Vom Siemens-Vorstand verlangte die Gewerkschaft zeitnah eine Erklärung. Falls tatsächlich vor allem die Kraftwerkssparte von geplanten Einschnitten betroffen sei, habe die IG Metall dafür kein Verständnis, sagte der Sprecher. Zum einen werde bereits ein Sparprogramm in der Sparte umgesetzt, das offenbar die versprochene Wirkung weit verfehle. »Zum anderen rechnen wir im November mit einem sehr stattlichen Gewinn für das Gesamtjahr. Dann muss es einem Unternehmen wie Siemens auch einmal möglich sein, potenzielle Probleme zu ertragen, bis eine wirklich tragfähige und nachhaltige Lösung gefunden ist.«
Ein Siemens-Sprecher wollte den Bericht des »Manager Magazins« am Donnerstag nicht näher kommentieren. Er erklärte lediglich, das Unternehmen setze seine Strategie »Vision 2020« konsequent und erfolgreich um. »Dazu gehört, dass wir uns kontinuierlich Gedanken über die strategisch richtige Aufstellung unserer Geschäfte machen.« Das könne »die Konsolidierung einzelner Aktivitäten einschließen, wenn es die Marktbedingungen erforderlich machen«, so der Sprecher. Gleichzeitig investiere Siemens umfangreich in Wachstumsfelder.
Dem Bericht zufolge dürfte es die ostdeutschen Standorte von Power & Gas besonders hart treffen. Das Generatorenwerk in Erfurt solle verkauft werden. Für die Fabrik im sächsischen Görlitz werde die Schließung erwogen. Die Konzernleitung wolle das gesamte Vorhaben den Arbeitnehmern Anfang November im Wirtschaftsausschuss vorstellen.