AMDs »Barcelona«-Prozessor kommt später als geplant
Prozessor-Hersteller AMD hat Aussagen vom Oktober revidiert, die Server-CPUs der Reihe »Barcelona« würden noch im vierten Quartal 2007 in großen Stückzahlen verfügbar sein. v
Ursprünglich wollte AMD die neuen Quad-Core-Prozessoren für Server noch im Dezember flächendeckend ausliefern. Von diesem Versprechen rückte der Hersteller nun ab. Jetzt ist vom ersten Quartal 2008 die Rede.
Derzeit beliefert AMD nur ausgewählte Kunden mit den CPUs, speziell solche, die Hochleistungs-Cluster-Systeme fertigen. Dazu gehört beispielsweise die US-Firma Appro, die einen Supercomputer auf Basis von »Barcelona«-Prozessoren für das Lawrence Livermore National Laboratory baut.
Die führenden Hersteller von Server-Systemen halten sich mit Kommentaren zur Liefersituation bei »Barcelona« zurück. Hewlett-Packard etwa ließ nur verlauten, das Unternehmen werde im nächsten Frühjahr Systeme mit der neuen AMD-CPU anbieten.
Fehler in »Barcelona« soll eliminiert werden
Ein Sprecher von AMD räumte ein, die Verzögerungen seien unter anderem darauf zurückzuführen, dass der Hersteller einen Fehler beseitigen wolle, der in den Quad-Core-Modellen für Server und Desktop-Systeme (»Phenol«) aufgetreten ist.
Gegenüber unserer Schwesterpublikation CRN.com sagten amerikanische Fachleute, der Bug lasse sich vermutlich nur durch ein BIOS-Upgrade eliminieren. Dies koste jedoch 10 bis 20 Prozent Leistung.
Die erneute Verzögerung bei »Barcelona« reiht sich nahtlos in die Kette von Problemen ein, mit denen AMD bei der Entwicklung und Fertigung seiner Vierkern-Prozessoren zu kämpfen hat.
Intel kann somit dem kommenden Jahr noch entspannter als bislang entgegen sehen. Mittlerweile ist davon die Rede, dass Intel 2008 statt AMD den Grafikchip-Hersteller Nvidia zum »Feind Nummer eins« erklärt habe.
Für die Hersteller und Nutzer von Servern dagegen ist die schwache Vorstellung, die AMD derzeit abgibt, höchst unerfreulich. Sollte Intel der einzige verbliebene ernst zu nehmend Rivale abhanden kommen, dürfte der Chiphersteller kräftig an der Preisschraube drehen.