KI-PCs jetzt günstig verfügbar – aber das bleibt nicht so
Aktuell sind die Marktpreise für KI-fähige Notebooks so günstig, dass die Geräte auch für Consumer erschwinglich sind. Doch die Speicher-Engpässe werden die Preise bald wieder steigen lassen, warnen die Marktforscher von Context. Der Handel steht vor einem Dilemma: Wer jetzt viele Geräte verkauft, könnte bei steigenden Preisen auf leeren Lagern sitzen.
KI-fähige Notebooks sind jetzt zu Preisen verfügbar, die sie auch für Privatnutzer interessant machen. Für den Handel bedeutet das aktuell gute Geschäftschancen. Langfristig bleibe das aber nicht so. In der zweiten Jahreshälfte könnte sich das Blatt wenden. Zu diesem Schluss kommen die Marktforscher von Context.
Ihre Marktanalysen zeigen, dass, die durchschnittlichen Einzelhandelspreise für KI-fähige Notebooks in Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien im Vergleich zum Vorjahr um 33 Prozent gefallen sind. Dadurch sei diese Produktkategorie jetzt auch für Mainstream-Verbraucher erschwinglich.
Laut dem „TotalMarket Report“ von Context lagen die durchschnittlichen Verkaufspreise für AI-Notebooks mit einer Leistung von mindestens 40 TOPS (Tera Operations Per Second) während der Hauptverkaufszeit im vierten Quartal 2025 bei 822 Euro. Bei diesem Preisniveau betrachten Verbraucher KI nicht mehr als Premium-Zusatz, sondern als Teil eines umfassenderen Wertkonzepts, das die Kompatibilität mit Windows 11, eine schnellere Verarbeitung auf dem Gerät, verbesserten Datenschutz und die Möglichkeit, KI-Funktionen offline auszuführen, umfasst.
Diese Veränderung kommt laut Context auch noch zu einem Zeitpunkt, an dem viele Haushalte noch immer auf PCs angewiesen sind, die sie während der Pandemiejahre gekauft haben. Obwohl die Verbraucher immer noch skeptisch seien, sprechen die praktischen Vorteile von KI-fähigen Geräten zunehmend dafür, veraltete Hardware zu aktualisieren, die immer weniger den modernen Software- und Leistungsanforderungen entspreche, so die Analysten.
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„Verbraucher zahlen nicht für einen Hype“
„KI-PCs haben im Einzelhandel still und leise eine wichtige Schwelle überschritten“, so James Bates, Senior Retail Analyst bei Context. „Bei den heutigen Preisen zahlen die Verbraucher nicht für einen Hype. Sie zahlen für Zukunftssicherheit, bessere Leistung und Geräte, die problemlos den nächsten Betriebssystemzyklus überstehen.“
Die derzeitige Erschwinglichkeit könnte jedoch von kurzer Dauer sein, warnen die Analysten. Context gehe davon aus, dass der Preisdruck später im Jahr 2026 zurückkehren werde, da sich die Versorgung mit wichtigen Komponenten, insbesondere Speicher, verschärfen werde. Die daraus resultierenden Preissteigerungen dürften sich am stärksten bei Modellen mit höheren Spezifikationen bemerkbar machen und die Kalkulation sowohl für Verbraucher als auch für Einzelhändler verändern.
Handel vor schwieriger Wahl
Für Käufer werde die Botschaft immer deutlicher, meinen die Analysten: „Preisbewusste Käufer werden im Laufe des Jahres wahrscheinlich keine besseren Angebote mehr finden, während selbst leistungsorientierte Verbraucher mit deutlich höheren Kosten rechnen müssen, sobald sich die Komponentenverknappung in den Einzelhandelspreisen niederschlägt.“
Für den Vertriebskanal seien die Herausforderung eher strategischer Natur. Einzelhändler, Anbieter und Distributoren müssen entscheiden, wie aggressiv sie das Volumen zu den heutigen Preisen steigern wollen, so die Analysten. Schließlich wüssten sie, dass starke Umsätze jetzt die Verfügbarkeit von Lagerbeständen in einem margenstärkeren, von Lieferengpässen geprägten Markt später im Jahr einschränken könnten.
„Die Einzelhändler stehen praktisch vor der Wahl zwischen Absatzvolumen heute und Margen morgen“, so Bates. „Wenn man die Nachfrage zu stark ankurbelt, läuft man Gefahr, dass die Preise steigen und es zu Engpässen kommt. Wenn man sich zu sehr zurückhält, verschenkt man Umsatz, solange die Erschwinglichkeit noch zu Ihren Gunsten wirkt.“
Context geht davon aus, dass im Laufe des Jahres 2026 Werbeaktionen, Finanzierungsoptionen wie „Buy Now Pay Later“ und eine zunehmende Fokussierung auf generalüberholte Geräte zeigen werden, wie die Branche mit dieser Spannung umgeht.