Mehr Branchen für Business One. Zur Cebit hat SAP eine neue Applikationsplattform, die »Business Process Platform«, angekündigt. Auf ihr sollen auch Partner verstärkt Lösungen entwickeln können. Bis 2007 will der Anbieter alle Branchenlösungen des Mittelstandsangebots »All-in-One« auf die Plattform gehoben haben. Auch Business One soll stärker nach Industrien ausgerichtet werden.
Insgesamt will SAP etwa 1.000 Entwickler für die neu angekündigte »Business Process Platform« abstellen. Auf ihr sollen die einzelnen Komponenten der SAP-eigenen-Module sowie der von Partnern künftig laufen und neu entwickelt werden. Dies betrifft auch den Mittelstand und hier besonders Partner und Kunden, die mit dem gehobenen Mittelstandsangebot »All-in-One« und den bislang 80 Branchenlösungen in diesem Bereich arbeiten. Zunächst wird SAP den Fokus darauf legen, ein Repository für die Lösungen anzulegen und eine Service-Infrastruktur aufzubauen. Dies soll 2007 erledigt werden, anschließend werden die verschiedenen Angebote für Subbranchen auf die Plattform migriert. Zum damit verbundenen Aufwand gibt es noch keine näheren Informationen.
Während sich SAP im All-in-One-Umfeld schon immer auf die Entwicklung von Branchenpaketen spezialisiert hat, soll jetzt auch das kleinere Produkt »Business One« stärker auf verschiedene Industrien zugeschnitten werden. Zu diesem Zweck hatte der Hersteller im Herbst 2003 ein Software Development Kit (SDK) für Partner herausgegeben, mit dem auch SAP selbst die Module entwickelt. So wurde Business One 2004 beispielsweise um ein Materialplanungsmodul für Fertigungsbetriebe erweitert, das aus dem hauseigenen Entwicklungslabor kam. Die Walldorfer planen das SDK zu verbessern, so dass auch Partner mit wenig Entwicklungs-Know-how eigene Formulare erstellen können. Aktuell hat SAP in Deutschland 800 Business-One-Kunden und 97 Partner vorzuweisen.
Migrationsangebote plant SAP im Business-One-Umfeld nicht. »Der Aufwand für ein Migrationstool ist so hoch, dass es einfacher ist, Business One einfach neu einzuführen«, betont Michael Schmitt, Leiter Geschäftsbereich Mittelstand bei SAP, im Gespräch mit CRN. Im All-in-One-Umfeld seien Migrationsaktionen eher denkbar, insbesondere wenn es um wichtige Referenzprojekte geht.
Die aktuelle IT-Budget-Studie der Informationweek (Schwesterzeitschrift der CRN) kommt zu dem Ergebnis, dass im aktuellen Geschäftsjahr wesentlich weniger ERP-Projekte umgesetzt werden als im Vorjahr. Das Thema ERP ist auf der Liste geplanter IT-Vorhaben auf Platz zehn abgerutscht. Schmitt allerdings sieht diese Tendenz für SAP nicht bestätigt. »Die Anzahl unserer Projekte geht nicht zurück. Wir haben eine hohe installierte Basis und generieren Folgeaufträge«, gibt sich Schmitt gelassen.
Was den Preiskampf und Konkurrenzdruck im Umfeld der Warenwirtschaftslösungen betrifft, konstatiert der Manager, dass der Markt immer härter wird. Auf einen Preiskampf wolle sich SAP allerdings nicht einlassen. »Wir haben eine Verantwortung für unsere Partner, deren Margen durch extremen Preiswettbewerb gedrückt werden«, begründet Schmitt dies. Mittelständische Mitbewerber, die in Projekten gegen Business One angetreten sind, berichten allerdings weiterhin von Kampfpreisen.
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