SOS Software Service stellt sich neu auf
Bei SOS Software Service übernimmt die junge Generation das Ruder. Nach dem Wechsel der Gesellschafterstruktur richtet die neue Geschäftsführung den Augsburger VAD neu aus.
Bei SOS Software Service vollzieht sich ein Generationswechsel: Die Gründer Joaquim Moreira dos Santos und Marc Gloning übergeben die Unternehmensführung und Anteile an Philipp Niemann und Alexander Wacker. Noch in diesem Jahr werden beide sich planmäßig aus dem Geschäft zurückziehen.
Ihre Nachfolger haben sich die beiden sorgfältig ausgesucht, denn sie sollen den Distributor in die nächste Wachstumsphase führen.
Philipp Niemann verfügt als ehemaliger Chief Digital Officer bei Hella Gutmann sowohl über Erfahrung in Sachen Digitalisierung als auch in der Unternehmensführung eines großen mittelständischen Unternehmens. Softwaredistribution ist das Spezialgebiet von Alexander Wacker. Der langjährige Vertriebsleiter der SOS Software Service kennt nicht nur das Unternehmen, sondern das Distributionsumfeld und ist bei den Herstellern sowie Partnern bestens vernetzt.
„Mit Philipp und Alex haben wir ein schlagkräftiges Team, das die SOS Software Service mit einer klaren Vision in die Zukunft führt“, erklärt Gloning. Wichtig waren den beiden Inhabern allerdings nicht nur die fachlichen Qualifikationen. „Es muss auch menschlich passen. Wir haben volles Vertrauen in die Beiden. Seit einigen Monaten führen wir die Geschäfte gemeinsam und übergeben schrittweise unsere Aufgaben. Wir treffen alle Entscheidungen zu viert. Die Zusammenarbeit ist sehr positiv.“
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Mehr Value Add und Lösungsvertrieb
Die beiden wollen SOS Software Service weiterentwickeln und neue Geschäftsfelder erschließen, wie Niemann im Gespräch mit connect professional betont. Heute liege der Schwerpunkt auf dem transaktionalen Geschäft mit Large Account Resellern (LARs) und Systemhäusern, das auf einem hohen Grad an Automatisierung basiere.
„In Zukunft werden wir den Value Add- und Beratungsansatz verstärken und das Portfolio verbreitern“, kündigt Niemann an. Mehr Projektgeschäft und Lösungsvertrieb sei das Ziel. Man werde Projekte der Reseller – vom LAR bis zum VAR – bis zum Endkunden mitbegleiten. Gerade hier sei der Distributor gefragt, denn gerade bei Software gebe es ja kaum noch was von der Stange. „Der Kunde will immer Anpassungen und Alternativen“
Auch die Weiterentwicklung und Diversifizierung des Portfolios steht auf dem Plan. Heute vertreibe SOS Software über 2.000 Hersteller mit mehr als 200.000 gelisteten und gepflegten Artikeln. „Wir sind schon ein Bauchladen“, räumt Wacker ein. Es brauche auch mehr Spezialisierung.
Deshalb bauen die beiden neue Geschäftsbereiche auf. Besonders den Cybersecurity-Markt sehe man sich genau an“, berichtet Wacker. Denn hier sehen beide großes Potenzial und interessante Wachstumschancen. Aber auch „Infrastructure“ und „Productivity Tools“ sind solche Bereiche. Und natürlich denken auch die beiden darüber nach, was sie in Richtung KI machen können.
Verhandlungen mit weiteren Herstellern laufen, bei vielen renne man offene Türen ein. Denn SOS Software könne im Vergleich zu Broadlinern, aber auch zu spezialisierten, global aufgestellten Distributoren wie Infinigate oder Exclusive Networks im Security-Markt Vorteile bieten. Der VAD sei inhabergeführt, nicht zu groß und daher flexibel und agil, so Wacker. „Bei uns gibt’s weniger Bürokratie, wir probieren auch mal was aus“. Für viele Hersteller sei man deshalb ein „Wunschpartner“.
Große Distributoren spezialisierten sich zudem auch auf große Hersteller. Kleine Anbieter seien da nur einer unter vielen. SOS sei agnostisch. „Der Kunden entscheidet“. „Natürlich wollen wir die Marktführer im Portfolio. Aber wir wollen auch ein Deutschland- oder Europa-Portfolio“, betonen die Geschäftsführer.
Markt verändert sich
Weiterentwicklung ist notwendig, da sind sich beide einige. Denn der Markt verändere sich rasant und das Geschäft werde nicht einfacher.
Einerseits gebe es im deutschsprachigen Raum eine Menge Nachholbedarf in Sachen Digitalisierung. Andererseits treten auch neue Konkurrenten auf den Plan. Dazu kommen neue Bereitstellungsmodelle, wie Software als Service gegen eine Abogebühr. Beide sehen Saas als Chance – die aber auch Risiken birgt. „So ein Amazon Marketplace, über den auch Software verkauft wird, ist natürlich eine fundamentale Bedrohung“, bringt es Wacker auf den Punkt.