Die Zeichen stehen auf Cloud
Auch wenn die Industrie oft den Eindruck erweckt, der Wechsel All-IP-Umstieg sei im Vorbeigehen machbar: In der Praxis zieht die Umstellung einen immensen Beratungsbedarf nach sich - gerade für KMU. Das bietet gleichermaßen Chancen und Herausforderungen für den Channel.
- Die Zeichen stehen auf Cloud
- Die verschiedenen Möglichkeiten der Umstellung
- Exkurs: Cloud-Einsatz erfordert passgenaue Strategie
Überall in Europa stellen die führenden Telekommunikationskonzerne derzeit ihre Netze von ISDN- auf IP-Telefonie um. In Deutschland treibt die All-IP-Ankündigung der Deutschen Telekom den Markt vor sich her. Die Zielvorgaben des Netzbetreibers sind ambitioniert: Bis Ende 2018 sollen immerhin 20 Millionen Anschlüsse auf das Internetprotokoll umgestellt werden. Für viele der betroffenen Unternehmen steht dabei vordergründig die Frage im Mittelpunkt: Auf Basis welcher Technologie möchte ich künftig telefonieren? Doch natürlich verführen längst die vielseitigen Potenziale IP-basierter Kommunikation dazu, angesichts der aktuellen Zäsur nicht nur über Telefonie nachzudenken, sondern über eine grundlegende strategische Neuausrichtung des internen und externen Informationsmanagements.
Unified Communications-Plattformen und Collaboration-Tools bieten vielseitige Möglichkeiten, die reine Telefonie mit prozessrelevanten Informationen anzureichern und flankierende Features der unmittelbaren, kontextbezogenen Kommunikation bereitzustellen. Tools für Videokonferenzen sind hier beispielsweise immer stärker auf dem Vormarsch. Auch moderne CRM-Lösungen bieten heute spürbare Mehrwerte, die auf der direkten Verzahnung von Telefonie und Datenbanken beruhen.
Intensive Bestandsaufnahme erforderlich
Dass hier für den Markt insbesondere im mittelständischen Segment noch gigantische Potenziale schlummern, zeigte im vergangenen Jahr die Cloud-Telefonie-Studie einer deutschen Fachzeitschrift: Während von den deutschen Großunternehmen immerhin bereits 64 Prozent IP-Telefonanlagen nutzen, telefonierten 70 Prozent der mittelständischen Unternehmen 2015 noch via ISDN und Analogtechnik. Das zeigt, welch ein Mammutprojekt die End-of-ISDN-Idee in Wirklichkeit ist. Jeder der vermutlich zig Millionen Anschlüsse muss angefasst und umgestellt werden.
Unternehmen, die noch per ISDN telefonieren, kommen in diesen Tagen also nicht um eine intensive Bestandsaufnahme herum. Entscheidend ist dabei die Frage, welchen strategischen Stellenwert die Telefonie generell im Unternehmen einnimmt. Wie relevant sind Erreichbarkeit, Sprachqualität sowie eine fundierte Vor- und Nachbereitung von Telefongesprächen für die Geschäftsprozesse und den Unternehmenserfolg? Wer zu der Einschätzung gelangt, all diese Aspekte nehmen nicht unerheblich Einfluss auf das gute Gelingen des Unternehmensalltags, der sollte sich durchaus die Zeit für eine Betrachtung der aktuellen Möglichkeiten IP-basierter Kommunikationstechnologien nehmen.