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Fluch und Segen zugleich

Allianz zählt KI zu den größten Risiken für Unternehmen weltweit

Künstliche Intelligenz hat sich laut Allianz zu einem der größten globalen Geschäftsrisiken entwickelt. Im neuesten „Risikobarometer“ des Unternehmensversicherers kletterte KI vom zehnten auf den zweiten Platz, gleich hinter Spitzenreiter Cyberkriminalität.

dpa | Redaktion: Andrea Fellmeth • 14.1.2026 • ca. 1:45 Min

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© Summit Art Creations – shutterstock.com

Künstliche Intelligenz (KI) hat sich nach Einschätzung der Allianz zu einem der größten globalen Geschäftsrisiken für Unternehmen entwickelt. Im neuen „Risikobarometer“ des Unternehmensversicherers Allianz Commercial ist die KI vom zehnten auf den zweiten Platz hinter dem langjährigen Spitzenreiter Cyberkriminalität emporgeschossen.

Künstliche Intelligenz kann Unternehmen dabei unterstützen, Geschäftsprozesse zu optimieren und Cyberangriffe abzuwehren. Andererseits können ungenaue oder fehlerhafte KI-Daten fatale Entscheidungen zur Folge haben. KI berge ein immer schneller voranschreitendes Risiko, „vielleicht auch Fluch und Segen“, sagt Michael Furtscheller, Geschäftsführer für Deutschland und die Schweiz bei Allianz Commercial. Das Unternehmen hat diese Einschätzung auf Grundlage einer Umfrage unter 3.338 Fachleuten aus 97 Ländern formuliert.

Drei Hauptgefahren: Cyberkriminalität, KI, Betriebsunterbrechungen

Auf Rang drei der größten globalen Geschäftsrisiken hinter Cybercrime und KI stehen in diesem Jahr Betriebsunterbrechungen. Auch dabei gibt es eine Verbindung zu Cyberangriffen: Eine häufige Ursache von Betriebsunterbrechungen ist Online-Erpressung: Die Hacker lähmen die Rechnersysteme eines Unternehmens per Verschlüsselung und fordern für die anschließende Entschlüsselung hohe Summen. Sie nutzen zunehmend KI, um ihre Angriffe zu verfeinern, etwa durch „Social Engineering“, bei dem sie sich als Führungskräfte ausgeben und Mitarbeiter täuschen, wie Michael Daum, Leiter der Cyberschaden-Bearbeitung bei Allianz, berichtet: „Täter setzen KI gezielt ein, um hochindividualisierte E-Mails zu verfassen, in denen sie Mitarbeiter zu einem Klick oder einer weiteren Handlung verleiten – oft unter Verwendung von Cloning-Techniken oder sogar gefälschten Videos.“

Große Gefahr droht auch von innen

Doch die Bedrohung durch KI geht über externe Angreifer hinaus. Auch die interne Nutzung von KI-Tools birgt Gefahren. Wenn Führungskräfte und Mitarbeiter auf der Grundlage von fehlerhaften KI-Ergebnissen falsche Entscheidungen treffen, können nicht nur betriebliche Fehlentwicklungen entstehen, sondern auch rechtliche und Reputationsrisiken. Alexandra Braun, Managerin bei Allianz Commercial, warnt: „KI arbeitet mit einem gewissen Grad an Autonomie, daher können die Ergebnisse fehlerhaft oder sogar erfunden sein.“

Die Risiken der KI: Rechtsstreitigkeiten und Urheberrechtsverletzungen

Neben den direkten Bedrohungen für die Unternehmenssicherheit und -reputation gibt es auch indirekte Risiken. Beispielsweise können KI-gestützte Prozesse zu Urheberrechtsverletzungen führen, etwa wenn KI-Tools urheberrechtlich geschützte Daten ohne Genehmigung verwenden. Auch diskriminierende oder fehlerhafte KI-Ergebnisse könnten zu rechtlichen Auseinandersetzungen und Imageverlust führen.

Neben der KI und der Cyberkriminalität bleiben auch andere Risiken eine große Herausforderung. Auf Platz vier des Risikobarometers landen politische Unsicherheiten und regulatorische Änderungen. Naturkatastrophen und der Klimawandel nehmen den fünften Platz ein, gefolgt von politischer Instabilität und wirtschaftlichen Herausforderungen wie Inflation. Auf Platz zehn landen die Unsicherheiten hinsichtlich Marktentwicklungen, etwa durch neue Wettbewerber oder Unternehmensübernahmen.

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