von 65, 75 und 86 Zoll erhältliche Huawei IdeaHub S3 vor allem durch seine Ausrichtung auf Künstliche Intelligenz ab. KI-Funktionen wie Auto-Framing, Voice Tracking und das 1080p-Upscaling von Videos sollen den Zugang zu Meetings vereinfachen. Zudem legt das Whiteboard des chinesischen Herstellers beim Thema KI noch eine Schippe drauf, denn Präsentationsinhalte kann es Cloud-gestützt oder On-Premise automatisch zusammenfassen, wenngleich das für EU-Nutzer vorab etwas Konfigurationsaufwand erfordert.

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Alle Meeting-Teilnehmer im Fokus

Im Test überzeugt uns der für einen 16/7-Stunden-Betrieb ausgelegte Huawei IdeaHub S3 mit seiner starken audiovisuellen Leistung. Die mit einem Weitwinkel- und einem Ultraweitwinkel-Objektiv ausgestattete 4K-Kamera, die mittig im oberen Rahmen sitzt, erfasst automatisch die im Raum anwesenden Konferenzteilnehmer, rückt den aktiven Sprecher mit einem bis zu 5-fachen Zoom in den Fokus und erzielt insgesamt eine sehr gute Bildqualität.

Parallel dazu erfasst das Mikrofon-Array des Whiteboards das akustische Geschehen in einem Winkel von bis zu 180° vor dem Display und setzt auf eine effektiv arbeitende Geräuschunterdrückung, die laut Huawei auf spezielle Geräusche wie das Abstellen von Gläsern oder das Tippen auf Tastaturen trainiert ist. Gut funktioniert auch das automatische Anpassen des Geräuschpegels, so dass sich laute und leise Stimmen auf einen einheitlichen Geräuschpegel einpendeln. Zur Tonwiedergabe verfügt der IdeaHub S3 über 2x 20 Watt starke Stereolautsprecher und einen 30-Watt-Subwoofer.

Heller und robuster Touchscreen

Der IdeaHub S3 verwendet einen Infrarot-Touchscreen, dessen Schutzglas eine Mohs-Härte von 7 besitzt und damit auch grobe Behandlungen schadlos wegsteckt. Bei unserem 75-Zoll-Testmodell bringt es das von einem Helligkeitssensor unterstützte IPS-Panel wie vom Hersteller versprochen auf ein solides Kontrastverhältnis um die 1200:1.

Bei der Luminanz landet das 4K-Display ebenfalls im grünen Bereich. Wir messen eine maximale Leuchtstärke von 545 cd/m², womit sich das Whiteboard auch ohne weiteres für den Einsatz in hellen Räumen eignet. Whiteboard-typisch ist die Farbdarstellung eher kühl gehalten, lässt sich im Bildmodus Weich aber auch in Richtung Optimum trimmen, sofern das gewünscht ist. Mit einem Weißpunkt von 6601 K und einem niedrigen Delta-E-Wert von 2,9 bei der Farbwiedergabe ist unser Testgerät dann in diesem Fall genauso gut abgestimmt wie ein farbtreuer Office-Bildschirm. Auch das Video-Upscaling per KI liefert ansehnliche Resultate.

Bei vollflächig weißem Hintergrund bei gleichzeitig maximaler Helligkeit zeigt unser Strom-Messgerät eine Leistungsaufnahme von 347 Watt an. Im Mittel liegt der Stromverbrauch aber deutlich darunter. Beispielsweise sinkt er im Test bei Neonlicht und aktivierter Auto-Helligkeit auf 216 Watt. Huawei beziffert den beim Stromverbrauch beim 75-Zoll-Modell auf durchschnittlich 290 Watt.

Einfaches Teilen von Inhalten

Konzipiert ist Huaweis interaktives 4K-Display nach dem BYOM-Konzept und verhält sich damit exakt so, wie man es auch von der Konkurrenz kennt. Nach dem Einschalten zeigt der IdeaHub S3 eine übersichtliche Startseite an, über die man über entsprechende Icons zum Beispiel direkt ins Meeting springt, den Browser aufruft oder die interne Whiteboard-App startet.

BYOM (Bring Your Own Model) bedeutet, dass Unternehmen eigene KI-Modelle (z. B. aus Azure, AWS, OpenAI oder selbst trainiert) in eine bestehende Plattform integrieren können – statt nur die vorgegebenen Modelle zu nutzen. So bleiben mehr Kontrolle, Datenschutz und Flexibilität bei der Modellwahl erhalten.

 Huawei IdeaHub S3
Im IdeaHub S3 steckt mehr als nur ein Touchscreen: Das interaktive Whiteboard unterstützt präzise Stift- und Multi-Touch-Eingaben, schnelle Handschrift-zu-Text-Funktionen, kabelloses Teilen von Laptop- und Smartphone-Inhalten sowie integrierte Kamera-/Mikrofontechnik für Videomeetings – gedacht als All-in-one-Lösung für moderne Meetingräume.
© Huawei

Letztere umfasst das übliche Repertoire an Interaktions-Werkzeugen wie etwa die Auswahl von Formen und Zeichenwerkzeugen, eine Annotations-Funktion, das Einfügen von Webinhalten, die Umwandlung von handgeschriebenem Text oder gemalten Formen sowie das bequeme Löschen von Inhalten per Wischbewegung. Meetings organisiert das Whiteboard über die Huawei-Cloud, lässt sich mit einem optionalen OPS-PC aber auch mit Teams, Zoom, WebEx und Konsorten nutzen.

Das Screen Sharing funktioniert beim IdeaHub S3 wahlweise über per Mobile-App für Android und iOS, Miracast, kabelgebunden über eine USB-C- oder HDMI-Strippe oder mittels des IdeaShare-Keys. Bei letzterem handelt es sich um einen USB-Dongle mit integriertem Share-Button, der für PCs und Notebooks gedacht ist. Daran angesteckt baut der IdeaShare-Key automatisch eine Verbindung zum Whiteboard auf und erlaubt es so, den Bildschirminhalt direkt per Knopfdruck zu teilen.

Unabhängig vom verwendeten Endgerät können bis zu neun Meeting-Teilnehmer gleichzeitig ihr Bild teilen. Verbindet man einen Laptop über USB-C mit dem IdeaHub S3, wird es dabei mit bis zu 65 Watt aufgeladen.

LLM-Modell zum Nachrüsten

Intern setzt der IdeaHub S3 auf HarmonyOS, ein auf Open Android basierendes Betriebssystem, das sich seinen Namen mit Huaweis Smartphone- und Tablet-OS teilt und laut Huawei jährlich etwa zwei OTA-Firmware-Updates erhalten soll. Neben den vorinstallierten Android-Apps lassen sich auch weitere Anwendungen installieren, etwa per APK-Datei. Allerdings sind nur solche Anwendungen lauffähig, die nicht auf die Google Mobile Services (GMS) angewiesen sind.

Anders als Nutzer in China können europäische Endkunden das spannendste KI-Feature des Whiteboards nicht direkt nutzen, sondern müssen es erst manuell installieren. Gemeint ist die Möglichkeit, den IdeaHub S3 mit einem externen Large Language Modell (LLM) wie DeepSeek oder ChatGPT zu verknüpfen, um dann beispielsweise die KI eine Zusammenfassung des Meetings erstellen zu lassen. Über Huaweis kostenlose Management-Plattform IdeaManager können EU-Administratoren den LLM-Support nachrüsten.

Test Huawei IdeaHub S3, 2026
© connect professional

Garantie und Serviceleistungen

Konkrete Preise für den IdeaHub S3 nennt Huawei auch auf Anfrage nicht, sondern verweist stattdessen auf seine Partner und Distributoren wie Also und Acondistec, die die Kosten je nach gewählter Ausstattung und Serviceoptionen individuell berechnen würden. Zur groben Orientierung können folgende Preise dienen: Zum Testzeitpunkt erscheint die 75-Zoll-Version des Whiteboards auf Online-Marktplätzen zu Nettopreisen um die 4.500 Euro, während die 65-Zoll-Version für rund 3500 Euro gelistet ist und das 86-Zoll-Topmodell circa 6.500 Euro kostet.

Für den IdeaHub S3 bietet Huawei viel Zubehör an, darunter einen Standfuß mit Rollen, die erwähnten OPS-PCs und IdeaShare-Keys sowie unter anderem auch ein 10,1 Zoll großes Touch-Panel zur Remote-Bedienung.

Der Huawei IdeaHub S3 kommt mit einer einjährigen Herstellergarantie, die im Schadensfall mit einem Swap-Service über den Partner einhergeht. Parallel dazu greift natürlich die zweijährige Händler-Gewährleistung. Gegen Aufpreis lässt sich der Garantiezeitraum auf bis zu fünf Jahre erweitern. Für Reseller bietet Huawei Projektkonditionen an, die von internen Bewertungsfaktoren wie dem IdeaHub-Umsatz und der Größe des Partner-Netzwerks abhängen.

Fazit zum Huawei IdeaHub S3

Der Huaweis IdeaHub S3 macht den Zugang zu Webkonferenzen leicht und überzeugt dabei durch starke Bild- und Tonqualität. Weitere Vorteile sind der präzise und helle 4K-Touchscreen, vielseitige Anschluss- und Sharing-Optionen sowie die Option, auch LLMs wie DeepSeek in die Meetings einbinden zu können, wenngleich das in Europa derzeit nur über einen kleinen Umweg möglich ist. Nachteilig sind die fehlende Google-Unterstützung und das Minimalprogramm bei den Serviceleistungen, denn mehr als ein Jahre Garantie gibt es standardmäßig nicht.

Test Huawei IdeaHub S3, 2026
© connect professional