Easybell und Fonio.ai kooperieren
Easybell und Fonio.ai haben eine integrierte Voice-AI für Cloud-Telefonanlagen angekündigt. Die Lösung soll direkt in der Telefonie arbeiten, auf europäischer Infrastruktur basieren und Unternehmen mit hohem Anrufaufkommen entlasten sowie Erreichbarkeit und Sprachqualität verbessern.
Easybell, Anbieter von IP- und Cloud-Kommunikationslösungen, und das Wiener Start-up Fonio.ai haben eine technologische Partnerschaft bekannt gegeben. Ziel sei es laut Unternehmen, einen KI-basierten Telefonassistenten direkt in die Cloud-Telefonanlage zu integrieren. Die Voice-AI sei dabei nicht als externes Add-on angebunden, sondern Bestandteil der Telefonie-Infrastruktur.
Durch die direkte Integration entfielen Weiterleitungen an externe Systeme, wodurch Gespräche vollständig innerhalb der Cloud-Telefonanlage verarbeitet würden. Das solle eine durchgängige Datenverarbeitung ohne Medienbrüche ermöglichen und die Annahme eingehender Anrufe beschleunigen.
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Europäische Infrastruktur mit Fokus auf Latenz und Datenschutz
Beide Partner geben an, ausschließlich auf Serverstandorte in Deutschland zu setzen. Dies solle im Vergleich zu US-basierten Set-ups eine um 300bis 500 Millisekunden geringere Latenz ermöglichen. Gerade bei Sprachkommunikation wirke sich dies unmittelbar auf Gesprächsfluss, Reaktionszeiten und Transkriptionsqualität aus.
Zugleich betonen die Unternehmen, dass der Betrieb auf europäischer Infrastruktur Anforderungen an Datenschutz und Compliance im Unternehmensumfeld besser erfüllen könne. Die Lösung richte sich damit insbesondere an Geschäftskunden mit erhöhten regulatorischen Anforderungen.
Technologischer Ansatz mit offenem Architekturmodell
Fonio.ai setzt nach eigenen Angaben auf ein eigens entwickeltes Orchestration Layer. Dieses entscheide in Echtzeit, welches Sprachmodell für eine Anfrage eingesetzt werde, und könne flexibel zwischen mehreren Modellen wechseln. Ziel sei es, sowohl einfache als auch komplexe Anfragen effizient zu verarbeiten. Das System erkenne unter anderem auch komplexe Inhalte wie E-Mail-Adressen mit einer angegebenen Genauigkeit von bis zu 80 Prozent.
Der Anbieter verfolgt dabei einen offenen Architekturansatz. Die Voice-AI sei mit weiteren Systemen und Anbietern kompatibel und lasse sich in bestehende IT- und Kommunikationslandschaften integrieren.
Standardisierte Anbindung über Cloud-Telefonie
Easybell ergänzt die Integration durch eine sogenannte FQDN-Anbindung, die externen KI-Systemen einen standardisierten und abgesicherten Zugang zur Cloud-Telefonanlage ermöglichen soll. Laut Easybell sei dies ein zentraler Baustein, um Kunden flexible Kombinationsmöglichkeiten unterschiedlicher KI- und Telefonielösungen zu bieten.
Die Partnerschaft mit Fonio.ai diene dabei als konkretes Praxisbeispiel für eine stabile und produktive Umsetzung dieser offenen Plattformstrategie.
Entlastung von Teams und wirtschaftlicher Nutzen
Der Einsatzbereich der integrierten Voice-AI liege insbesondere in Vertrieb, Service und bei der Bearbeitung repetitiver Anfragen. Die Anbieter gehen davon aus, dass Unternehmen ihre Erreichbarkeit erhöhen und gleichzeitig die Zahl verpasster Anrufe reduzieren können. Das Einsparpotenzial im telefonischen Kundensupport beziffern sie – abhängig von Unternehmensgröße und Einsatzszenario – auf 70 bis 90 Prozent.
Vor dem Hintergrund des anhaltenden Fachkräftemangels sehen Easybell und Fonio.ai ihre Lösung als Beitrag zur organisatorischen Entlastung, ohne zusätzliches Personal einsetzen zu müssen.
Mit der Kooperation wollen beide Unternehmen demonstrieren, wie europäische Technologiepartnerschaften im Bereich KI und Kommunikation aussehen können. Laut Easybell stehe „Made in Europe“ dabei für eine Kombination aus Performance, Datenschutz und Qualitätsanspruch im professionellen Einsatz.