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Gehaltsreport zum IT-Arbeitsmarkt

IT-Gehälter 2026: Spezialisten vorn

Der IT-Arbeitsmarkt bleibt 2026 dynamisch. Laut Gehaltsreport zählen Consulting, SAP und IT-Security zu den bestvergüteten Feldern. Spezialisierung und Business-Nähe sollen zunehmend über Vergütung und Karrierechancen entscheiden.

Autor: Diana Künstler • 19.2.2026 • ca. 1:50 Min

Gehalt
© Shutterstock AI – shutterstock.com

Der IT-Arbeitsmarkt bleibe auch 2026 in Bewegung. Zu diesem Ergebnis komme der „Gehaltsreport IT 2026“, den die Amadeus Fire Group gemeinsam mit dem Portal Gehaltsreporter veröffentlicht habe. Die Untersuchung basiere auf mehr als 9.000 bereinigten und realen Gehaltsangaben aus dem Zeitraum Januar 2024 bis August 2025.

Die Daten stammten laut Unternehmen aus Online-Gehaltschecks sowie aus dem laufenden Recruiting- und Vermittlungsgeschäft. Ziel sei es, die tatsächliche Gehaltsrealität im deutschen IT-Arbeitsmarkt abzubilden und belastbare Vergleichswerte für Unternehmen und HR-Entscheider bereitzustellen.

Consulting, Security und SAP an der Spitze

Zu den am höchsten vergüteten Tätigkeitsfeldern zählten dem Report zufolge Consulting und Engineering, SAP- beziehungsweise ERP-Beratung, IT-Security sowie Projektmanagement. In diesen Segmenten bewegten sich die Medianjahresgehälter häufig zwischen 75.000 und über 80.000 Euro.

Für Führungspositionen wie Chief Technology Officer (CTO) oder Chief Information Security Officer (CISO) seien – abhängig von Verantwortungsumfang und Erfahrung – auch deutlich sechsstellige Jahresgehälter möglich.

Demgegenüber stünden stärker standardisierte Tätigkeiten, etwa im Helpdesk oder in Teilen der klassischen IT-Administration, mit niedrigeren Gehaltsbändern. Insgesamt zeichne sich eine zunehmende Gehaltshierarchie ab, in der Spezialisierung und unmittelbare Business-Relevanz maßgeblich seien.

Künstliche Intelligenz verändert Rollenprofile

Als wesentlichen Treiber der Entwicklung nennt das Unternehmen den verstärkten Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Routineaufgaben würden zunehmend automatisiert, wodurch insbesondere Junior-Positionen und standardisierte Tätigkeiten unter Druck geraten könnten.

Gleichzeitig gewännen Rollen an Bedeutung, die technisches Fachwissen mit Beratungskompetenz, Prozessverständnis und strategischer Einordnung verbanden. Unternehmen seien daher gefordert, klare Entwicklungspfade zu definieren – etwa vom Entwickler hin zu beratenden oder architektonischen Rollen.

Aus Sicht des Anbieters werde damit die Fähigkeit entscheidend, technologische Lösungen nicht nur umzusetzen, sondern auch betriebswirtschaftlich zu bewerten und in Geschäftsmodelle zu integrieren.

Regionale Unterschiede bleiben bestehen

Neben funktionalen Unterschieden zeige der Report weiterhin deutliche regionale Gehaltsdifferenzen. Bayern und Baden-Württemberg lägen an der Spitze, was mit der dortigen Industrie- und Technologiedichte begründet werde. Hessen profitiere vom Finanzstandort Frankfurt, während Hamburg als Logistik- und Handelszentrum vergleichsweise hohe Vergütungen ermögliche.

Das West-Ost-Gefälle bleibe grundsätzlich bestehen, wenngleich einzelne ostdeutsche Bundesländer laut Analyse eine positive Entwicklung verzeichneten. Für Arbeitgeber bedeute dies, dass Vergütungsmodelle nicht nur markt-, sondern auch standortgerecht gestaltet werden müssten. Insbesondere bei überregionaler Rekrutierung sei ein differenziertes Verständnis regionaler Gehaltslogiken erforderlich.

Implikationen für HR- und IT-Strategien

Der Gehaltsreport richtet sich an Personalverantwortliche, IT-Leitungen und Geschäftsführungen, die ihre Vergütungsmodelle strategisch ausrichten wollten. Er solle als Benchmark dienen, um bestehende Gehaltsstrukturen zu überprüfen, Budgetplanungen zu präzisieren und die Wettbewerbsfähigkeit im Recruiting zu sichern.

Angesichts der zunehmenden Spezialisierung im IT-Umfeld dürfte eine enge Verzahnung von Personalstrategie, Weiterbildungsmaßnahmen und technologischer Roadmap an Bedeutung gewinnen. Unternehmen, die transparente Karrierepfade, gezielte Qualifizierung und marktgerechte Vergütung kombinierten, könnten ihre Chancen im Wettbewerb um qualifizierte IT-Fachkräfte erhöhen.