Horrende Fehlbeträge

Software-Bug sorgt für Gefängnisstrafen

10. Juli 2013, 14:19 Uhr | Stefan Adelmann
Viele Kleinunternehmer schuldeten dem Post Office plötzlich viel Geld (Foto: Wikipedia)

Ein Fehler in der Abrechnungssoftware der britischen Post könnte für viele Subunternehmer zu Geld- und Haftstrafen geführt haben. Klare Belege stehen allerdings von beiden Seiten aus.

Fehler in der Abrechnungssoftware des britischen Post Office könnten die Existenz einiger Subunternehmer gefährdet haben. Viele der Betroffenen geben an, dass die Software »Horizon Computer System« ein Minus in den Kassen generiert hätte, das nach eigenen Aussagen nicht nachvollziehbar sei. Laut einem Bericht der BBC mussten die selbstständigen Unternehmer die Fehlbeträge aus eigener Tasche ausgleichen, was wiederum zu Schulden und Hausverkäufen führte.

Ein unabhängiger Bericht bestätigte, dass die Kernsoftware zwar keine Defekte aufweist, dass es in den Jahren 2011 und 2012 allerdings zu Fehlberechnungen von bis zu 9.000 britischen Pfund in 76 Fällen kam. Das Post Office machte die Selbständigen im Nachhinein nicht für diesen Fehler verantwortlich. Allerdings berichtet die BBC, dass der Poststellenbetreiber Jo Hamilton seine Abrechnungen aufgrund der hohen Fehlbeträge fälschen musste und dafür ins Gefängnis ging.

Das Post Office kommentierte dagegen, dass es nie zu entsprechenden Fehlern der Software kam. Allerdings hätten die Subunternehmer nicht das nötige Training, um richtig mit dem Programm umzugehen. Das soll sich in Zukunft ändern. Unterdessen haben jedoch mehr als hundert der Subunternehmer angekündigt, das Post Office auf Basis der Untersuchung zu verklagen.

Die britische Post lässt derzeit rund 11.500 Poststellen von selbstständigen Subunternehmern betreiben. Diese sind nicht direkt bei dem Konzern angestellt, müssen allerdings das interne Abrechnungssystem nutzen und ihre Einnahmen offenlegen..


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