Das schnellere Lösen von Probleme und eine höhere Effizienz sind aus Sicht deutscher Firmen die größten Vorteile, die der Einsatz von Collaboration-Lösungen bringt. Allerdings sind laut Untersuchungen von Cisco die Deutschen im Vergleich zu Nachbarländern »Collaboration-Muffel«.
Deutsche Anwender haben die Vorteile von Collaboration-Lösungen für sich erkannt, aber beileibe nicht alle Firmen, wie eine aktuelle Studie von Cisco Systems zeigt. Demnach setzt jeder zweite Befragte in deutschen Unternehmen solche Systeme zur Problemlösung ein – mit Erfolg: Der Wissensaustausch innerhalb der Firma und über die Unternehmensgrenzen hinweg wird vereinfacht und erfolgt zielorientierter, so die Studie.
»Es gilt für Unternehmen, Hürden in der internen Kommunikation aufzubrechen«, sagt Michael Ganser, Senior Vice President DACH (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Vorsitzender der Geschäftsführung von Cisco Deutschland. »Collaboration verändert die Art des Arbeitens. Es ermöglicht einen erfolgreichen Wissenstransfer und die virtuelle Zusammenarbeit über den ganzen Erdball hinweg.«
An die 39 Prozent der Studienteilnehmer geben an, durch Collaboration-Lösungen ihre Produktivität und Effizienz zu steigern. Weitere 30 Prozent tauschen sich mit Entscheidern unkompliziert aus.
Für jeden vierten Mitarbeiter ermöglichen Anwendungen wie Instant-Messaging sowie Web- oder Videokonferenzen zudem eine schnellere Entscheidungsfindung mit Kollegen, Kunden oder Vorgesetzen. Durch den Einsatz von Video, Wikis, Blogs und anderen virtuellen Meetings, sowohl in der Firma als auch von zu Hause aus, wird zudem die globale Zusammenarbeit vereinfacht – ein wichtiger Faktor in Zeiten, in denen viele Unternehmen Standorte in mehreren Weltregionen unterhalten.
Damit Collaboration-Lösungen den erhofften Erfolg bringen, sind allerdings Vorarbeiten erforderlich. Eine der größten ist nach Angaben von 40 Prozent der Anwender in deutschen Firmen, dass viele Kollegen nicht bereits sind, Wissen zu vernetzen und auszutauschen.
Rund 34 Prozent der Befragten geben außerdem an, dass Wissen für viele Mitarbeiter Macht bedeutet, und diese wollen sie nicht mit anderen teilen.
Angesichts des immer härteren Konkurrenzkampfes in deutschen Unternehmen, Stichwort Sicherung des eigenen Arbeitsplatzes, dürfte es allerdings von Mitarbeitern zu viel verlangt sein, Wissen ohne Gegenleistung mit potenziellen Konkurrenten zu teilen. Dieser Faktor wird häufig unterschätzt.
Wenig schmeichelhaft für deutsche Firmen ist ein anderes Ergebnis der Studie: Nur 32 Prozent der Unternehmen in Deutschland setzen auf eine Collaboration-Infrastruktur. Damit schneidet die Bundesrepublik im Vergleich zu anderen Ländern schlecht ab.
In China beispielsweise haben 73 Prozent der Firmen entsprechende Lösungen im Einsatz, in den USA rund 58 Prozent. Auch in Europa liegen etliche Nationen vor Deutschland, etwa Spanien, Italien und Frankreich.