Distribution in Linden unter Vorjahresniveau. Die COS Gruppe steigerte 2004 ihren Umsatz um 4,2 Prozent von 1,017 Milliarden Schweizer Franken (etwa 656 Millionen Euro) auf 1,060 Milliarden (684 Millionen Euro) steigern. Die deutsche Distributionsgesellschaft verzeichnete einen Umsatzrückgang von 2,6 Prozent auf 617,9 Millionen Schweizer Franken (398,8 Millionen Euro). Dafür konnten die Lindener ein positives Ergebnis erwirtschaften.
In einem schwierigen Marktumfeld, wie dies heute COS-Verwaltungsratspräsident (Aufsichtsrat) Kurt Früh erklärte, konnte die COS Distribution AG in Linden das Vorjahresniveau nicht halten. Der Umsatz im Geschäftsjahr 2004 ging um 2,4 Prozent auf 398,8 Millionen Euro zurück. In Folge entwickelten sich auch die Margen rückläufig. »Dennoch erzielte das Unternehmen dank hoher Kosteneffizienz ein positives Ergebnis«, führt der Aufsichtsrats-Chef weiter aus.
Anders dagegen verlief das Geschäft der COS Memory AG, »die wieder mit Bestleistungen glänzte«. Der Umsatz mit Speichermodulen und Flash-Speichern stieg um 30,9 Prozent auf 111 Millionen Euro. Früh bezeichnete die Gesellschaft als einen der führenden Spezialdistributoren für Speicherprodukte im deutschsprachigen Raum.
Nur geringfügig konnte im Zeitraum Juni bis Dezember vergangenen Jahres der Online-Händler Avitos GmbH zulegen. Der Umsatz betrug zum Jahresende 21,2 Millionen Euro. Allerdings, so der Aufsichtsrats-Chef, hätten »ungenügende Verkäufe zu einem Verlust in Höhe von knapp 1,2 Millionen Euro« geführt. Aus diesem Grund sei das Unternehmen früher als geplant in die COS Distribution integriert worden (CRN berichtete ausführlich). Dies habe eine Auslagerung logistischer Aufgaben und einen entsprechenden Personalabbau möglich gemacht, führte Früh weiter aus.
Gut entwickelt habe sich das Geschäft der COS Concat AG. Die Gesellschaft konnte von »einem wesentlich freundlicheren Investitionsklima bei mittleren und großen Unternehmen profitieren.« Der Umsatz kletterte um 16,7 Prozent auf 40,1 Millionen Euro. Zudem sie aufgrund eines konsequenten Kostenmanagements ein solider Ertrag erwirtschaftet worden.
Im Rahmen der heutigen Bilanzpressekonferenz zeigte sich Früh recht zufrieden mit der Umsatzentwicklung der COS Gruppe. Nach 656 Millionen Euro in 2003, legte die Gruppe um 4,2 Prozent auf 684 Millionen Euro zu. Werden allerdings die Veränderungen im Konsolidierungskreis, also der Ausstieg aus dem Remarketing und die Akquisition der Avitos GmbH eingereichnet, bleibt nur ein Umsatzplus von 2,3 Prozent übrig. Trotz hoher Kostendisziplin und verbesserten Bruttomargen sei es der Gruppe allerdings nicht gelungen, die von der österreichischen Distributionsgesellschaft und vom Online-Händler Avitos verursachten Kosten und Verluste in Höhe von 4,7 Millionen Euro zu kompensieren.
An dem Gesamtergebnis ist unter anderem die schweizer COS Distribution AG mit knapp 91,2 Millionen Euro beteiligt. Das Unternehmen verzeichnete gegenüber 2003 einen leichten Umsatzanstieg und erwirtschaftete durch kontinuierlich steigende Ertragskraft »erstmals seit mehreren Jahren ein positives Resultat«.
Ebenfalls im Plus lag der Geschäftsbereich Systemintegration mit einem Umsatz von knapp 58,2 Millionen Euro (plus 3,7 Prozent). Auch hier sei unter anderem durch Kostenoptimierung der Ertrag (EBIT) um 58,3 Prozent auf 1,74 Millionen Euro gestiegen. Als ansprechend beizeichnete Früh den Ertrag bei der schweizer Concat AG, obwohl der Umsatz um 7,3 Prozent auf 18 Millionen Euro zurück ging.
In seinem Ausblick betonte Früh, dass »die Systemintegrationsfirmen und die COS Memory gut ins Jahr gestartet sind, während die Distributionsgesellschaften in den ersten zwei Monaten ihre Budgetziele verfehlt haben«. Gleichwohl würden ihn die mittelfristigen Aussichten der Gesellschaften zuversichtlich stimmen. Verlässliche Prognosen zur Ertragsentwicklung wolle er zum derzeitigen Zeitpunkt nicht machen: »Unsere schnelllebige Branche wird immer von unvorhersehbaren Ereignissen beeinträchtigt.«
Bedingt durch die Dezentralisierung der verschiedenen Beteiligungsgesellschaften erhalten die Verwaltungsräte der Gruppe künftig mehr Bedeutung. Deshalb sei das Gremium durch neue Verwaltungsräte ergänzt worden. Einer dieser neuen Verwaltungsräte ist Andreas Dürst, der im vergangenen Jahr Tech Data verlassen hatte. Dürst wird für den Verwaltungsrat der schweizerischen und deutschen Distributionsgesellschaft tätig sein.