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Videokonferenzen

Eine Chance für Reseller

Claudia Rayling, Redakteurin funkschau handel • 28.11.2013 • ca. 1:55 Min

Stellt sich nur noch die Frage, in welcher Form der Händler von Web-RTC profitieren kann – schließlich verringert sich der Grad an speziellem Know-how, das für die Integration von Echtzeit-Voice und -Video in eine Web-Applikation erforderlich ist, deutlich durch Web-RTC. „Wir sehen für unsere Partner die Möglichkeit, auf Web-RTC basierende Dienste zu verkaufen, sowie darauf aufbauende Dienstleistungen anzubieten“, erklärt Martin Bitzinger von Aastra. „Da es sich dabei vielfach um neue Dienste und neue Möglichkeiten handelt, sehen wir darin für unsere Partner eine interessante Möglichkeit, Zusatz-Geschäft zu generieren.“ GMS-Geschäftsführer Tobias Enders zufolge können Fachhändler ins-besondere kleine und mittelständische Unternehmen mit nur drei Argumenten überzeugen: günstiger Preis, einfache Bedienbarkeit und Investitionsschutz. Um diese und weitere Vorteile entsprechend zu kommunizieren, sollten Händler unbedingt in Schulungen investieren.

Die Aktivitäten der Hersteller, um Web-RTC zu pushen und nicht zuletzt Channel-tauglich zu machen, können sich sehen lassen: So unterstützt Vidyo etwa nicht nur seine Partner, sondern in vielerlei Hinsicht die komplette Branche und potenzielle Web-RTC-basierte Videokonferenzerlebnisse. So setzt der Hersteller die Zusammenarbeit mit Google fort, um die Videoqualität innerhalb von Web-RTC zu verbessern. Im Rahmen der Vereinbarung wird Vidyo als Teil des „WebRTC Client Open Source“-Projektes eine skalierbare Videoerweiterung für den VP9-Codec entwickeln. „Dies ist ein riesiger Pluspunkt, denn die Erweiterung bewirkt zum einen ein effizienteres Komprimieren der Videos bei VP9, was die gleiche Bildqualität bei halber Bandbreite bedeuten könnte. Zum anderen erlaubt die SVC-Technologie den Web-RTC-Entwicklern, exzellente Videoqualität bereitzustellen – sogar auf Netzwerken mit geringer Bandbreite oder auf Netzwerken mit signifikantem Verlust von Datenpaketen“, erklärt David van den Berg. Cisco arbeitet eng mit dem Gremium der Internet Engineering Task Force (IETF) und des World Wide Web Consortium (W3C) zusammen, das für die Standardisierung von Web-RTC verantwortlich ist. Polycom verfolgt die Entwicklung von Web-RTC mit internen Projekten seit zwei Jahren. „Wir haben Web-RTC-Lösungen, die wir unseren Partnern zeigen können. Da sich aber die Web-RTC-Spezifikationen sehr schnell ändern und noch keine unmittelbare Nachfrage nach Web-RTC-Lösungen besteht, hat Polycom noch kein finales Produkt mit Web-RTC auf den Markt gebracht. Das wird sich voraussichtlich 2014 ändern“, berichtet Stuart Monks, Group-Vice-President, Systems-Architecture & Technology, Stategic-Alliances. Estos hat als erster deutscher Hersteller zur CeBIT 2013 mehrere Web-RTC-basierte Showcases gezeigt. Diese wurden seitdem kontinuierlich zur Serienreife weiterentwickelt. „In unserem Portal https://go.estos.de kann sich jeder schon heute einen Eindruck über die Praxistauglichkeit der Technologie machen. Mit ,ProCall go‘ arbeiten wir an einer Video-Chat-Lösung für kleine und mittelständische Unternehmen“, berichtet David Welzmiller. Eine Beta-Version von Web-RTC hat Lifesize auf dem Markt. Hier können sich die User vom Potenzial dieser Technik überzeugen.

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